Mein Jürgen, mein Lebensgefährte, hat losgelassen am Montag, den 07.10.19

  • Ich glaub, ihr kennt das auch:


    grad wieder in einer ganz schön schweren Depression, kann fast nichts machen, jeder Schritt fast zuviel, absolut ausgelaugt, ohne irgendeine Energie, alles so egal, ständig am Weinen, bis mittags schlafen, dann von Couch zum Stuhl vor Computer, warten, bis es wieder abends ist.

    Keine gute Zeit, muss dringend wieder raus zu meiner Mutter, die letzten Tage nicht mal dazu Lust gehabt.

    Sonst geht man wirklich ein. Liebe Grüsse von Ange

  • Liebe Ange,

    ich war auch eine Zeit nicht mehr sehr präsent im Forum, aber ich habe oft an euch alle gedacht.

    Ich schicke dir ein großes Kraftpaket und wünsche dir, dass die besseren Zeiten, die nach den Tiefpunkten unweigerlich kommen sich nicht allzulang Zeit lassen.

    Alles LIebe Gabi

  • Ach, Ihr Guten alle, lasst doch einfach alles gut sein, ohne Stress. Ich weiss, wir sind alle nicht nur sehr nah am Wasser gebaut, wir sind wohl alle am Ende des Zerreiss-Fadens von Nerven und Geduld. Kritik geht, bei mir zumindest, kaum noch, auch jedes komische Wort, trifft mich bis ins Innerstes. Ich merk, wie ich am Ende von Nervenkostüm bin. Es ist wohl das lange Aushalten müssen ohne unsre/meine Liebe des Lebens, unser Alles. Das kostet soviel Kraft und deshalb haben wir wohl auch keine Kraft übrig für Worte, die uns evtl. verletzen, denn wir sind absolut sehr verletzbar geworden, bei mir ist es so.


    Lassen wir doch hier unser " trautes Heim " , für uns alle, damit wir wenigstene eine gewisse Zuflucht haben. Eure Ange

  • Liebe Ange,


    ich kann Dich gut verstehen. Wir sind voller Schmerz und darum natürlich auch empfindlich. Das ist für Nichtbetroffene gar nicht nachvollziehbar. Tröstlich, daß es hier Menschen gibt, die leider auch wissen, wie es uns geht.


    Lass Dich ganz vorsichtig von mir umarmen.


    Ich wünsche Dir eine sanfte Nacht


    Sommermond

  • Ach, Ihr Guten alle, lasst doch einfach alles gut sein, ohne Stress. Ich weiss, wir sind alle nicht nur sehr nah am Wasser gebaut, wir sind wohl alle am Ende des Zerreiss-Fadens von Nerven und Geduld. Kritik geht, bei mir zumindest, kaum noch, auch jedes komische Wort, trifft mich bis ins Innerstes. Ich merk, wie ich am Ende von Nervenkostüm bin. Es ist wohl das lange Aushalten müssen ohne unsre/meine Liebe des Lebens, unser Alles. Das kostet soviel Kraft und deshalb haben wir wohl auch keine Kraft übrig für Worte, die uns evtl. verletzen, denn wir sind absolut sehr verletzbar geworden, bei mir ist es so.


    Lassen wir doch hier unser " trautes Heim " , für uns alle, damit wir wenigstene eine gewisse Zuflucht haben. Eure Ange

    :30:<3

  • Es ist so schwer, tatsächlich jetzt im zweiten Jahr noch viel schlimmer, vorher war ich wohl in einem Art Kokon.


    Liebe ist für mich:


    sich so sehr hingezogen zu ihm, ihn abküssen können vom Kopf bis zu seinen geliebten Zehen, eine innere, ganz starke Wärme bis Hitze zu empfinden, nur wenn man ihn sieht, ihn küssen und liebkosen und streicheln möchte ohne Ende. Mein Jürgen sagte mal zu mir: ich könnt Dich abküssen vom Kopf bis zum Fuß, genau das empfinde ich auch so. Wenn einem nichts anwidert, wie am Schluß bei uns, auch beim Toillettengang, wenn es nicht mehr so ging, dann hab ich ihm geholfen, mit dem Stuhlgang, niemals hat mich das irgendwie angewidert, ich liebte alles bei und an ihm. Manchmal, am Ende hin, musste ich ihn anklopfen an der Wange, daß er was schlucken tut, weil er wohl so aphatisch wurde, hätte er es ausgebrochen, auch das hätt ich geliebt. Soviele Dinge sind es, wo man sagen kann, das ist Liebe, nicht nur in schönen Tagen.


    Aber er wußte ja bis zum Schluss, wie elend es ihm ging, er hat als nur zu mir gesagt: ach Butzele, mein Herz, ich weiss, daß Du da bist, aber das reicht nicht. Er war bis zum Schluß ein so schöner Mann mit einem wahnsinnigen scharfen Verstand, allein diese Durchblutungsstöungen wegen diesen ganzen Narkosen haben ihn kaputt gemacht, doch sein Verstand war bis zuletzt sehr scharf, deshalb hat er auch gewartet im Krankenhaus, bis ich aus dem Zimmer ging, dann hat er losgelassen.


    Mein Medium hat mr erzählt, er hat das deshalb gemacht, weil er wußte, ich hätts nicht verkraftet, wenn er in meiner Hand gestorben wäre.


    Einmal nach dem Aufwachen bin ich zu ihm und hab mich einfach über seine Beine gelegt und hab gesagt: ach Jürgi, dann hat er seine Hand auf meine Schulter gelegt, wie zwei Kinder, die wußten, es ist alles so hoffnungslos.


    Ich hab Liebe erst kennengelernt, als ich ihn traf.


    Angela

  • Liebe Angela,

    Ja tatsächlich, DAS ist Liebe!

    Auch ich hatte einen wunderschönen Mann.

    Und manchmal habe ich in meiner Tätigkeit innegehalten und ihn einfach nur beobachtet.

    Wie er so da saß, in seine Schreibereien vertieft, oder im Fernsehsessel eingeschlafen.

    Er war für mich der schönste Mann der Welt und auch ich wollte ihn immer nur berühren und abküssen und am Liebsten mit ihm verschmelzen.

    Ich habe die Liebe nur einmal kennen gelernt und sie hat mich den Großteil meines Lebens begleitet und sie ist immer noch da und wird auch niemals vergehen.