Mein Leben , mein Herz,meine einzige Liebe,mein Halt ,mein bester Freund .....einfach fort! ein bester Freund ist

  • Still ist es hier bei mir geworden, in meinem/unserem Zuhause...fast 6 Wochen nach dem Tag X , nach unserem persönlichen Supergau.

    Ich hab gestern das erste mal nun meine neuen Glückspillen genommen, die haben mich ganz schön aus den Puschen gehauen. War ein komisches Gefühl. Ich war so emotionslos und hab nur gespürt das da ganz unten noch was ist....so in etwa wie.....ach ja stimmt ....Ronald ist gestorben. Das ist alles an Hilfe was man für uns übrig hat. Das ist keine Trauerbewältigung, damit wird der Trauerprozess unterdrückt. Aber ich füge mich dem im Moment denn ich muss für meinen 16 jährigen wieder ein stabiles Zuhause schaffen.


    Traurig bin ich im Moment vor allem das wir ...ich und meine Kinder allein damit sind.


    Die Familie von beiden Seiten ....da ist absolut nichts an Unterstützung zu erwarten. Die haben nicht mal ihr Beileid ausgedrückt und denen ist unsere Familie nach wie vor egal und das obwohl es noch nicht einmal Streit oder ähnliches gegeben hat.


    Freunde? .....ich frag mich ob wir überhaupt jemals welche hatten. Ja...meine beste Freundin , die aber leider auch 2012 gestorben ist....die wäre für uns da gewesen.


    Mein 16 jähriger ist immer noch nicht in der Schule. Ich werd mit ihm zusammen heute hier mal aufräumen und nochmal bei unserer Krankenkasse anrufen ob nicht wenigstens er zum Therapeuten gehen kann . Es muss ja irgendwie möglich sein das wir da Hilfe bekommen. Mit mir spricht er nicht über den Tod seines Papas.



    Als ich vor 5 Wochen einer Freundin schrieb ....die hier bei mir im Ort wohnt....ich kann nicht mehr ich weiß nicht ob ich so weiterleben kann , bekam ich von ihr eine scharfe Zurechtweisung....das das auch unfair ihr gegenüber und allen anderen gegenüber wäre denen wir etwas bedeuten. Aber wo sind die Menschen....denen wir angeblich etwas bedeuten ? Jedenfalls nicht an unserer Seite in einer der schwersten Zeit die wir durchmachen.


    Ich hab nur gedacht....die spinnt doch...die brauchen doch nur weitermachen wie bisher und wie sie es jetzt auch tun....dann ist für sie doch alles gut.


    Es tut so weh mitzuerleben das sämtliche Fröhlichkeit die hier mal wohnte ausgezogen ist und die Traurigkeit dafür eingezogen. Dabei ist es noch garnicht so lange her wo die Fröhlichkeit noch hier war und ich kann im Moment nichts daran ändern.


    Ich hab jetzt auch das Buch von Sue Dhaibi ....mit dem jenseits kommunizieren ....durch. Auf diesem Weg werde ich bleiben....nur für meine Kinder ist das kein Trost....sie wissen nichts davon. Gleichzeitig hab ich aber das Gefühl meine Kinder sozusagen im Stich zu lassen aber reden kann ich mit ihnen darüber so offen noch nicht.

  • Liebe Anja,


    so gerne würde ich Dich trösten, aber mir fehlen die richtigen Worte, und ich nehme Dich einfach nur wortlos in den Arm.


    Luse (und Ich)

  • Liebe Anja,


    diese Erfahrungen die du jetzt machen musst - zusätzlich zu dem Schmerz um deinen Mann - dieses Verlassenwerden von vermeintlichen Freunden bzw Familienmitgliedern - das ist sehr schmerzlich und enttäuschend.


    Ich finde keine Worte dafür - ausser böse - und die will ich hier nicht schreiben... .Sie würden dir aber auch nicht helfen...


    Gut, dass du dieses Forum gefunden hast und hier schreibst.

    Wir hören dir zu und verstehen dich... Mehr können wir leider von hier aus nicht tun.


    Fühl dich aus der Ferne umarmt und begleitet.


    Ich wünsche dir, trotz der unsäglichen Situation, viele "gute", lebbare Augenblicke, die dich etwas aufbauen und Ruhe schenken.


    Komm gut durch den Tag und pass auf dich auf.


    blaumeise :24:

  • Liebe Anja,

    es ist einfach nur gemein, dass Verwandtschaft und Freunde Dich nicht unterstützten, ich kann so etwas nicht verstehen. Ich wünsche Dir von Herzen, dass Du Ruhe findest, die Dich wenigstens manchmal durchatmen lässt.

    Sei behütet

    Liebe Grüße

    Sommermond

  • Liebe Anja!

    Ja jetzt lernt man erst die whren Freunde kennen,die eigentlich für einen da sein sollten,aber die verstehen

    es einfach nicht und denken gar nicht darüber nach wie wichtig es wäre wenn sie zu dir stehen würden

    und für einen da wären.Ich schicke dir eine liebe :30:

    Liebe Grüße Helga

  • Danke für Eure lieben Worte. Im Moment bin ich frustriert. Ich weiß nicht wie und wie lange ich das alles noch allein schaffe.

    Die Tabletten hauen mich runter , ich hab heute fast nur geschlafen aber ohne geht's auch nicht.

    Morgen ein neuer Versuch alles zu schaffen was auf dem Plan steht. Ich schaff es heute Abend nicht zum Stall also muss ich morgen ganz früh hin und dann meinen Sohn zur Schule bringen dann kurz Pause und dann arbeiten. Aber so kann ich heut Abend nicht mehr Auto fahren. Ich und meine 4 Kinder ...wir stehen allein vor der Bewältigung aller Aufgaben.

    Ja....in der Not lernt man seine Freunde kennen. Das wird nicht spurlos an uns vorüber gehen ...ganz sicher nicht.

    Das macht mich alles so zusätzlich traurig. Ronald und ich , wir waren immer zur Stelle wenn jemand Hilfe brauchte.

    Aber ich sehe darin auch eine Lernerfahrung und ich werde achtsamer mit meiner Zeit zukünftig umgehen, das haben Ronald und ich leider nie getan.

    Ich weiß das klingt jetzt verbittert aber wenn wir das einigermaßen durchgestanden haben dann können mich alle mal .....(ihr wisst schon wo).

  • Ist grad wieder ganz schwer. Ich will mein Leben zurück....so wie es war. Ich kann noch nicht nach vorne schauen. Leb nur noch in der Vergangenheit, schau mir Bilder an die ich kurz vorher gemacht habe, kleine Videos auf meinem Handy....nur um nicht so einsam zu sein ....ich bin immer noch in dem Zustand , das ich es nicht fassen kann und frag mich immer warum passiert uns das jetzt. Ich weiß hört sich irre an aber es kommt einfach nicht in meinem Kopf richtig an. Ich fühl mich wie eine Aussätzige. Mein Haushalt geht den Bach runter....ich Brauch für jede Kleinigkeit soviel Anläufe da ist der Tag schon wieder rum bevor ich überhaupt was geschafft habe.

    Mich frustriert das ...ich müsste unser Zuhause in Ordnung bringen aber gleichzeitig müsste ich raus aus dem Haus weil es mir dann besser geht. Im Haus den ganzen Tag dann bin ich abends richtig durch. Unser Zuhause in dem wir 20 Jahre zusammen gelebt haben. All die Erinnerungen....das macht mich fertig.

    Abends allein ins Bett, morgens allein aufstehen.

  • Liebe Anja,

    natürlich kannst Du noch nicht nach vorne schauen, alles ist noch viel zu frisch. Es ist verständlich, dass die Hausarbeit nicht klappt, das ist vielen hier im Forum so ergangen. Trauer ist Schwerstarbeit und kostet sehr viel Kraft körperlich und seelisch. Das ist ein ambivalentes Gefühl mit den schönen Erinnerungen, einerseits machen sie unsere Herzen warm, andererseits zeigen sie die Dimension unseres Verlustes. Es ist schwierig, mit sich selbst etwas Geduld zu haben, aber es hilft ein wenig. Anja, Du bist nicht alleine, so oder ähnlich geht es vielen von uns.

    Lass Dich tröstend drücken

    Liebe Grüße

    Sommermond

  • du drückst es richtig aus . Auf der einen Seite kann ich es nicht lassen mir vor allem die letzten Bilder anzusehen ....die Sehnsucht ist so gross und auf der anderen Seite macht mich das wieder so traurig. Ich rechne dann immer nach . Ich sitze am Wochende vorher mit ihm auf unserer Terasse , wir machen noch Bilder von unserem Hund und ein Video und nur eine Woche später sitze ich in Rickling und bin am Boden zerstört. Da kommt der Kopf nicht mit, weil es niemand geahnt hat, nicht vorhersehbar war .

    Hab vorhin mit meinem ältesten Sohn telefoniert....der ist so fertig....eigentlich immer noch nicht richtig arbeitsfähig, quält sich durch den Tag , hat aber zum Glück jetzt einen Therapeuten. Mir tut das unendlich leid ....ich glaub das kann hier jede Mutter nachvollziehen....wenn man seine Kinder leiden sieht und meine sind ja nicht mehr so klein und trotzdem , meine Tochter, die mehr die Verdrängungsschiene fährt ist jetzt krank....die Trauer sucht sich einen Weg .

  • Liebe Anja,

    die Trauer sucht sich einen Weg .

    oh ja, die Trauer sucht sich ihren Weg.

    Über ein Jahr lang (etwa eineinhalb Jahre zusammengenommen) nach dem Tod meiner Mutter bin ich jeden (!) Morgen mit Übelkeit aufgestanden und musste mich schließlich übergeben.

    Jeden Tag.

    Erst gegen frühen Nachmittag beruhigte sich mein Körper.

    "Erholt" habe ich mich immer erst am Abend bis tief hinein in die Nacht.

    Meist bin ich bis 4 Uhr wach geblieben, habe Fernsehen oder Filme und Serien geschaut und die nächtliche Stille in mich aufgenommen. Und meine Nerven beruhigt. Da ich selbstständig bin, konnte ich mir diesen seltsamen "Zeitplan" erlauben.

    Ich war so fertig zu dieser Zeit. So unglaublich fertig und traurig.

    :(

  • Liebe Anja!

    Ja es macht dich sicher ganz fertig,das dein Sohn so leidet,und es tut so weh und du leidest auch

    so sehr unter der ganzen Situation und keiner kann helfen.Es wird noch ein langer Weg werden,

    Ich habe auch alles so langsam gemacht und gar keine Lust zum putzen ,kochen gehabt,das

    war mir alles so egal.Dann schaut man sich schöne Fotos an und lächelt und dann ist die

    Trauer wieder so groß,weil es so schmerzt die schönen Bilder zu sehen und zu wissen,das

    es nie mehr so eine schöne zeit geben wird.Das schlimmste ist immer das alleine,aufstehen,

    alleine schlafen,alles alleine machen und ich rede sovuiel am Tag mit dem Bild von Ralf,dachte

    am Anfang auch,wenn dich jemand so sieht,aber ich brauche das,genau wie ich in jedem

    Zimmer ein Bild von ihm stehen habe,so ist er immer bei mir.Ja die Trauer zieht einen ganz

    schön nach unten.Liebe Grüße Helga

  • liebe Anja

    Ich bin erst seit gestern in diesen Forum, und beim durch lesen, bin ich auf dich gestoßen. Meine große Liebe, ist am 11 .April gestorben , vor 154 Tagen...und alles was du schreibst, hab auch ich mitgemacht, und tu es teilweise immer noch.

    Die Witwenpension ist bei mir immer noch nicht durch, die Existenz Ängste, das Gefühl nicht mehr leben zu wollen, bei ihm sein , geborgen, nicht mehr so einsam. Auch ich habe 4erwachsene Kinder , die völlig überfordert sind, mit mir und meiner trauer, und auch seine Familie, die sich völlig abgewandt hat, und Freunde die verschwunden sind, so wie mein gesamtes Leben.

    Den Hut ziehe ich vor dir, das du gleich weiter machen konntest, oder musstest, und das auch bewältigt hast, auch wenn mehr schlecht als recht, wie du sagst. Ich war gute 6 Wochen, unfähig....zu allen.

    Die anti depressiva hab ich kurzzeitig auch genommen, um etwas Ruhe zu finden, aber ich merkte bald schon, das ich die Trauer nur unterdrücke, dann kommt sie eben später aber sie kommt, muss sie ja auch, ein Schutz, ohne trauer würden wir den Druck nicht aushalten. Wie ein Topf wo ein Deckel drauf ist, da siehst du den Inhalt auch nicht, aber er ist immer noch da.

    Ich weine immer noch täglich, öfter sogar, hab manchmal richtige schrei und wein Krämpfe, aber das ist eben so .

    Lernen , begreifen was da passiert ist, weit davon entfernt...unser jetziges Leben annehmen...nein will ich nicht...was soll daran schön sein. Die Einsamkeit, die Stille....was bitteschön...

    Ich durfte nur fast 10 Jahre, mit meiner großen Liebe verbringen, und ha auch ich denke oft wie viel Zeit wir mit so viel unnötigen vergeudet haben. Er war nicht meine erste Liebe, aber meine große und mit Sicherheit meine letzte. Auch ich erst 53... er war erst 52, ...muss ich noch 30 Jahre oder länger hier ausharren, während in seiner Welt es keine Zeit giebt...wenn es denn so ist...seh ich ihn den wieder, ....auch ich hab einen Termin bei einen Medium, aber erst Ende Jänner...du siehst viele Gemeinsamkeiten.

    Rat kann ich dir keinen geben, schaff ich ja nicht mal für mich einen zu finden, nur das eind denke ich aus diesen Wochen gelernt zu haben.... unsere lieben wollen nicht das wir so leiden, das wir solch Gedanken haben, und ich glaube auch das mein Walter immer bei mir ist, ganz fest denk ich daran das gibt mir Kraft...und die brauchen wir.

  • Ich danke Euch für Eure lieben und verständnisvollen Worte. Ich bin so froh hier einen Ort gefunden zu haben an welchem ich verstanden werde mit meinen Gefühlen, meiner Trauer , dem Schmerz ,meiner Angst und meinen Zweifeln.

    Renate 1967

    Ja man findet sich hier bei vielen wieder auch wenn jeder Verlust etwas anders ist .....die Gefühle, die Trauer , der Schmerz und alles was noch dazukommt das ist überall gleich. Das zeigt mir aber auch....ich bin nicht die einzigste, ich bin nicht allein damit und das tut....trotz der mehr als traurigen Umstände weswegen ich in diesem Forum bin....gut.

    Ja es ist hart, es ist ehrlich hart und schmerzhaft. Eigentlich hab ich keine Kraft ....das überdecke ich mit Tabletten damit ich arbeiten kann. Jetzt kommt noch hinzu , das ich eine unwahrscheinliche Sehsucht nach Ronald verspüre. Wir waren ja nie getrennt außer er hat am Tag gearbeitet, dann hatten wir auch ansonsten viel um die Ohren. Das wir uns lieben wussten wir aber es war eben auch selbstverständlich das der andere da war. Jetzt sind wir sozusagen seit 7 Wochen getrennt und die Liebe kommt jetzt so präsent durch, lebt wieder richtig auf...nur er ist nicht da und wird in der Form wie vorher auch nicht mehr da sein.

    Wenn ich mir jetzt seine Bilder ansehe denke ich nur....ja ich liebe Dich, Du bist der Einzige und Richtige für mich, mit Dir will ich mein ganzes Leben verbringen. Das tut dann nochmal zusätzlich richtig weh, das bringt nochmal zusätzlich Verzweiflung und eine Sehnsucht nach ihm. Ich habe irgendwie nicht das Gefühl das das besser wird mit der Zeit....eher das Gefühl das ich mich irgendwann mit dem was mir geblieben ist und bleibt zufrieden geben muss aber er wird immer der Einzige und Richtige und meine ganz grosse Liebe bleiben. Mehr kann ich jetzt nicht schreiben weil mich grad eine riesen Welle der Traurigkeit überrollt. 😭

    Liebe Grüsse an Alle hier💔

  • Mich macht das grad alles so fertig. Die Schwester von meinem Ronald hört nicht auf mich anzugreifen, schreibt mir Sachen um mich zu verletzen. Ich weiß nicht wie ich das aushalten soll. Ich kämpfe jeden Tag um den Tag zu überstehen, freue mich über jeden Moment am Tag an dem es mir etwas besser geht.

    Ich mag nicht mehr...ich würde am liebsten meinem Ronald folgen , wieder bei ihm sein . Ich schau zu meinem 16 jährigen und es tut mir so furchtbar leid.

  • Liebe Anja

    Willkommen im Club, der Bruder von meinen Mann ist eine einfache Katastrophe, er ist nur böse und schlecht zu mir, an allen hab ich schuld , ein Zustand, ich habe aufgegeben mich zu verteidigen, und vor allen meine Liebe zu verteidigen, er redet auch nur schlecht über ihm , das tut weh, aber ich bin an dem Punkt, wo ich mir denke, glaub was du willst, ich weiß wie es war und ist. Ich habe gar keinen kontakt mehr mit der Familie von meinem Mann, leider, weil eigentlich hab ich sie alle sehr lieb.