und plötzlich blieb die Welt stehen

  • Hallo ihr Lieben,

    hier bin ich wieder nach einer kurzen Auszeit.

    Es wird Zeit meine Gefühle zu ordnen. Im Moment geht es mir schlecht. Das hat sich in den letzten Tagen nicht verändert.

    Wie ihr so schön sagt bin ich in einer Endlosschleife.

    Also würde es mir bestimmt seh gut tun mit euch darüber zu reden. Ihr seit ja so geduldig. ;(;(<3

    Weihnachten war schlimm hab ich aber irgendwie überstanden, aber dann kam meine Angst vor Silvester. Es sollte mich keiner besuchen. Ich hab immer wieder in Gedanken meinen Ingo angefleht mir zu helfen. Ich habe mir Heidemaries Wünsche in die Hosentasche gesteckt und den Hals voller Tränen gehabt. Der Zeiger der Uhr bewegte sich langsam weiter und der Tag lief wie ein Ritual ab, so als ob mein Ingo noch körperlich bei mir wäre. Es wurde immer schlimmer - aber plötzlich kurz vor 1/2 24 Uhr stieg ein warmes, mich in den Arm nehmendes Gefühl in meinem Körper hoch. Ich mußte lächeln, es ging nicht anders, ich mußte lächeln!!! Ich setzte mich und erwartete zufrieden und ohne Angst das neue Jahr.

    Um 24 Uhr stand ich auf und ging ins Bett. Die Nacht war ruhig und friedlich.

    Am nächsten Morgen kamen die Kinder und Enkel und am Mittag tat sich das Loch wieder auf.......

    .... auch die Angst vor dem Vergessen...

    Ich habe letzten Montag begonnen

    " meine Angst und Verwirrung" zur Seite zu schieben und meine Krümel " Stärke und Kraft" hervor zu holen.

    Ich habe begonnen die Geschichte meines Mannes aufzuschreiben - für mich - für meine Kinder und für meine Enkel.

    Die ersten Seiten flutschten mir einfach in den Computer. Mir ging es relativ gut. Ich hatte viel mit ihm am Grab zu bereden. Fragte ihn nach dies oder jenem. Heulte, wenn das Leben für ihn nicht so einfach war und redete mit den Vögeln auf dem Friedhof. Ich lud sie nach Hause ein (300m) und achtete darauf das immer genug Vogelfutter in den Häuschen ist.

    Mein kleiner Corsa ist Ende Dezember ausgestiegen. Er wurde repariert, ist wieder ausgestiegen und wurde wieder repariert mit der Diagnose -Schrott-.

    -> Belastung was jetzt!

    Je zeitlich näher ich in meiner Geschichte unserem normalen Leben komme um so weniger möchte ich mich damit auseinander setzen.

    Ich glaube, ich bin noch nicht soweit. Aber wann ist davon auszugehen? Ich darf nicht vergessen....

    : du mußt..... du willst...... du kannst nicht.....:95::95::95::33::33::33:

    LG

    Euer verwirrtes Rienchen

  • Liebe Rienchen,


    schön, wie Du Deine Sylvesternacht beschrieben hast. Vögel sind auch für mich so eine Art Botschafter.


    Ich glaube nicht, dass wir etwas wesentliches aus unserem gemeinsamen Leben vergessen. Aber ich habe ja auch 67 gemeinsame Jahre mit meiner Schwester haben dürfen.


    Wenn es Dir im Moment schwer fällt, über Euer normales Leben zu schreiben, könntest Du vielleicht versuchen, Deinem lieben Mann Briefe aus Deiner aktuellen Zeit zu schreiben. Er begleitet Dich ja.


    Sei tröstend umarmt

    Sommermond

  • Hallo ihr Lieben,

    das Jahr 2021 hat wieder streßig begonnen.

    Mein Corsa ist kaputt. Er springt nicht an und streikt. Ich habe schon über tausend € im Januar reingesteckt und es wird nicht besser.

    Ich muß ja noch arbeiten und abends alleine auf den Parkplatz- geht gar nicht.

    Ich hab mir ein vernünftiges Auto ausgesucht und gekauft. Meine Ersparnisse gingen in den Keller- aber alles gut.

    Nach 14 Tagen bekam ich von der Opelbank Post. Das Auto meines Mannes war finanziert statt geleast und über mehrere Fahrzeuge , die jeweils nach 2 Jahren ausgetauscht wurden, mit einer Ballonrate von einer unvorstellbaren Summe. Wir haben es zwar im August ( 8 Monate alt) mit Schlüssel, Papieren und Vollmacht an das Autohaus zurückgegeben, aber die haben es in der Ecke stehen lassen und sich nicht gekümmert...... Wertverfall..

    ... und gesagt sie kümmern sich es wäre erledigt. Jetzt so was.

    Meine Lebensplanung wird weiter herumgewirbelt. Ich kämpfe - Ich hatte für uns eine sorgenfreie sichere Zukunft geplant und eingestielt.

    Jetzt bleibt nicht mehr viel davon übrig. Ich muß arbeiten, arbeiten und arbeiten. Hoffentlich bleibe ich gesund!

    Ich schaffe es, ich muß es schaffen. Ich muß stark sein.

    In 4 Wochen wird mein neuer Zaun montiert (2. Hälfte). Bestellt und gefertigt zu guten Zeiten und Mitte März dieses Jahres soll er montiert und bezahlt werden (Aluminium Pulverbeschichtet).

    Ich schaffe das, ich muß das schaffen.

    Ich weiß es gehört nicht hier hin, aber zu meiner Trauer kommt jetzt noch Exestenzangst.

    Ich klage auf einem hohen Niveau. Ich wohne in einem schuldenfreien schönen Haus.

    Es geht um mein Selbstwertgefühl und das Lebenswerk meines Mannes. Ich werde für uns beide einstehen und stark sein.

    LG

    unsicheres Rienchen

  • liebe Rienchen <3:24::30::24:<3


    ganz entschieden NEIN<3 :24::30: . du klagst für mich nicht auf einem hohen Niveau...

    Du arbeitest und arbeitest und arbeitest

    und das alles MIT deiner Trauer... alleine das du richtig schreibst .

    Ich MUSS noch arbeiten erfordert viel Kraft <3:24:<3 und macht Angst :huh:


    Viele hier wissen , was viele Ausgaben haben bedeutet. Auch dein mehr wie ein Satz

    Hoffentlich bleibe ich gesund!

    ist schon wahrhaftig wahr.<3 das Gefühl Kraft und Sicherheit zu BRAUCHEN ist gerade ja durch den Tod zum Teil weggenommen worden

    Meine Lebensplanung wird weiter herumgewirbelt. Ich kämpfe - Ich hatte für uns eine sorgenfreie sichere Zukunft geplant und eingestielt.

    Ich kann dir "nur" soviel sagen...

    Man überlebt es irgendwie . Es ist eine andere Zukunft wie man sie sich vorgestellt hat.

    Ja, du warst eine Macherin und musst weiterhin eine Macherin sein.

    Gedanklich sende ich dir Kraft <3:):):):):) und Energiegrüsse:24::24::24::24::24:<3<3<3<3

    <3Sverja

  • Liebes Rienchen,


    ich glaube, daß die Seele unseres Mannes uns fühlt, wo immer er auch ist.

    Ich werde für uns beide einstehen und stark sein.

    So wird das sein. Genau so:24::24::24:


    Meine finanzielle Situation ist sehr nahe an gefährlich miserabel, weil ich mit 35 drei Hautkrebs OP´s hatte, und nie Geld vom Staat wollte,nie,nie,nie.....solange man noch zwei gesunde Hände hat.... gut angebrochene Finger in meinem Fall aber ansonsten arbeitsfähig,,,,:4:


    Ich sage 3- 5 Mal an Tag, mein Schatz, mach´dir keine Sorgen und die macht er sich, ich kenne ihn doch,


    die Deiche halten, die Deiche halten, die Deiche halten :30::30::30:


    ich glaube zutiefst, daß das auch Liebe ist für euch beide einzustehen und stark zu sein. Und trotzdem, wie dein Nachbar, in den Keller zu gehen und zu weinen.

    <3

    Danke, daß du wieder schreibst- du hast mir gefehlt!!!!<3


    vlG

    Bettina Charlott


  • Liebe Rienchen,

    Natürlich gehört das hierher. Es sind verständliche Sorgen... Es gehört zu dir, zu deiner Trauer.

    Ich find es wirklich stark dass du sein Lebenswerk so schätzt und achtest. Achte aber auch auf dich und deine Grenzen <3

  • Ach meine Lieben,

    liebe stille Perle,

    ich war ja den ganzen Januar nicht im Netz und habe von den Aufregungen in meinen vernebelten Kopf nichts mitbekommen.

    Mit dem Versuch das zu verstehen sah ich in den Beiträgen immer mehr mich. So wie im Frühling die Wiesen voller bunter Blumen sind , so sind auch wir.

    Eine bunte Mischung guter trauriger Menschen - verbunden durch unsere Trauer.

    Unsere Leben aber könnten nicht unterschiedlicher sein...... die gut behüteten, die ewig kämpfenden, die am Abgrund stehenden - aber alle gehalten von ihrer Liebe...... und jetzt allein......

    ich habe in euern Leben mein eigenes wiedergefunden- hatte ich oftmals verdrängt und so habe ich die letzten Tagen begonnen über mich nachzudenken.

    Ich hab ja jetzt Zeit dazu.

    Ich habe die ganzen Jahre die Scherben meines Lebens sorgsam in einen Topf versteckt. Versteckt vor meiner Umwelt, versteckt vor mir - und nein nicht vergessen sondern verdrängt.

    Mein Mann ist tod - hat mich nun einfach alleine gelassen- ich hab mein ganzes Leben für diese Liebe gekämpft- diese Ohnmacht.

    Ich habe die letzten Wochen versucht mit diesem schweren Stein den Topf abzudecken, das ich all diese Scherben nicht sehen muß um langsam zu heilen.

    Es klappt aber nicht. Ich glaube um zu heilen muß ich den Topf ausschütten und mir die Scherben ansehen, Stück für Stück sortieren und aussortieren und Frieden mit mir schließen. So kann meine Seele anfangen zu heilen.


    Es gibt so viele Baustellen und alle sind wichtig!


    LG

    Rienchen

  • Ich glaube um zu heilen muß ich den Topf ausschütten und mir die Scherben ansehen, Stück für Stück sortieren und aussortieren und Frieden mit mir schließen. So kann meine Seele anfangen zu heilen.


    Es gibt so viele Baustellen und alle sind wichtig!

    Guten Morgen Rienchen,

    hab den Mut dazu.

    Liebe Grüße,

    Karin