Umfrage Trauer

  • Liebe Forumsmitglieder,

    Ich stelle euch hier einen Link zu einer Umfrage der Universität Koblenz ein. Vielleicht möchte jemand teilnehmen. Es könnte helfen, dass Trauerangebote besser angepasst werden können.

    Liebe Grüße <3

    Isabel


    "Liebe Trauernde, zunächst möchten wir Ihnen unser aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist sehr schmerzhaft. Noch schmerzhafter vielleicht, wenn eine globale Pandemie das allgemeine Leben, mitsamt hilfreichen Angeboten zur Überwindung der Trauer, zusätzlich einschränkt. Wir, Forschende der Universität Koblenz-Landau, möchten herausfinden, wie Menschen mit ihrer Trauer umgehen und welche Rolle digitale Angebote dabei spielen. Die Erkenntnisse können anschließend an Fachpersonal der Trauerarbeit weitergegeben werden, um Angebote zur Trauerbewältigung zu schaffen und anzupassen. Die Teilnahme ist selbstverständlich anonym und kostenlos. Mit Ihrer Unterstützung würden Sie uns und anderen Trauernden sehr helfen. Wie lange ein Todesfall zurück liegt oder wie lange Sie schon trauern, spielt für die Teilnahme keine Rolle."


    Wir bedanken uns und wünschen Ihnen viel Kraft und Zuversicht!



    https://www.soscisurvey.de/digitaleverarbeitung/






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    Liebe Trauernde, zunächst möchten wir Ihnen unser aufrichtiges Mitgefühl aussprechen. Einen geliebten Menschen zu verlieren ist sehr schmerzhaft. Noch schmerzhafter vielleicht, wenn eine globale Pandemie das allgemeine Leben, mitsamt hilfreichen Angeboten zur Überwindung der Trauer, zusätzlich einschränkt.Wir, Forschende der Universität Koblenz-Landau, möchten herausfinden, wie Menschen mit ihrer Trauer umgehen und welche Rolle digitale Angebote dabei spielen. Die Erkenntnisse können anschließend an Fachpersonal der Trauerarbeit weitergegeben werden, um Angebote zur Trauerbewältigung zu schaffen und anzupassen.Die Teilnahme an der Studie dauert etwa 20 Minuten und ist selbstverständlich anonym und kostenlos. Mit Ihrer Unterstützung würden Sie uns und anderen Trauernden sehr helfen. Wie lange ein Todesfall zurück liegt oder wie lange Sie schon trauern, spielt für die Teilnahme keine Rolle.https://www.soscisurvey.de/digitaleverarbeitung/Wir bedanken uns und wünschen Ihnen viel Kraft und Zuversicht!


  • Liebe Isabell,

    ich habe die Online- Befragung eben auch gemacht.


    G.l.G. Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Isabel L.K.

    Liebe Isabel, hast Du Kontakt zu den Initiator*innen dieser Studie?

    Vielleicht sind sie an ein paar (besserwisserischen) Anregungen interessiert?


    Ich habe auch dran teilgenommen.

    Teilweise waren die Fragen überraschend präzise gestellt, allerdings hautsächlich zu Anfang fand ich sie auf Trauernde

    gut abgestimmt, der zweite Teil wirkt eher so als sei er aus einer allgemeinen "Befindlichkeitsstudie"

    übernommen und nicht mehr gezielt an Trauer orientiert. Daher passten einige Fragen und Antworten nur sehr diffus.

    Der Eindruck eines zweiten leider relativ gedankenlos übernommen Teils verstärkt sich für mich

    immens durch die letze Kategorie: "Wohlfühlfrage"


    Warum muss am Ende einer Umfrage zu einem sehr ernsten Thema überhaupt

    unbedingt die Kategorie "Wohlfühlfrage" kommen?

    Liege ich richtig mit meiner Vermutung, dass diese Kategorie einzig dem Zweck dienen soll die "Probant*innen" nicht mit einem "schlechten/ernsten" Gefühl diese Studie beenden zu lassen?

    Sondern mit einer für sie "positiven/angenehmen" Grundstimmung nach dem die vorherigen Themen vielleicht aufwühlend waren?

    (Ich kenne solche Ratschläge mit dem "positiven Schlussgefühl"aus diversen mehr oder minder guten "Führungskräfte-Coaching-Seminaren"... oder von etwas unbeholfen Therapeut*innen, die die letzten 5 Minuten der Sitzung versuchen noch "umzubiegen")

    Ein an sich vielleicht nachvollziehbarer Zweck, aber diese Fragen sind wirklich kopflos gestellt, wenn man den Zweck und Inhalt der

    Studie berücksichtigt: Trauer.


    Über die positive Grundstimmung, die die erste (Wohlfühl)Frage ob ich meine Pommes lieber mit Mayo, Ketch-Up oder mit ohne-alles

    esse bei mir persönlich erzeugt, würde ich nicht diskutieren.

    (Sondern mich nur etwas kopfschüttelnd wundern, sie eben beantworten. Und fertig.)


    Die zweite Frage hingegen ist "dünnes Eis", sehr dünnes für Trauernde - zumindest für mich.

    Sich am Ende einer Trauerumfrage an das "schönste Urlaubserlebnis" erinnern zu sollen ist alles, aber sicherlich keine

    nonchalante "Wohlfühlfrage" mit der man die Probant*innen dann freundlich in entspannter Grundstimmung verabschiedet.

    Für mich - ich denke da kann ich jedoch auch getrost für sehr viele andere Trauerende sprechen - sind Erinnerungen an

    gemeinsame Urlaubsreisen natürlich sehr schöne Erinnerungen, aber auch sehr schmerzhafte.

    Denn gerade an Hand dieser Erinnerungen ist das "Nie wieder" ganz besonders greifbar...


    Wenn schon eine zweite Wohlfühlfrage sein muss, dann wäre es sicherlich gut diese etwas anzupassen,

    da es ohnehin nicht mehr wirklich Teil der Studie zu sein schein, wäre etwas unverfänglicheres als "Urlaubserinnerungen"

    meiner Einschätzung nach für alle Beteiligten zielführender.

    Denn auf mich hatte die Frage den absolut gegenteiligen Effekt... nachdem doch viele der vorherigen Fragen wirklich

    ausgearbeitet und auch sensibel auf den Umgang der Trauer abgestimmt waren wirkt dies noch holpriger.


    Es wird auch nicht besser, wenn dann abschließend scheinbar wieder extra für Trauernde nochmals verantwortungsbewusst

    die verschiedenen Not-Hotlines aufgeführt werden... Von Pommes, über Urlaubserinnerungen zu Not-Hotlines?

    Da ist den vorher sehr auf Triggerwarnungen bedachten Forscher*innen - ich nehme an unbewusst durch die Übernahme

    von Teilen aus einer anderen Studie ein ziemlicher "Kalauer" passiert.


    Mein Feedback ist durchaus als konstruktiv zu sehen und vor allem als Schutz der Trauernden.... vor

    dieser Frage am Schluß, die tatsächlich für mich eine Triggerwarnungen verdient gehabt hätte.


    Herzlichst,

    Tereschkowa


    PS: Sehe ich das als Einzige von denjenigen die ander Studie teilgenommen haben so kritisch?

    Ich traue mir ja selbst nicht mehr.

  • Danke, liebe Tereschkow, für das detaillierte und reflektierte Feedback zur Studie, an der auch ich teilgenommen habe.

    Mir sind genau dieselben Fragen aufgestoßen (übel aufgestoßen). Ich fragte mich an dem Punkt, ob bei der Konzeption der Umfrage "Betroffene" beteiligt waren.

    ***Niobe

  • Ich fragte mich an dem Punkt, ob bei der Konzeption der Umfrage "Betroffene" beteiligt waren.

    Liebe Niobe,

    zumindest nicht im zweiten Teil der Befragung.

    Im ersten erscheint es mir schon so ... zumindest ist der erste Teil gut recherchiert, deshalb

    fällt die Zweiteilung so stark auf.

    Ich mache bei solchen Studien gerne und immer mit,

    wenn solche Studien nicht offensichtlich Marktingzwecken gedacht sind, um Trauernden unnötiges Zeugs

    anzudrehen. (Leider ist es fürchte ich ein sich rasant entwickelnder Markt...)

    Denn in diesem Bereich gibt es - wie wir alle wissen - viel zu tun, gerade auf der Ebene der therapeutischen und arbeitsrechtlichen

    Unterstützung bzw. alle möglichen Unterstützungen.


    Mir würde sehr vieles einfallen, was "man" verbessern könnte und sollte.

    Leider bin ich zu beschädigt, um mich aktiv dafür einzusetzen... daher versuche ich zumindest durch die Teilnahme an solchen Studien

    etwas dazu beizutragen.

    Ich danke Dir sehr für Deine anerkennenden Worte.

    Herzlichst,

    Tereschkowa

  • Liebe Tereschkowa,

    Danke für dein ausführliches Feedback. Wir haben von ihnen eine Mail adresse, wenn du erlaubst, würde ich ihnen das Feedback gerne (anonym)zukommen lassen. Ich denke so eine ehrliche Meinung von Betroffenen ist sehr wichtig für sie, weil sie vieles nicht bedenken.


    Du hast Recht, so "Wohlfühlfragen" werden gerne verwendet um die Menschen in ein positives Grundgefühl zurück zu führen- aber die gute absicht bringt natürlich nichts, wenn sich dahinter für manche Trigger befinden.


    Ist es in Ordnung wenn ich es weiterleite?

    Liebe Grüße <3

  • Hallo ihr Lieben,

    Wir bekommen oft Anfragen ob hier etwas geteilt werden kann (Umfragen, Studien etc.) Das meiste lehne ich ab.

    Dafür ist das Forum ja auch nicht gedacht. Aber heute möchte ich doch etwas teilen, aus dem Forschungszentrum.

    Es geht um Therapien für Trauernde. Es ist leider nur in Deutschland, und es wird alles mit den Krankenkassen abgerechnet.

    Das ist hier in Österreich leider nicht so. Und viele können, es sich nicht leisten Hilfe in Anspruch zu nehmen.

    Auch eine Online Variante gibt es.


    Vielleicht fühlt sich ja jemand angesprochen. Sollte sich jemand dafür entscheiden, würde ich mich über Erfahrungsberichte freuen.

    Liebe Grüße <3

    Isabel



    Liebe Mitglieder,

    nach dem Verlust einer geliebten Person, trauern Menschen sehr unterschiedlich lang und intensiv. Normalerweise lässt die Trauer innerhalb der ersten sechs Monate nach und kehrt vermehrt nur an besonderen Tagen, wie z.B. Jahrestagen zurück.

    Einige wenige Trauernde erleben allerdings besonders intensive und langanhaltende Trauerreaktionen, die zu einer besonderen Belastung und Leidensdruck führen:

    • Betroffene haben auf Grund der Trauer Schwierigkeiten, ihren Alltag zu bewältigen

    • Personen mit anhaltender Trauer berichten von starkem Trennungsschmerz und einer intensiven Sehnsucht nach der verstorbenen Person

    • Den Tod zu akzeptieren, bereitet ihnen häufig Schwierigkeiten

    • Oft kreisen die Gedanken um die verstorbene Person.

    Betroffene verspüren auch große Einsamkeit seit dem Todesfall oder haben Schuldgefühle

    • Häufig versuchen sie alle Erinnerungen, Gedanken und Gefühle

    an die verstorbene Person und deren Tod zu vermeiden Für Menschen mit anhaltender Trauer, reicht die Unterstützung durch Familie, Freunde und die Community oft nicht aus, um eine starke Besserung zu erzielen.

    Im Rahmen unseres Therapieprogramms PROGRID können Personen mit anhaltender Trauer ein trauerspezifisches Therapieangebot in Anspruch nehmen. Vorausgegangene Studien unseres Therapiezentrums zeigen bereits, dass Betroffene von dieser Therapie erheblich profitieren.

    Die Therapie kann zeitnah begonnen werden und wird mit den Krankenkassen als reguläre ambulante Verhaltenstherapie abgerechnet.

    Neu ist: Aufgrund der Corona-Pandemie kann die Therapie auch als Videotherapie stattfinden.

    In diesem Fall können Sie an allen Sitzungen (bis auf eine, die vor Ort stattfinden muss) von zu Hause aus teilnehmen.

    Ist das Programm geeignet für mich?


    Die Behandlung kommt für Personen in Frage, auf die Folgendes zutrifft:

    • Verlust einer nahestehenden Person

    • Dieser Verlust liegt mindestens ein halbes Jahr zurück (auch

    Personen, die z.B. erst vor 4 Monaten einen Trauerfall hatten, können sich gerne bei uns melden, dann fällt allerdings eine Wartezeit an.)

    • während der Behandlung in unserer Ambulanz wird keine andere

    Psychotherapie in Anspruch genommen. Ausgenommen davon ist die Teilnahme an Selbsthilfegruppen oder Ähnlichem.

    • 18 - 75 Jahre alt

    Wo bekomme ich weitere Informationen?


    Weitere Informationen finden Sie hier:

    www.ku.de/trauertherapie

    Gern überlegen wir in einem gemeinsamen Gespräch mit Ihnen, ob unser Angebot für Sie die richtige Behandlung ist.

    Wohin kann ich mich wenden?

    Bei Fragen oder Anmeldungen wenden Sie sich an:

    Behandlungszentrum Ingolstadt und München:


    Frau Dipl.-Psych. Anna Vogel

    E-Mail: Anna.Vogel@ku.de

    Telefon: 0841 93721956


    Behandlungszentrum Marburg:


    Frau Caroline Wanza, Psychologin (M.Sc.)

    E-Mail: caroline.wanza@uni-marburg.de

    Telefon: 06421 282 3657


    Behandlungszentrum Frankfurt:

    Frau Mirjam Sophie Rüger (M.Sc.)

    E-Mail: rueger@psych.uni-frankfurt.de

    Telefon: 069 798 23973


    Behandlungszentrum Leipzig:

    Frau Julia Treml (M.Sc.)

    E-Mail: trauer-therapie@medizin.uni-leipzig.de

    Telefon: 0341 97 20948