Plötzlich Witwe mit 57

  • Linchen... ❤️Ich denke, jetzt haben wir es endlich, dank Niobe... Ich habe auch etwas gegen dieses Wort, komme damit nicht einig, also... weg mit jetzt... aber jede andere Anregung war auch hilfreich um zu einem Schluss zu kommen...

  • Von Kachler hatte ich sogar das eine Buch

    (habe es später einer freundschaftlich verbundenen Bekannten verschenkt nach Verlust ihrer geliebten Oma).


    Ja, mit bzw . in Beziehung mit unseren Lieben leben.
    Dieser Gedanke gefiel mir bzw. sprach mich an.

  • Ihr Lieben,


    Danke Niobe für diesen Artikel....endlich mal jemand der es ausspricht auf den Punkt bringt, genauso fühle ich und genauso geht es mir.....obwohl mir meine Therapeutin schon so etwas ähnliches auch gesagt hat deswegen fühlte ich mich dort absolut verstanden....und ich gehe meinen Weg mit diesen Gedanken mit meiner Mama jeden Tag.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Niobe , ja. Ein schlichtes, umfassendes Ja. Und danke für's Schreiben und Teilen.


    Unser DU, das jetzt befreit ist von allem Schmerz und Leid, bleibt mit seinem DU verwoben, verbunden, "verlinkt", denn es ist ein Teil von unserem ICH. Und vice versa.


    Kein Widerspruch, im Gegenteil.

    Dass einzig Richtige, das sich nicht falsch anfühlt.


    Ein Herz und eine Seele ...


    das bleibt die Wirklichkeit dieser

    Seelenverbindung.


    Mischi




  • Es muss nicht, aber es darf, das ist mir immer so wichtig.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich meine hier niemanden im Forum, aber manchmal mag ich es auch nicht, wenn Menschen so tun, als hätte ich die „Verpflichtung“ traurig zu sein und es als zu „wenig Liebe“ interpretieren, wenn man gerade Fröhlichkeit leben kann und will.

  • Liebe Hedi,


    natürlich darf man das, ich hab das auch ich lache, habe Spaß, Freue mich und genieße natürlich das soll doch auch so sein.....das darf so sein....

    Dann gibt es die anderen Tage, Momente und ja die Freude der Spaß das Lachen ist eben nicht mehr soooo unbeschwert wie es mal war.


    Vlg. Linchen

  • Es muss nicht, aber es darf, das ist mir immer so wichtig.
    Bitte nicht falsch verstehen, ich meine hier niemanden im Forum, aber manchmal mag ich es auch nicht, wenn Menschen so tun, als hätte ich die „Verpflichtung“ traurig zu sein und es als zu „wenig Liebe“ interpretieren, wenn man gerade Fröhlichkeit leben kann und will.

    .... selbstverständlich "darf" es, wer sollte es verbieten und warum?

    Vielleicht ist das Leben, die Liebe und die Trauer (bzw. die Liebe und das Leben mit der Trauer oder in der Trauer) zudem auch gar nicht auf eine einfache klare Formel zu bringen wie

    traurig = schlecht / fröhlich = gut.

    (Ich persönlich klammere mich daher seit einer Weile an den Begriff der "Stimmigkeit", das nimmt mir den Druck, "es" schaffen wollen zu sollen)


    Sorry, liebe Gastgeberin Sabine, jetzt texten wir dir hier dein Wohnzimmer voll ... soll ich löschen (oder "umziehen")?

  • das bleibt die Wirklichkeit dieser

    Seelenverbindung.

    ... manchmal muss ich da an so etwas banales wie Milchkaffee denken: Kaffee und Milch können verschmelzen ... aber lassen sich nicht wieder trennen...


    Oder Bronze... kann das Kupfer das Zinn "loslassen"

  • Danke für diesen Beitrag Niobe , es spricht mir aus dem Herzen und ich werde mich wohl demnächst intensiver mit Kachler befassen ... ich werden meinen Mann nicht loslassen, denn wie so schön im Vorfeld geschrieben wurde, wir haben uns schließlich nicht freiwillig von unseren geliebten Menschen getrennt.


    Liebe Grüße




    Crafar

  • Nach jetzt schon 18 Monaten ...


    ... ist die "Schonzeit" vorüber, so scheint es mir, das Leben verlangt mir jetzt auch wieder andere Dinge ab wie aktuell die Sorge um und für meine Eltern. Ich hab nun auch, jedenfalls fürs Erste, die Aufgabe die ich im letzten Jahr immer mal vermisst habe. Sicher nicht das, was ich mir gewünscht hätte, aber danach fragt das Leben ja mitunter nicht, wie wir alle wissen. Und wie gut, dass ich noch da bin, sonst wäre es für meine Eltern ja alles noch viel schwerer, für meinen Bruder und meinen Sohn auch. Ich tue was ich kann und was nur ich so tun kann, im Moment vor allem am Telefon, die anderen beiden was sie können und so ergänzen wir uns. Und vielleicht bin ich in einigen Monaten oder Jahren froh, meinen Eltern am Ende ihres Lebens noch mal so nah gekommen zu sein.


    ... hat all diese Sorge meine Trauer zeitweise weiter in den Hintergrund treten lassen, aber sie findet auch immer wieder ihren Weg zu mir, besonders jetzt wo ich wegen des Urlaubs meines Sohnes und der Veränderung seiner Lebensumstände wieder sehr viel alleine bin. Manchmal kommt es mir jetzt so vor, als sei die Trauer ein Raum, den ich betreten kann, an dem ich aber auch vorübergehen kann, wenn anderes gerade wichtiger ist. Definitiv ein Fortschritt gegenüber den unkontrollierten Wellen im vergangenen Jahr!


    ... hat all das mich weiter wachsen lassen. So habe ich meine Angst vor dem Alleine-reisen bezwingen müssen. Im August fahre ich nochmal zu meinen Eltern, im September traue ich mich dann zum jährlichen Treffen mit den Studienfreunden meines Mannes. Alle etwas älter als ich, alle glücklich zu zweit, mal sehen wie schmerzhaft das dann auch sein wird. Aber ich möchte den Kontakt zu ihnen nicht verlieren und es wird ein weiterer Test, wie das mit dem Reisen für mich in Zukunft möglich sein kann. Und nächstes Jahr möchte ich wieder an die Ostsee. Was letztes Jahr noch unvorstellbar war, kann ich jetzt immerhin schon denken.


    ... hatte ich jetzt auch meinen Jenseitskontakt. Mir hat er gut getan und ich bin überzeugt, dass es wirklich ein Kontakt zu meinem Mann war, auch wenn die ganz spektakulären Beweise bei mir ausgeblieben sind. Auf jeden Fall war es eine unglaublich interessante Erfahrung zu sehen wie so etwas funktioniert und dass eben nicht alles so eindeutig ist wie man es gerne hätte. Aber im Großen und Ganzen habe ich das bekommen was ich mir erhofft hatte und was mir gut getan hat.


    Ich danke euch fürs Lesen und grüße euch ganz herzlich!

    Sabiene

  • Liebe Sabine,

    schicke Dir erstmal eine Stille Umarmung.

    Ja, das Leben fragt meistens nicht danach, was man sich wünscht.....:(

    Bei mir sind es jetzt fast 9 Monate. Seitdem meint meine 86jährige Mutter, die ohne Frage Unterstützung braucht und auch bekommt, ich stehe nun uneingeschränkt für Sie zur Verfügung. Auf Unterstützung durch meine Schwester kann ich nicht hoffen. Sie fühlt sich nicht zuständig.

    Meine Berufstätigkeit und eine Entfernung von 100 km spielen überhaupt keine Rolle. ...von meiner Trauer und einem Recht auf ein eigenes Leben mal ganz abgesehen....:(Sie will, dass "nur" Ich mich um Sie kümmere. Gegen Hilfe von aussen wehrt sie sich "mit Händen und Füßen". Gut, das haben wir allerdings inzwischen geklärt, es muss ein Pflegedienst kommen.

    Deinen Umgang mit dieser zusätzlichen Belastung finde ich sehr bewundernswert und wünsche Dir sehr, dass Dich Deine Kräfte nicht verlassen!

    Ich für mich kann mit dieser zusätzlichen Belastung überhaupt nicht umgehen und muss sehr aufpassen, hier keinen "zusätzlichen Schaden" zu nehmen.

    Dir ganz Liebe Grüße

    Gaby

  • Liebe Gaby,


    das hört sich ja wirklich nach einer ziemlich unerfreulichen Situation an bei dir. Und das alles mit einer noch relativ "frischen" Trauer, das tut mir sehr leid. Einfach ist es bei mir auch nicht, aber zum einen hatte ich ja meine "Schonzeit" von fast 16 Monaten nach dem Tod meines Mannes, bis die jetzige Belastung durch die aktuelle Krankheit meines Vaters (Hirnblutung) losging. Und generell ist das Verhältnis zu meinen Eltern ein ziemlich gutes, das macht es schon etwas angenehmer.


    Hauptsächlich empfinde ich ja ganz viel Mitgefühl für meine Eltern, dass sie es am Ende ihres Lebens noch so schwer haben müssen. Noch sind sie ja beide da, wenn auch jetzt schon seit 2 Monaten getrennt, ohne Möglichkeit zu einem Besuch und mit eingeschränkten Möglichkeiten, miteinander zu telefonieren. Mein Vater ist im Grunde sehr geduldig und gelassen und akzeptiert die Situation so wie sie ist, aber meine Mutter macht sich selbst das Leben noch schwerer als nötig. Sie ist einer der unentspanntesten Menschen, die ich kenne, ständig in Anspannung, Angst und Sorge, ständig in - meist negativen - Bewertungen und erwartet unglaublich viel von sich selbst und von anderen. In manchem hält sie mir damit auch den Spiegel vor, aber im Gegensatz zu ihr hatte ich die Gelegenheit, in meinem Leben so einiges über Entspannung und den klugen Umgang mit Gefühlen und Gedanken zu lernen. Aber natürlich, auch ich muss immer wieder die Balance finden zwischen dem Gut-für-mich-selber-sorgen (das ich zum Glück gelernt habe), dem dafür notwendigen Grenzen setzen und dem Einsatz für sie, im Moment eben vor allem am Telefon, da wir ja unglücklicherweise 600 km entfernt wohnen. Immer wieder mit ihren Erwartungen konfrontiert zu werden, dazu das ständig vorhandene latent schlechte Gewissen, weil andere ja so viel mehr für ihre Eltern tun, es ist nicht einfach. Wenn es bei mir so wirkt, dann vielleicht deshalb, weil ich hier im Forum nur in Situationen schreibe, in denen ich einigermaßen stabil und reflektiert bin. Wenn es mir schlecht geht, dann bringe ich gar keine Kraft zum Schreiben auf, das unterscheidet mich, glaube ich, von vielen hier.


    Ich wünsche dir sehr, dass du für dich auch eine gute Balance findest und sich die Situation entspannt!

    Mitfühlende Grüße

    Sabiene
    (Sabine war übrigens schon okay, das e hab ich nur hier für das Forum eingefügt, weil es schon so viele Sabines gibt)

  • Guten Morgen, liebe Sabi(e)ne, wieder schreibst Du so liebevoll über Deine Eltern und Dein Verhältnis zu Ihnen.

    Mein Verhältnis zu meinem Eltern war auch immer ganz o. k. Allerdings hatte ich das bessere Verhältnis zu meinem Vater. Sogar seine charakterlichen Züge hat er mir zu 100 % vererbt. Leider ist er aber schon vor 27 Jahren verstorben.

    Die Schilderungen über Deine Mutter kann ich 1:1 auf meine Mutter übertragen.

    Mich persönlich macht das sehr traurig. Im Sinne der Achtsamkeit mit mir selbst hat das inzwischen natürlich dazu geführt, dass ich mich innerlich bereits ein Stück weit von ihr verabschiedet habe.

    Möge es uns beiden gelingen, einen Weg zu finden, diese zusätzlichen Belastungen nicht zu stark an uns heran zulassen und auf jeden Fall immer an 1. Stelle achtsam mit uns selbst zu sein.

    Mitfühlende Grüße zurück.

    Gaby

  • Liebe Gaby,

    mich macht es auch immer froh, wenn ich etwas von der Ruhe und Gelassenheit und zuversichtlichen Grundhaltung meines Vaters bei mir entdecke. Zum Glück habe ich die nämlich auch mitbekommen. Meine Mutter sehe ich heute, nach viel Beschäftigung mit dem Thema, als leider früh traumatisiertes Kriegskind, das die erlittenen Verletzungen nie aufarbeiten konnte. Unser Verhältnis von früher hat sich jetzt gewissermaßen umgekehrt, jetzt bin ich die Stärkere, die Ratgeberin, die ein wenig Ruhe und Kraft vermitteln kann. Und wenn ich sehe, dass dies auch wertgeschätzt und dankbar angenommen werden kann, dann erleichtert das auch wieder vieles. Deine Mutter und dich eint ja leider die Erfahrung, dass ihr beide relativ früh eure Männer verloren habt. Vor 27 Jahren hat man seine Trauer vermutlich anders, weniger bewusst gelebt als wir heute. Vielleicht hat sie das hart gemacht und in ihrem Anspruchsdenken und ihrer Opferhaltung verfestigt? Nur so ein Gedanke ...

    Danke für den Austausch über dieses sensible Thema, es ist doch immer schön, wenn man Gemeinsamkeiten entdeckt.

    Alles Liebe für dich

    Sabiene