Ohne dich macht alles keinen Sinn

  • 6 Wochen sind nun vergangen, seit mein Liebling nicht mehr bei mir ist. Irgendwie gingen die ersten Wochen besser als jetzt. Morgens mag ich nun kaum mehr aufstehen. Alles scheint so sinnlos. Ich kann mich über nichts mehr freuen. Ich weiss, dass mein Schatz das nicht wollen würde. Er wollte immer, dass es mir gut geht und hat alles dafür getan. Aber ich kann diesen Schmerz in mir einfach nicht abstellen. Er fehlt mir so sehr und ich fühle mich oft, als könnte ich ohne ihn nicht einmal mehr atmen. Morgens wenn ich aufwache und realisiere, dass das alles kein böser Traum war, fühle ich mich wie betäubt. Abends wenn ich von der Arbeit nach Hause komme und ohne ihn alles so leer und still ist im Haus, kann ich nur noch weinen. Ich vermisse ihn so sehr, dass es körperlich weh tut. Nie wieder seine Wärme spüren, sein schönes Lachen sehen, nie wieder mit ihm reden können, ihn im Arm halten. Es tut einfach alles so weh und ich weiss momentan nicht, wie ich je an den Punkt kommen kann, wo es leichter werden soll. Meine Tiere geben mir die Kraft nicht aufzugeben. Aber eigentlich möchte ich nicht mehr hier sein.

  • Liebe cenerentola,

    bei mir sind es morgen 16 Wochen und ich fühle genau wie du .:33:

    Die ersten Wochen bist du wie betäubt und vieles ist zu regeln,und dann kommt der große Hammer.

    Und der wird wieder und wieder zu schlagen.Hast du jemand der Dir beisteht ?

    Ich hab mir ganz früh schon eine Trauerbegleiterin gesucht.

    Die und das Forum helfen mir sehr in dieser furchtbaren Zeit.

    Und das mit dem hinterher gehen wollen kenn ich und viele andere auch

    .:24::30:

    Pass auf Dich auf.

  • Liebe Schnuckel, danke für deine Worte. Es tut gut, verstanden zu werden. <3

    Es ist hier wo ich lebe momentan schwierig, psychologische Unterstützung zu erhalten. Wegen Corona sind viele Stellen hoffnungslos überlastet und es hat Wartelisten von bis zu 5 Monaten. Ich weiss, dass ich irgendwie weiter machen muss. Wir haben viele Tiere aufgenommen, welche aufgrund ihrer traumatischen Erfahrungen, Krankheiten oder Alter besondere Pflege und Aufmerksamkeit brauchen. Mein Schatz möchte, dass ich mich weiter um sie kümmere. Das haben wir uns immer gegenseitig versprochen, sollte einem von uns einmal etwas geschehen. An dieses Versprechen werde ich mich halten.

    Aber es muss doch irgendwann auch wieder einfacher werden. Jeden Abend auf dem Boden zu liegen, zu weinen und vor Sehnsucht und Verzweiflung zu schreien, dass kann doch nicht mein künftiges Leben sein. Der Gedanke, dass ich noch 30 Jahre alleine ohne ihn weiter machen muss, macht mir grosse Angst.

    Menschen habe ich nicht viele um mich herum. Als ich angefangen habe, die traumatischen Ereignisse aus meiner Kindheit aufzuarbeiten, hat sich meine Familie von mir abgewandt, weil sie die Wahrheit nicht sehen wollen. Mit Beziehungen hatte ich immer Schwierigkeiten, bis ich meinen Liebling traf und habe deshalb auch keine Kinder. Aber gänzlich alleine bin ich nicht, ich habe meine tierischen Freunde, für die ich da sein muss und möchte.

  • Meine Trauerbegleiterin ist von der Kirche.

    Als ich vor Wochen ganz tief unten an Boden war,

    war ich drauf und dran die Seelsorge anzurufen.

    Ich hab dann über Google nach Trauerhilfe gesucht, Trauercafe, oder so ähnlich.

    Ich hab so lang gesucht und hab schließlich hier in der Stadt etwas gefunden.

    Du brauchst Hilfe genau wie ich und viele andere.

    Wenn du nicht so leiden würdest,wäre die Liebe auch nicht so stark gewesen.

    Meine Meinung........


    :24::30:

  • Hallo ihr beiden

    bei mir ist mein geliebter Helmut am Mittwoch 14 Monate tot und mein Kind am Samstag

    10 Monate bei beiden kommt es mir wie gestern vor


    So wie ihr vermisse ich auch alles Helmuts Küsse ,seine Bitten nach Essen

    oder Nadjas Art mir helfen und auch wenn ich weiß das es ihnen gut geht

    und sie auf mich aufpassen vergeht kein Tag ohne Verlust schmerz


    Und ich glaube nicht das es besser wird ,es wird so bleiben bis ich zu ihnen kann


    Aber ich habe mir kleine Hilfen für mich gesucht

    es hat zwar eine weile gedauert

    Aber heute war ich zum Ersten mal beim Trauer Café

    es war gut ,zwei stunden am Sonntag die man mit gleich gesinnten

    verbringen kann


    Das kann ich nur jedem Empfehlen


    Traurige Birgit

  • Liebe Cenerentola,


    mein geliebter Mann ist seit 21 Wochen Tod. Wir waren immer füreinander da.

    Viel Kontakt hatte mein Mann zu seiner Familie nicht mehr.

    In meiner Familie sind die meisten bereits verstorben. Langjährige Freunde

    sind bereits Tod oder es waren keine.

    Seit vielen Jahren kümmern wir uns um Katzen, die niemand wollte.

    Teilweise blind oder andere Probleme. Nun kümmere ich mich alleine um sie.

    Habe Sorge, dass mir etwas passieren könnte. Ich muss durchhalten, damit

    sie nicht leiden. Gesundheitlich geht es mir zur Zeit sehr schlecht.

    Mit jedem Tag leide ich mehr unter dem Verlust meines geliebten Mannes.

    Es ist wie bei Dir. Wir müssen uns um unsere Tiere kümmern.

    Ich weiß auch nicht wie alt ich werde, aber alleine ohne meinen Mann

    ist es schrecklich. Es gibt Leute, die sagen dann nimm Dir einen neuen am

    besten einen Handwerker. Ich bin so entsetzt wie wenig Gefühl andere Menschen

    haben. Es ist unerträglich. Ich möchte ihn wiederhaben.


    traurige Grüße

    Sonnenstrahl

  • Liebe Schnuckel, liebe Birgit

    ja irgendwie muss ich mir Hilfe suchen. Trauercafés gibts hier wo ich lebe leider nicht. Ich bin aus der Schweiz und lebe auf dem Land. Aber vielleicht gibts irgend eine Selbsthilfegruppe in einer grösseren Stadt.
    Danke für den Hinweis.
    LG Sofie

  • Hallo liebe Sofie,


    Man bekommt Trauerbegleitung, auch über ambulante Hospize, da habe ich meine her , diese ist Seelsorgerin in einem Krankenhaus und hat diese Extra Ausbildung gemacht.


    Wenn du magst versuche es da einmal.


    Dein Schatz ist noch nicht lange von Dir gegangen deine Reaktionen und Trauer , sind völlig normal , es schmerzt, ein schlimmer Prozess, ich drück dich mal :30:LG Evi

  • Liebe Sonnenstrahl, wir haben wohl eine ähnliche Situation.
    Wie können Menschen nur so etwas zu dir sagen. Das ist so verletzend. Wir möchten ja nicht irgendeinen, sondern unseren geliebten Partner wieder. Solche Kommentare sind vielleicht gut gemeint, aber so deplatziert.
    Ich fühle so sehr mit dir<3. Wie schön, dass auch du dich um Tiere kümmerst, die sonst niemanden haben. Ich weiss, wie schwer die Last für dich ist, das nun alleine zu tun. Ich fühle genau gleich und habe auch Angst, was ist, falls mir ebenfalls etwas passiert. Auch darum muss ich mich kümmern. Es gibt so vieles, was ich erledigen und tun sollte, aber mir fehlt momentan einfach die Kraft dazu. Es ist alles so unendlich schwer. Ich fühlte mich in den letzten Jahren so stark. Aber nun wird mir bewusst, dass ich das nur an der Seite meines Liebsten war. Ohne ihn bin ich schwach. Zumindest jetzt ist das so.
    Vielleicht wird es irgendwann wieder einfacher für uns, auch wenn wir jetzt noch nicht daran glauben können. Ich wünsche mir das sehr für dich. <3

  • Danke liebe Evi, ich werde mal schauen, ob es das in der Schweiz auch gibt.
    Dass du schreibst, dass meine Reaktionen normal sind, hilft mir sehr. Ich habe momentan das Gefühl, den Verstand zu verlieren.

    Danke dir für deine Worte <3

  • Liebe cenerentola,


    das ist normal alles ist normal auch das Gefühl den Verstand zu verlieren.

    Es dauert und mit Hilfe ist es etwas einfacher, es kann Dir den Schmerz nicht nehmen auch die Gefühle nicht aber es hilft den Druck etwas abzubauen.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Sofia,


    Ich habe das auch ,ich habe vorgestern in der Küche so geweint und geschrien nach meinem Wolf , das es 1 min später an der Tür geklingelt hat, meine Nachbarin wollte schauen ,ob ich evt gestürzt ,oder mir in den Finger geschnitten habe, ja so ist das.


    Das sind die Wellen , aber ich habe auch gute Tage , jetzt sind es bei mir 8 Wochen und 3 Tage her.


    Und genau dieser Tag , hat mich so runter gerissen.


    Der Seelsorger hat zu mir gesagt, man braucht eine Struktur im Tagesablauf und die Trauer will dir nur helfen, dies alles zu verarbeiten, ich lass das einfach zu. Es ist schwerst Arbeit, das weiss hier auch jeder, wir sitzen in einem Boot.


    Ich denke auch oft , ich werde verrückt, aber werde ich nicht , lass dich drücken. :30:

  • Liebe Sonnenstrahl,

    mir fehlen fast die Worte......X(

    Wir wollen keinen anderen,wir wollen keinen Handwerker,

    wir wollen unseren geliebten Schatz zurück.:33:


    :24::30:

  • Liebe Sonnenstrahl


    Ich bin entsetzt und fassungslos!


    Dass wirklich fast jede*r von uns sich derlei Ungeheuerlichkeiten anhören muss - zu all dem, was wir ohnehin durchmachen!


    Es ist nicht zu entschuldigen und ich habe es satt, solche Äußerungen mit Unwissenheit und Unsicherheit eines unerfahrenen Gegenübers zu rechtfertigen! Als hätten wir nicht genug zu tragen bleiben solche Gemeinheiten dann auch noch an uns kleben.


    :cursing::4::cursing::4::cursing::4::cursing::4::cursing::4:


    Niobe

  • Liebe Sofie,

    Ich hab grad gesehen, das mein Beitrag gar nicht mehr hier steht.

    Deshalb nochmal ein Willkommen hier im Forum und mein Mitgefühl zu deinem Verlust.

    Es ist noch nicht lange her, und der Schmerz einfach noch un-fassbar.


    Ich hoffe das Forum und der Austausch mit Gleichgesinnten ist dir eine kleine Unterstützung.

    Das direkte Umfeld versteht die Trauer oft nicht. Sie können es nicht nachvollziehen und

    das Gefühl des nicht verstanden fühlen, schmerzt zusätzlich.


    Hier findest du immer jemanden der "zuhört" <3

  • Heute ist wieder Donnerstag. Donnerstage sind seit dem Tod meines Lieblings so schwer zu ertragen für mich. Heute vor 7 Wochen lebte mein Schatz noch, es war unser letzter gemeinsamer Tag ;(. Hätte ich gewusst, dass ich ihn nur wenige Stunden später verliere, ich hätte alles anders gemacht. Ich hätte mir mehr Zeit für ihn genommen. Ihm liebe Dinge gesagt und getan, den Abend mit ihm verbracht.

    Ich bin an seinem letzten Tag nur herum gestresst. Wir waren noch einkaufen, weil ich ein Abschiedsgeschenk für eine Mitarbeiterin besorgen wollte, die am nächsten Tag ihren letzten Arbeitstag hatte. Wir gingen über Mittag zusammen in die Stadt und er sagte mir vor dem Geschäft, er würde draussen warten. Als ich das Geschenk ausgesucht hatte und raus kam, suchte ich ihn in der Menschenmenge. Er sass auf einer Bank in der Sonne und lächelte mich an. Ich habe sein Lächeln so sehr geliebt, es hat jeweils so viele Wärme und Liebe ausgedrückt. Danach stresste ich wieder zur Arbeit. Auch am Abend hatte ich noch vieles zu erledigen und nahm mir keine Zeit für ihn. Kurz darauf war er tot. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurück drehen. Ich würde alles anders machen. Mir an seinem letzten Abend Zeit für ihn nehmen. Ihm noch einmal sagen, wie sehr ich ihn liebe. Aber ich werde nie wieder die Chance dazu erhalten. Es tut so unendlich weh und ich fühle mich so schlecht.