Ohne dich macht alles keinen Sinn

  • Liebe Sonnenstrahl


    Ich bin entsetzt und fassungslos!


    Dass wirklich fast jede*r von uns sich derlei Ungeheuerlichkeiten anhören muss - zu all dem, was wir ohnehin durchmachen!


    Es ist nicht zu entschuldigen und ich habe es satt, solche Äußerungen mit Unwissenheit und Unsicherheit eines unerfahrenen Gegenübers zu rechtfertigen! Als hätten wir nicht genug zu tragen bleiben solche Gemeinheiten dann auch noch an uns kleben.


    :cursing::4::cursing::4::cursing::4::cursing::4::cursing::4:


    Niobe

  • Liebe Sofie,

    Ich hab grad gesehen, das mein Beitrag gar nicht mehr hier steht.

    Deshalb nochmal ein Willkommen hier im Forum und mein Mitgefühl zu deinem Verlust.

    Es ist noch nicht lange her, und der Schmerz einfach noch un-fassbar.


    Ich hoffe das Forum und der Austausch mit Gleichgesinnten ist dir eine kleine Unterstützung.

    Das direkte Umfeld versteht die Trauer oft nicht. Sie können es nicht nachvollziehen und

    das Gefühl des nicht verstanden fühlen, schmerzt zusätzlich.


    Hier findest du immer jemanden der "zuhört" <3

  • Heute ist wieder Donnerstag. Donnerstage sind seit dem Tod meines Lieblings so schwer zu ertragen für mich. Heute vor 7 Wochen lebte mein Schatz noch, es war unser letzter gemeinsamer Tag ;(. Hätte ich gewusst, dass ich ihn nur wenige Stunden später verliere, ich hätte alles anders gemacht. Ich hätte mir mehr Zeit für ihn genommen. Ihm liebe Dinge gesagt und getan, den Abend mit ihm verbracht.

    Ich bin an seinem letzten Tag nur herum gestresst. Wir waren noch einkaufen, weil ich ein Abschiedsgeschenk für eine Mitarbeiterin besorgen wollte, die am nächsten Tag ihren letzten Arbeitstag hatte. Wir gingen über Mittag zusammen in die Stadt und er sagte mir vor dem Geschäft, er würde draussen warten. Als ich das Geschenk ausgesucht hatte und raus kam, suchte ich ihn in der Menschenmenge. Er sass auf einer Bank in der Sonne und lächelte mich an. Ich habe sein Lächeln so sehr geliebt, es hat jeweils so viele Wärme und Liebe ausgedrückt. Danach stresste ich wieder zur Arbeit. Auch am Abend hatte ich noch vieles zu erledigen und nahm mir keine Zeit für ihn. Kurz darauf war er tot. Ich wünschte ich könnte die Zeit zurück drehen. Ich würde alles anders machen. Mir an seinem letzten Abend Zeit für ihn nehmen. Ihm noch einmal sagen, wie sehr ich ihn liebe. Aber ich werde nie wieder die Chance dazu erhalten. Es tut so unendlich weh und ich fühle mich so schlecht.

  • Liebe cenerentola,

    gerade lese ich deine traurigen Zeilen. Auch wenn ich dir nicht wirklich helfen kann, möchte ich dir doch zeigen, dass jemand mit dir fühlt und du nicht alleine bist.

    Auch ich habe mir die letzten Tage vor dem Tod meines Mannes immer wieder durch den Kopf gehen lassen und wie gerne hätte ich das eine oder andere gesagt. Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, weiß ich, dass mein Mann meine Gefühle für ihn kannte und alles, was ich ihm in so einem letzten Moment hätte sagen können, auch wusste.

    Bei uns war das sogar so, dass vor seinem Tod sein Arzt uns sagte, dass er ihm nicht mehr helfen könne. Wir waren wie vor den Kopf geschlagen, da 3 Tage vorher die Aussichten für das Anschlagen der Therapie gut standen. Wir waren beide sprachlos, geschockt und konnten uns nur an den Händen halten und sagen, dass wir uns liebten. Was sagt man einem Menschen, der bald gehen muss?

    Wir besprachen alltägliches in dem Glauben, dass wir noch einige Zeit hätten. 4 Stunden später war er tot.


    Ich glaube, dass ich mit jeder Situation hadern würde. Es gibt keine, die einem das hinterher leichter macht. Man muss irgendwie seinen Frieden mit dem Geschehen finden und das ist eine langwierige Suche.


    So wie du deinen lieben Mann beschreibst, hat er sicherlich schmunzelnd auf der Bank gesessen und zugesehen wie du dich gestresst hast. Er kannte dich und liebte dich so wie du bist. Da war kein Erwarten, dass du etwas anders hättest machen sollen. Er kannte dich ja nicht nur als gestresste Frau sondern auch als eine, die für ihn da war und Zeit hatte. Wir haben viele Seiten und die lieben unsere Männer an uns.

    Vielleicht hilft es dir deinem Mann einen Brief zu schreiben, in dem du ihm alles schreibst, was du noch sagen wolltest.


    Ganz liebe Grüße

    Sonnenblume:24:

  • Liebe Cenerentola

    Ich habe meinen Geliebten Helmut an deinen Donnerstagabend vor 62 Wochen verloren

    und meine Tochter vor 45 Wochen es ist das schlimmste was uns Menschen Passieren

    seinen über alles geliebten Menschen zu verlieren

    es ist soviel Stress kurz vor dem Tot deines Mannes hatte tut mir leid und wenn es dir so geht wir mir

    wird es dich ein Leben lang verfolgen .

    Ich bereue auch nicht mehr bei ihm gewesen zu sein obwohl ich durch Corona nicht mehr durfte

    ich vermisse auch so sehr Helmuts Art mich anzulächeln und zu sagen ich liebe dich

    oder mein Kind sagt nie mehr Hallo Mama


    ich weiß durch ein Medium ,das unsere Lieben wissen das wir sie Lieben und sie sind immer bei uns


    das Hilft nicht viel ,aber vielleicht kann es dich ein wenig Trösten

    Einmal sehen wir uns wieder


    Viel Kraft ,alles Liebe Traurige Birgit

  • Bei Joachim war es ja durch den Herzinfarkt und die 6 Wochen im künztlichen Koma so das wir nicht mehr miteinander sprechen konnten.

    Das macht mir schwer zu schaffen. Auch haben wir vor seinem Tod zu viel Zeit mit unwichtigen Dingen verbracht. So sehe ich das jetzt.


    Was aber auch klar ist, ist das wir uns unserer Liebe sicher waren. Uneingeschränktes Vertrauen. Liebe ohne wenn und aber.

    Ob es ein anderes Gefühl wäre, wenn ich noch mal mit ihm hätte reden können------- ich glaube nicht.

  • Liebe Sonnenblume,


    Danke für deine Zeilen <3,ich hatte zwar noch eine längere Zeit mit meinem Mann , der teilweise im Delirium war, das wichtigste war das wir ins jeden Tag gesagt haben, das wir uns lieben, bedingungslos.

  • Mein Liebling und ich haben uns jeweils so sehr über den ersten Schnee gefreut. Nun drückt mich die weisse Pracht psychisch hinunter wie diese Rose. Alles was früher Freude gemacht hat, tut nun nur noch weh, weil mir bewusst wird, dass ich es nie wieder mit ihm teilen kann. Wie soll das Leben so jemals wieder lebenswert werden? Wenn ich daran denke, dass ich so nun vielleicht noch 30 Jahre weiter leben muss, macht mir das Angst.

    Und gleichzeitig fühle ich mich so undankbar. Ich bin gesund und so viele schwer kranke Menschen, die den Tod vor Augen haben, würden wohl liebend gerne mit mir tauschen. ;(;(;(;(;( Es ist zum Verzweifeln, ich möchte mich aufraffen und wieder einen Sinn in meinem Leben sehen, aber es gelingt mir einfach nicht X(

  • Liebe Cenerentola,

    ich verstehe dich nur zu gut. Aber vielleicht ist es so, dass der verzweifelte Wunsch nach einem wieder lebenswerten Leben schon ein wichtiger Schritt auf dem Trauerweg ist? Wir sind immer so ungeduldig und möchten, dass es schnell besser wird, das kenne ich von mir genauso. Und doch ist es vermutlich so, dass nur der durchlittene Schmerz, die ausgehaltene Traurigkeit uns einer Heilung näher bringen kann, so ähnlich sagen das viele kluge und lebenserfahrene Menschen und ich spüre die Wahrheit darin.

    Ja, die 30 Jahre "ohne ihn", die stehen mir vermutlich auch bevor, in meiner Familie werden alle sehr alt, eine Großmutter hat sogar beinahe die 100 geschafft. Und auch mir macht das Angst, aber ich versuche immer, mich auf die nächsten Schritte zu konzentrieren und am besten nur auf das, was in meiner Hand liegt.

    Ich wünsche dir viel Kraft,

    Sabiene

  • Liebe Sofie,


    mir geht es genauso wie Dir.


    Auch ich mache mir wahnsinnige Vorwürfe, an entscheidender Stelle nicht richtig reagiert zu haben.


    Mein Mann war nicht gesund, er hatte eine chronische Herzkrankheit, die aber gut eingestellt war. Hinzugekommen ist noch eine Rheumaerkrankung.


    Meinem Mann ging es schon ein paar Tage nicht gut; aber wir hatten zunächst mit Antibiotika eine Besserung erreicht. Als sich jedoch der Zustand dann wieder (rasant) verschlechterte, habe ich nicht sofort!!! den Notarzt gerufen. Mein Mann wollte das allerdings auch nicht. Dennoch hätte ich mich durchsetzen müssen. Ich habe das Gefühl, es nicht zuletzt für mich "vermasselt"

    zu haben.


    Ich hoffe , dass es Dir inzwischen schon ein klein wenig besser geht. Der Tod Deines Mannes liegt schon ein klein wenig länger zurück. Bei mir war es "erst" der 20.11.2021.


    Ich kann Dich so gut verstehen und nehme Dich ganz lieb in den Arm


    Gaby


    P.S. Habe eben, glaube ich, meine Zeilen auch an Deine Pinnwand geheftet. War so nicht beabsichtig. Bin noch nicht lange hier und etwas unsicher beim Schreiben.