Abschied von meiner Sonne

  • Liebe Luise!

    Ja ich glaube dir,das diese Wärme dir sehr zu schaffen macht und Hunde können das auch nicht gut haben,

    das weiß ich.Es ist gut,das du genug Vorräte hast.Ja dir fehlt dein Mann sehr und seine Umarmung,seine

    Worte alles ist sinnlos ohne ihn.Ja das allein sein ist schlimm.Aber gut,das du noch in deiner Wohnung

    bleiben möchtest und wer weiß vielleicht nimmst du ja nochmal an irgendwelchen Verantstaltungen

    teil,wo du Leute kennenlermst,das wäre schön und wenn es eine gute Freundin wäre.Ich würde

    es dir so sehr wünschen.Liebe Grüße Helga

  • Liebe Luise, ich kann mir vorstellen, dass dir das heiße Wetter zu schaffen macht! Ich würde dir so sehr wünschen, dass du irgendwo Anschluß findest, zumindest ab und zu mit jemand reden, damit du nicht so allein bist! Sei ganz lieb umarmt! :24::30:

    LG Andrea

  • Meine Lieben,


    ich bin wieder mal total fertig, Es wird und wird einfach nicht besser. Immer wenn ich es glaube, kommt ein Rückschlag.

    Ich will meinen Heinz zurück! Nur mit ihm war mein Leben erträglich... ja schön.


    Gestern war ich mit meiner Freundin zu einer Open-Air-Veranstaltung mit strengen Coronaauflagen. Es war hier sehr heiss und es ging mir schon den ganzen Tag nicht gut. Aber ich wollte und musste mal raus.

    Und es kam, wie es kommen musste. Nach 2 Stunden konnte ich mich kaum zum Auto schleppen und ohne meine Freundin wäre es nicht gegangen.

    Die ganze Abwechslung war mal wieder zu anstrengend für mich. Selbst die kleinsten Freuden!

    Jetzt liege ich seit gestern alleine in meiner Wohnung... kann nichts machen...nur weinen und hadern... habe Hunger nach Essen aber noch mehr nach Liebe. Keiner ist mir geblieben... alle sind weg. Meine Freundin tut was sie kann, aber ich kann sie nicht immer und immer mit mir belasten. Sie ist nicht unverwundbar... selber nicht mehr die Jüngste... Diabetikerin... auch sie stemmt alles alleine... aber positiv denkend im Gegensatz zu mir... nimmt alles so, wie es kommt.


    Nur ich lasse mich zunehmend hängen, ich kann nicht mehr. In 8 Jahren 4 Todesfälle... 1 Herzinfarkt... 2 Schlaganfälle... und allein nur mit kleinem Hund, dem ich auch nicht gerecht werden kann in Punkte schönes Hundeleben wie spielen und lange Spaziergänge und Abwechslung.


    Wie soll es denn weitergehen? Dazu nun wohl auch noch finanzielle Probleme, die Rücklagen sind fast aufgebraucht. Vieles müsste mal erneuert werden. Heinz hat viel repariert und "gebaut" bis er

    nicht mehr konnte.


    Nun geht einiges den Bach runter... ich kann es nicht... habe zwar einiges versucht, doch mir fehlt das Wissen und die körperliche Kraft... bin zu schwach...trotz starken Anstrengungen.


    Und immer um Hilfe zu bitten ohne selber etwas zu geben, kann ich nicht. Es fällt mir auch schwer. Früher konnte ich wenigstens Hilfe bei vielen anderen Problemen.. sprich nicht körperlichen... geben, aber seit mein Mann mir nicht mehr mental beisteht, bin ich nicht mehr ich... nur eine leere Hülle... und wirke dennoch oft auf andere lebenstüchtig.


    Doch das ist nur eine Maske, die ich nach aussen trage. Seit Kindheit daran gewöhnt und auch so erzogen, meine Behinderung zu überspielen.


    Nur hier im Forum zeige ich meine Zerrissenheit...meine Ängste.

    Dafür bin ich dankbar, dass es mir ermöglicht wird ohne Bewertung von euch.


    LG Luise

  • Meine Lieben,


    ich bin wieder mal im Tal der Trauer und Einsamkeit. Heute vermisse ich meinen Mann extrem. Warum konnte ich nicht zuerst gehen?


    Es ist der "Tag der Umarmungen" habe ich im TV gehört. Die täglichen Umarmungen, die ich mit meinem Mann ausgetauscht habe, fehlen mir... es tut so weh!


    Es ist niemand mehr da... keiner fragt mich, wie geht es dir?... nimmt Anteil an meinem Tag... zeigt und gibt mir Liebe, Zugehörigkeit, einfach Halt und Zuversicht.


    Ich verkümmere und werde lebensfremd.

    Alles was ich noch kann, ist auf dem Sofa liegen, weinen, hadern, warten. Warten worauf? Auf Besserung meiner Lage und meiner Gefühle? Wird es nun immer so sein? Womöglich jahrelang? Lebendig und doch tot!

    Selbst mein Hund ist heute depressiv... will nicht fressen... will nicht spielen... nur bei mir liegen.


    Ich weiss, in letzter Zeit jammere ich nur... bin egoistisch... schreibe nur von mir... helfe euch nicht... bin aber in Gedanken oft bei eurem Leid und empfinde mit... nur ohne zu schreiben. Ich kann im Moment nicht trösten oder überhaupt etwas hier beitragen. Es fällt mir schwer... bin antriebslos... verbringe Stunden ohne Sinn oder Tun... bin wie gelähmt in einem Zustand, den ich hasse und doch nicht ändern kann oder will.


    Wie soll es weitergehen?


    LG Luise

  • Liebe Luise

    Sei ganz lieb umarmt :24: Denke auch immer, warum konnten wir nicht zusammen sterben, die Einsamkeit macht mir auch schwer zu schaffen, habe zwar meine Kinder, werde auch oft gebraucht, es ist aber alles nur stundenweise dann kommt die große Lücke, will aber auch immer nach spätestens 2 bis 3 Stunden wieder Zuhause sein alleine mit meiner Sehnsucht, die kommt auch wenn ich bei den Kindern bin, es ist wie eine schwere Krankheit, herzschwere,fühle mich nur wie ein halber Mensch . Es ist das schwerste Los , die Trauer nach unserer großen Liebe <3

    Antriebslos , alles sinnlos, ja das ist die große Trauer, jammere ruhig, dafür ist dieses Forum ja da, wenn nicht hier wo sonst.

    Sei nochmals lieb umarmt ( wenigstens hier bei uns ) :24::24:

    Petronella

  • Liebe Luise,

    Es ist das schwerste Los , die Trauer nach unserer großen Liebe

    Antriebslos , alles sinnlos, ja das ist die große Trauer, jammere ruhig, dafür ist dieses Forum ja da, wenn nicht hier wo sonst.

    Sei nochmals lieb umarmt ( wenigstens hier bei uns )

    Auch von mir eine Umarmung,


    Karin

  • Meine Lieben,


    jeden Morgen lese ich eure Beiträge hier als Erstes. Dieses Forum gibt mir Halt, Trost, Tagesstruktur. Ich fühle mich dadurch nicht so alleine... trotz der vielen traurigen Lebensschicksalen von euch. Es tut mir einfach gut, weil ich weiss, ihr versteht mich und akzeptiert ohne Bewertung meine Worte.


    Deshalb kommentiere ich auch keine Trauergefühle von anderen, wäge keine Verluste - ob Mensch oder Tier - gegeneinander ab. Lasst uns gemeinsam unsere Trauer tragen, damit wir weiterleben können.


    Mein Mann ist nun 17 Monate tot. Ich schreibe bewusst "tot", damit ich es mir begreiflich mache. Er ist nicht im Krankenhaus oder in der Reha! Er ist für immer nicht mehr in dieser Welt.


    Ob es ein "Wiedersehen" der Seelen geben wird? Ich wünsche es mir, aber hier muss ich nun alleine weiterleben. Und das fällt mir zunehmend schwerer.


    Manchmal träume ich mir etwas vor... denke was ich ihm alles erzählen muss, wenn er wiederkommt.

    Dann erwischt mich allerdings wieder die Realität und ich stelle mir seine Reaktion, seinen Pragmatismus, seine Liebe zu mir vor und werde ruhig.


    Es ist, wie es ist. So hat er gelebt und mir immer wieder gesagt. Wir hatten eine lange gemeinsame Zeit und daran werde ich mich festhalten... nur ab und an ist es mir so unerträglich...meine es nicht mehr lange zu schaffen.


    Doch seine Worte, die ich in meinem Innern höre, geben mir Kraft... er will, dass ich mein Leben zu Ende lebe so gut es eben geht und es auch mit Lebensfreude fülle.


    SO LANGE ICH LEBE, LEBT ER AUCH.


    Das will ich mir in meinen dunklen Stunden sagen... mal hilft es... mal überhaupt nicht.


    Langsam wird es mir zu schwer... mich immer und immer wieder "aufzurappeln".


    Aber seine Liebe ist in mir und ich bewahre sie... nie wieder werde ich so geliebt werden... aber ich hatte sie!


    Dies sind heute Morgen meine Gedanken und Gefühle. Vielleicht etwas zu wirr... aber hier kann ich sie äussern. Dafür bin ich dankbar... es hilft mir nicht zu Verzweiflen und "durchzudrehen"...ein Ventil.


    Seid lieb gegrüßt und eine :24:von Luise.

  • Allerliebste Luise,


    Deine Gedanken und Gefühle sind nicht "etwas zu wirr" .


    Ganz im Gegenteil!


    Danke, dass du sie mit uns teilst <3


    Es steckt so viel Klugheit und Liebe drin in dem was du geschrieben hast.


    Auch mir ist das Forum wichtig geworden. Es ist mein Stock, auf den ich mich stütze, wenn es so schwer fällt, weiter zu gehen.


    Auch mir fällt es schwer, mich immer wieder aufzurappeln. Diesbezüglich verstehe ich dich sehr gut....


    Jeden Tag ein Stück.... Jeden Tag ein winziger Schritt....

    Jeder Tag den wir schaffen, stärkt uns.

    Wir dürfen nur eins nicht: nie die Hoffnung verlieren...


    Magst du einen kleinen Cappuccino mit mir trinken? Ich reich dir mal eine Tasse rüber...


    Mir hat mal jemand folgende Zeilen geschrieben und die will ich jetzt dir schenken. Ich weiß allerdings nicht, wer ursprünglich diese Zeilen verfasst hat.


    "Die Zeit heilt keine Wunden ohne Narben.

    Aber die Wunden die das Leben schlug

    sind der Ort für ein kleines Wunder.

    Denn genau dort, wo alles wund und verwundet war,

    Nimmt das Leben einen neuen Anlauf.

    Fürchte dich nicht"



    Nun das andere Gedicht, das ich dir schenken möchte :


    WARUM

    fragte das Leben

    trägst du

    dieses leidgesäumte

    Dornenkleid?

    Weil nur der Schmerz

    mich wachsen lässt

    antwortet die Zeit.


    Die Wunden deiner Trauer

    kann ich niemals heilen.

    Wenn aber jeder von uns

    seine Hand in die andere legt

    muss es doch einen Weg geben

    Schicksal zu teilen

    damit jedes blütenlose Trauerkleid

    irgendwann wieder Knospen trägt.

    ( V. unbekannt)


    Ich denke, das passt so gut auf unser Forum. Unsere (meine) 2. Familie


    Sei lieb gegrüßt und fühl dich gedrückt


    In tiefer Verbundenheit


    blaumeise :24:

  • Liebe Luise<3


    ich schliesse mich voll und ganz deinen lieben Erkenntnissen an

    und es geht mir wie Flora  


    das ist dein Liebes -<3<3 und Lebensschatz<3<3


    Aber seine Liebe ist in mir und ich bewahre sie... nie wieder werde ich so geliebt werden... aber ich hatte sie!

    DANKE:2: für das teilen deiner Gedanken und Gefühle

    <3lichst Sverja

  • Liebe Luise,


    auch von mir eine herzliche Umarmung!

    Ich wünsche dir Frieden im Herzen, der alles ein wenig leichter macht.

    Die Liebe und das Leben sind nie verloren, sie sind ewig und deshalb wird es als Belohneng fürs Aushalten hier auf dieser Erde, so einsam und alleine, die Wiedervereinigung in der geistigen Welt geben.

    Das ist die Hoffnung die ich dir von hier aus mitgeben kann.

    und ich gebe sie dir gerne, denn es ist auch meine Hoffnung.

    Alles Liebe Gabi

  • Meine Lieben,


    eure herzlichen Worte haben mir sehr gut getan. Das meine ich, wenn ich das Forum als Halt bezeichne. Jeder hat Verständnis trotz des eigenen Schmerzes.


    Wir sind verschieden und doch in vielem gleich. Jeder hat seine Wünsche... seinen Glauben...seine Hoffnung... ja, sein eigenes Leben und ist doch so tolerant und akzeptiert die Trauergefühle der anderen.


    Ich lese alle Beiträge, bin oft anderer Meinung, aber ich kommentiere es nicht. "Jeder Jeck ist anders" sagt man im Rheinland und das macht die Welt bunt, sogar in der Trauerempfindung.


    Hauptsache ist die Erleichterung... das Miteinanderteilen... das oft wortlose Verständnis. So sehe ich es und bin froh hier zu sein. Ihr seid mein Hafen, um mich von den Wellen des Schmerzes auszuruhen. Dafür danke.


    LG Luise

  • liebe Luise<3:24::30:<3


    Hauptsache ist die Erleichterung... das Miteinanderteilen... das oft wortlose Verständnis. So sehe ich es und bin froh hier zu sein. Ihr seid mein Hafen, um mich von den Wellen des Schmerzes auszuruhen. Dafür danke.

    so ist es

    <3lichst Sverja

  • Meine Lieben,


    endlich finde ich wieder die Kraft hier etwas zu schreiben. Konnte die letzte Zeit nur lesen... kaum schriftlich Anteil nehmen.


    Mir geht es schlecht. Hatte wohl wieder sowas wie einen kleinen Schlaganfall oder Durchblutungsstörung im Gehirn. Seitdem ist meine Sprache gestört... ich "stottere" und mir fehlen Worte. Ich bin fertig... traue mich kaum zu sprechen und zu telefonieren...es hat am Telefon schon zu Irritationen von Gesprächspartner geführt.


    Das trifft mich sehr hart... oft ist das telefonische Gespräch ( z. B. Telefonseelsorge, meine Freundin, eine Nachbarin und mein einziger naher Verwandter... mein Neffe, der weiter weg wohnt) meine einzige Kommunikationsverbindung.


    Dadurch vereinsame ich noch stärker... habe schon Angst überhaupt zu reden. Es entsteht ein Teufelskreis, denn ich müsste trainieren zu sprechen.


    Wie viel kann ein Mensch noch ertragen?

    Mein geringer Lebenswille schwindet immer mehr!


    Mir graust schon vor dem Gedanken, falls ich nicht mehr schreiben könnte aufgrund Hirnschäden, weil Worte fehlen oder die Feinmotorik zum Tippen nicht mehr klappt. Sprachbefehle fallen dann auch aus.


    Es ist zum Verzweiflen!!! Ich bin nur noch am weinen und überspiele meinen Zustand in Gegenwart von den paar Mitmenschen, die ich noch ab und an treffe. Heute war ich beim Friseur und sagte nur ja und nein aus lauter Angst beim Sprechen zu versagen... ich will es auch selber nicht hören, weil ich es mir nicht bewusst machen will. So merke ich es nicht... Selbstbetrug...


    Wenn es mein Mann mitbekommt, warum hilft er mir nicht? Kommt um mich zu holen... oder gibt mir Zuversicht auf Besserung... er war 46 Jahre mein Halt!


    Wir alle trauern... tiefes Leid um Verlorenes ist unsere Verbindung... wir wollen nicht abwägen, wen es mehr trifft.


    Aber manchmal beneide ich einige von euch, die ihr in Gott oder durch die Natur gehend oder durch Musik oder durch Engament für Andere Trost findet.


    Ich empfinde es ungerecht und

    bin gleichzeitig geschockt, dass ich so denke.


    Aber so ist der Mensch...sieht nur sein Leid....


    MACHEN WIR ES HIER ANDERS :?::!:


    Eure nachdenkliche Luise