Es war viel zu kurz

  • Hallo Frank,


    ich werde morgen in meine erste Schicht seit 19.05. gehen. Den Tag der mein Leben mit meinem Engel unwiederbringlich zerstört hat.

    Seit dem war ich krank geschrieben aber morgen gehts wie gesagt wieder los.

    Ich hoffe auf andere Gedanken zu kommen, zumindest zeitweise mal den Kopf frei kriegen. Mal sehen ob es klappt.

    Übrigens sehe ich uns nicht als Weicheier, im Gegenteil, denn ich glaube seine Gefühle zu zeigen erfordert Mut. Den haben wir und darauf bin ich stolz. Was andere, vor allem Außenstehende von mir halten ist mir seit vielen Jahren völlig egal. Ich muss mir im Spiegel in die Augen schauen können und damit habe ich keine Probleme. Das einzige "Problem" das ich habe ich der unsagbare Schmerz den der 19.05. verursacht hat. Sie fehlt, die Sehnsucht ist so riesengroß. Ich liebe dich mein Schatz!!!

    Aber hier im Forum fühle ich mich sehr gut aufgehoben. Danke dafür an alle.


    Natürlich nicht zu vergessen ist die Unterstützung meiner Tochter Angelique, mit Abstand die mental stärkste Frau die ich kenne. Mein Kind ich bin so unsagbar stolz auf dich, ich habe dich ganz doll lieb.


    LG

    Marco

  • Ach Alexa,

    Ich nehme auch Antidepressiva. Und zwar einen Serotoninaufnahmehemmer. Das bedeutet, daß ich dadurch mehr Serotonin habe. ( Wohlfühlhormone ).

    Frag mal bei Charlott hier im Forum, die hat die totale Ahnung davon.

    Zum Beispiel gibt es auch ein Bindungshormon oder Kuschelhormon das Oxytocin. Das haben wir wenn wir kuscheln. Es wird auch gebildet wenn ich mit meinen Hunden kuschel. Bei den Hunden und bei mir.

    Vielleicht klappt es auch wenn man mit einem Kuscheltier schmust. Wäre einen Versuch wert.

    Und dann das Cortisol, das Stress Hormon, was uns nicht gut tut. Und was wir ganz viel haben weil das Trauern der pure Stress für uns ist.


    Ich war ja vor 2 Jahren bei einer psychosomatischen Reha. Das war eine sehr intensive und gute Zeit. Ich war in Bad Kreuznach. 5 Wochen.

    Das würde ich jedem gönnen und empfehlen. Man kann auch in eine psychosomatische Klinik gehen wenn der Arzt es verschreibt. Das ist dann ein Krankenhaus Aufenthalt. Wird von der Krankenkasse bezahlt. Reha von der Rentenkasse. Zur Reha muß man einen Antrag stellen. Zur Klinik braucht man eine Einweisung.

    Wenn ich nicht 4 Hunde hätte würde ich das sofort versuchen zu bekommen. Besser kann einem nicht geholfen werden. Vor allem wenn Du Depressionen kennst und zusätzlich noch trauerst.

    Vielleicht hast Du einen kompetenten Arzt, mit dem Du sprechen kannst.

    Es gibt Rehas in denen man Kinder mitnehmen kann. Allerdings wahrscheinlich keine Älteren.

    Ich bin Ergotherapeutin gewesen. Und ich kenne Therapie von der Therapeutenseite als auch von der Patientenseite.

    Mir haben am meisten die kreativen Therapien geholfen. Und ich lese sehr viel.

    Du kannst mir auch in Konversation schreiben, wenn Dir das unangenehm ist.

    Geb den Mut nicht auf.

    Ich empfehle ganz besonders das Buch Option B. Das lese ich gerade und finde es sehr hilfreich.

    Ralfsheidemarie

  • Danke dir und auch allen anderen die geschrieben habe. Ja es ist mutig zu seiner Trauer zu stehen aber es ist schwer Menschen zu finden die einfach zuhören. Gute Nacht mein liebster Andy warst und bist sehr wichtig für mich. Du bist tief in meinem Herzen. Ich vermisse dich so sehr das es weh tut.

  • Genauso so ist es. Ich bin auch nah am Wasser gebaut wenn es um meine Frau geht.

    Mein Trauerbegleiter ist schon sehr erstaunt wie ich damit umgehe.

    Finde ich aber richtig und wichtig alles rauszulassen

  • Ich habe mich jetzt zu zwei Kursen in der Volkshochschule angemeldet um irgendetwas zu tun. Ich denke das wichtigste ist irgendwas zu tun um der inneren Unruhe und dir schmerzhafte Sehnsucht irgendwie mal auszublenden. Das hält man ja nicht aus. Ich denke nur in der Vergangenheit und nur daran wie es wäre wenn er noch leben würde und was wir dann machen könnten. Das macht es soooo schwer. Vermisse ihn soooo sehr. Weinen hilft und Gefühle rauslassen danach ist es ein kleines bisschen erträglicher. Ich muss mich so zwingen was alleine zu machen war nie mein Ding. Ohne Andy macht alles keine Freude mehr. Ich hoffe so sehr das es mit der Zeit besser wird.

  • Hallo Alexa,

    Ich war 32 Jahre mit meinem Hannes verheiratet und nächsten Montag am 14. Juni jährt sich sein Tod zum dritten Mal.

    Leider kann ich dir von mir keine positive Antwort geben, was den Verlauf der Trauer nach drei Jahren betrifft.

    Ich kann nur ganz ehrlich sagen, man lernt mit der Zeit das alltägliche Leben zu bestreiten.

    Ich habe gelernt diese Hölle in mir auszuhalten.

    Ich mache die unsinnigsten Sachen, um mir die Wochenenden zu vertreiben.

    Ich habe Bekannte und lose Freundschaften mit denen ich Zeit verbringen kann, aber einen Sinn in dem Ganzen habe ich nicht gefunden.

    Ich habe nach Hannes Tod einem wiedergefundenen Cousin ein Heim in meinem Wohnort gegeben. Für ihn war es das Paradies, das er leider nur ein Jahr genießen konnte bevor ihn ein heimtückischer Krebs hinweggerafft hat.

    Ich bin nicht fähig um ihn zu trauern, es fühlt sich für mich wie eine Lebensaufgabe an, die ich offenbar nach Hannes Tod noch durchzuführen hatte.

    Es war ein Grund vorhanden weiterzuleben, der ist jetzt weggefallen.

    Ich gebe mir Zeit bis Jahresende, wenn sich bis dahin in meinem Leben nichts ändert, muss ich mir etwas überlegen, denn so wie es jetzt ist, ist es kein Leben, das ich noch jahrelang so weiterführen möchte.

  • das kann ich verstehen, aber gib nicht auf. Es muss doch noch etwas kommen, es muss doch einen Grund dafür geben, so denke ich. Vielleicht ist es so, das wir das was wir lernen sollten noch nicht gelernt haben. Und deshalb müssen wir noch leiden. Ein wirrer Gedanke, aber wer weiß.

  • Hallo zusammen


    aber es ist so schwer nicht aufzugeben ,und kostet unsagbar viel Kraft


    du liebe Gabi weißt ja leider auch wie es ist gleich zwei geliebte Menschen zu verlieren


    Ich stehe jeden morgen auf und lebe einfach ,mehr ist nicht drin .


    Ich nehme an es geht euch allen so und dann kommt die Frage für wen soll ich weiterleben

    für mich nein .mein Sohn ist Erwachsen .verheiratet ,er braucht mich nicht mehr


    auch wenn alle andern etwas anderes sagen .


    Ich wünsche euch allen viel Kraft

    Traurige Birgit

  • oh gott und ich hatte die Hoffnung es wird irgendwann wieder gut. Wenn ich wenigstens die Chance gehabt hätte mehrere Jahre mit ihm zu verbringen aber es war so ein kurzes Glück und muss ich jetzt für für immer leiden. Ich habe mich auf ihn eingelassen und wollte doch nur glücklich Sein und jetzt ist es so leer ohne ihn

    Wir sind doch Gewohnheitsmenschen

    Wir müssen uns doch irgendwann daran gewöhnen.

  • Liebe Alexa,

    Es wird nicht wieder gut / so wie es war weil Dein Schatz ja tot bleibt. Das WIEDER ist es, was nicht kommen kann.

    Aber gut kann es trotzdem werden.

    Neu gut. Anders gut. Und nicht schlechter gut. Einfach GUT.

    Irgendwann kommt der Tag an dem die Erinnerungen zärtlich werden. An dem die Dankbarkeit überwiegt ihn getroffen und lieben gelernt zu haben.

    Auch wenn es sich jetzt so anfühlt als müssen wir für immer leiden.....

    Nein, irgendwann verwandelt sich die Trauer.

    Davon bin ich überzeugt. Meine Trauer hat sich schon sehr stark verändert. Wochenlang konnte ich keine Bilder von ihm anschauen. Und wenn ich ausversehen im Handy auf eins gestoßen bin habe ich sehr geweint.

    Heute morgen habe ich die Fotos auf meinem Handy durchgesehen um die Bilder von ihm an meine Schwester zu schicken. Das habe ich getan um sie auf alle Fälle noch wo anders zu haben. Erstmal, als Sicherungskopie.

    Und ich habe nicht geweint. Ich habe bei manchen Bilder zärtliche Gefühle gehabt, bedauern und Sehnsucht gespürt. Aber es war nicht hauptsächlich Schmerz sondern nur ein bißchen.

    Viele von uns haben schwierige und problematische Zeiten erlebt und überstanden. Nun ist das Schlimmste was man sich nur denken konnte passiert mit dem Liebsten, der Liebsten.

    Das macht erstmal nur ein Überleben möglich. Aber ich hoffe doch sehr, daß es irgendwann wieder ein Leben werden kann.

    Das es wieder ein Leben wird.

    Dieses Buch erscheint neu im September. Der Titel lässt mich hoffen.


    Das Buch gab es schon mal. Ist bei medimops oder als Kindl zu kriegen. Ich warte bis zur Neuerscheinung.

    Ralfsheidemarie

  • Es ist alles so unwirklich. Manchmal denke ich das ist alles nicht passiert und bin ganz normal und dann denke ich an ihn und das es tatsächlich für immer vorbei ist und dann tut es höllisch weh es treibt mir die Tränen in die Augen und ich habe das Gefühl es wird nie besser obwohl es schon besser geworden ist. Die Erinnerubg tut so weh und das nie wieder noch mehr. Die Sehnsucht ist kaum auszuhalten. Wann erwachen wir aus diesem schrecklichen Alptraum. Ich könnte schreien vor Schmerz warum hast du mich alleine gelassen ich hatte dich doch gerade erst gefunden. Wir haben doch nur ein Leben ich wollte meines mit dir teilen. Und jetzt ist es schon wieder vorbei. AAAANNNNDDDYYY :33:

  • Heute hatte ich einen komischen Gedanken. War das alles nur ein Traum das du da warst? Es ist schon 7 Monate her und ich frage mich war das alles tatsächlich wahr? Du warst hier und hast mich geliebt und jetzt ist es vorbei für immer und ewig. Nie wieder. Ich habe Sehnsucht so so sehr nach dir. Ich versuche dich überall mit zu nehmen aber es ist so schwer ohne dich.

  • Aber es ist so schwer diese Traurigkeit. Dieses nie wieder..

    Hi Alexa

    ja, kann ich mit dir mitfühlen dieses Nie wieder ist so endgültig und du bist machtlos und dadurch hilflos da du nichts aber auch

    gar nichts daran ändern kannst. Manchmal laufe ich zu Hause auf und ab wie ein Tiger im Käfig.

  • Ja, dieses nie wieder in diesem Leben. Aber vielleicht danach?

    Ich versuche Abends, wenn ich im Bett liege mir vor zu stellen er kommt mich besuchen. Ich liege ganz still und denke mir aus, daß er die Treppe rauf kommt und ohne was zu sagen sich neben mich legt. Dann fühle ich ihn ganz intensiv.

    Und versuche meine Hand auf seine zu legen. Dann ist er mir nah.

    Und dann ist das nie wieder weg gerückt.

    Es ist ja nur nie wieder hier im Leben auf dieser Welt.

    Und er ist uns nur vorausgegangen. Wir werden auch dort hingehen.

    Dann ist das nicht ein wirkliches nie wieder.

    Mein Ralf hat mich nicht verlassen. Er ist immer noch bei mir. Nur nicht auf dieser realen Welt. Aber in meiner Fantasie ist er da, bei mir, mit mir. Ich werde versuchen damit zufrieden zu sein.

    Ralfsheidemarie