Abschied von meiner Sonne

  • Ihr Lieben alle,

    "Es gibt keine Sicherheit, nur verschiedene Grade der Unsicherheit " hat der russische Dichter Anton Tschechow" geschrieben.

    Es ist so, die Nachrichten können schon beängstigend wirken.


    Liebe Luise, Deine Worte machen keine Angst. Du kämpfst tapfer zwischen Verzweiflung und Lebenswillen. Ein immerwährendes Hin und Her ist das Leben.


    Liebe Renate,

    "Ruhig bleiben..." Du vermittelst mit Deiner Stärke, das das möglich ist.


    Liebe Tereschkova,

    wir haben in der Tat nicht mehr viel zu verlieren, dennoch machst Du Dir Sorgen um andere Menschen.


    Liebe Blaumeise,

    trotz tiefer Trauer und Angst, pfeifst Du im Dunkeln.


    Liebe Flora,

    Angst, Trauer und Einsamkeit sind schwere Lasten. Selbst wenn niemand an unserer Seite ist, haben wir hier die Gelegenheit, unser Empfinden ungeschminkt zu beschreiben.


    Ich gehe mal so und mal so mit der Coronazeit um, oft bin ich so tief traurig, dass ich nichts anderes mehr wahrnehmen möchte, weil ich mir sage "Das reicht, mehr schaffe ich nicht "

    Trotzdem bete und hoffe ich, dass sich das Blatt wendet, und die Menschen wieder ohne Corona leben dürfen. Ich lebe weiter auf Sicht und schaue nicht so oft auf den nächsten Tag.


    So verschieden Ihr seid, Ihr tragt Offenheit und Hoffnung in dieses Forum und vermittelt heilend das Gefühl nicht alleine zu sein.


    Ich wünsche allen von Herzen lichte Momente, Mut der aus Trotz erwachsen kann und dass die Hoffnung hin und wieder einmal vorbeikommt


    Ich umarme Euch dankbar

    Liebe Grüße

    Sommermond

  • Liebe Luise,


    Angst ist ein Überlebensreflex und wird von der Amydala gesteuert, deshalb beißen sich Psychotherapeuten ja seit Jahrzehnten ohne Erfolg mit der Behandlung die Zähne daran aus.

    Die Reaktionen der Amydala , einmal angelaufen, sind dem Wort nicht zugänglich.


    Vor einigen Jahrzehnten !!! mußten meine Kollegen und ich regelmäßig zur psychotherapeutischen Supervision

    die Tips daraus zur Angst- " organisation" die beste Strategie -

    Angstauslöser vermeiden

    also Fernsehen, Radio aus , wenn dein Angstauslöser kommt, keine Zeitung dazu lesen,

    nervenberuhigende, vernünftige Vorbereitung

    und mein Liebstes: Gegenspruch, mit dem es dir persönlich gut geht,

    was auch immer das ist,

    Gebet, " magische " Handlung, - eine Kollegin hatte immer Haare ihrer schwarzen Katze dabei,

    Schulterzucken, wichtig ist, daß es dir entspricht, dich in entspannter Balance ruhen läßt,

    ich persönlich mache sofort die Nachrichten aus, wenn Streßthemen kommen in Moment und bei Corona- ich war dreimal in Indien, habe Lepraverstümmelte gesehen, Frauen mit einer abgehackten Hand,

    also mein Spruch im Moment ist, nun kreischt einmal schön - ihr Pappnasen.

    Nicht nett, weiß ich , hilft aber

    Ruh´dich aus, Angst- meine Liebe- du bist da wirklich nicht allein

    Liebe Grüße

    Bettina

  • Liebe Luise

    Ich verstehe dich sehr gut - auch mir graut davor viele Jahre alleine vebringen zu müssen - ich habe keine Kinder und Geschwister -die Nachbarn sind unsichtbar - gestern war ich in der Garage mit meinem Auto - mein Mann und ich waren immer zusammen da - darauf bemerkte er nur: es ist jetzt halt nicht mehr wie früher, damit muss man sich abfinden, alles ändert sich.....

    Er hat seine Frau seit x-Jahren und alles geht gut.....

    Es lässt sich alles so leicht daherreden, wenn die eigene Welt in Ordnung ist:cursing:<X

    lg BRIJA

  • Liebe Luise,

    auch ich habe solche Gedanken und ich neige schon immer zur Schwarzmalerei. Erstaunlicherweise haben sich die wenigsten meiner Ängste bestätigt, nur das, womit ich am wenigsten gerechnet habe, nämlich der Tod meines Mannes ist eingetroffen. Jetzt muß ich schmerzlich lernen, dass alles unnötig war.

    Ich schicke dir eine Umarmung.

    Liebe Grüße

    Monika

  • liebe Luise,


    ich selbst habe immer wieder diffuse ängste die ich garnicht so genau beschreiben kann...


    ähnlich wie Flora bekomme ich besonders nachts diese ängste, wobei es sich manchmal fast zu panik-attacken ausweitet. sie bewirken, dass ich das gefühl habe SOFORT weg laufen zu müssen. leider weiss ich nicht wohin ich laufen sollte :( ich habe gelernt, tief zu atmen und "so tun als ob nichts wäre".... mir persönlich hilft das....


    dann habe ich manchmal am tag diese angst vor der zukunft - vor aufgaben die noch anstehen, z.b. das haus meiner mutter irgendwann einmal verkaufen wenn sie mal nicht mehr ist.... 600 km weit fahren zu ihr... mutterseelenalleine.... alles, alles alleine stemmen müssen..... dieser gedanke überfordert mich an manchen tagen....


    und wenn dann die panik am tag kommt, sage ich mir selbst "heute ist heute" und ich versuche sofort alle gedanken an die zukunft abzustellen, meistens klappt das.... manchmal fange ich aber auch an, wild durchs haus zu laufen..... wieder dieses weg-laufen-wollen....


    corona macht mir keine angst mehr, entschuldigt bitte, aber nein, es macht mir keine angst mehr.... es kommt eh wie es kommt und ich bin der meinung, wir werden noch sehr lange mit corona leben müssen....


    liebe tröstende umarmung von Bine:30::24:

  • liebe bine,

    dieses weglaufbedürfnis habe ich auch, deshalb gehe ich auch in die natur zu meinen notspaziergängen.

    achtsames gehen und waldbaden sind ja ebenfalls im trend und sollen für vieles helfen, warum auch nicht

    in der trauer. ich muss mich mal näher damit beschäftigen.

    neulich gab es für ein waldbadeangebot 80 interessenten, leider durften nur 20 wegen corona mit.

    vor corona habe ich auch keine angst, die einschränkungen treffen einen halt doch.

    liebe grüße

    flora

  • Meine Lieben,


    ich bin erstaunt darüber, was meine Worte über meine Angst bei euch ausgelöst haben. Wir alle sind miteinander dadurch verbunden... dachte, ich bin allein damit.


    Ihr wirkt so stark - trotz derTrauer - bekommt alles geregelt und habt noch Kraft andere zu trösten und den Kummer mitzutragen.


    Manchmal kann ich auch die Gedanken verdrängen, aber bei Schmerzen... Luftnot... Alleinsein trifft es mich immer besonders und ich falle tief in ein Loch.


    Bekomme Herzrasen und Panikattacken, denke es wäre schön nicht mehr hier zu sein... einfach nicht mehr denken... keine Angst... nur Ruhe... und vielleicht wieder mit Heinz zusammen... geliebt... beschützt... für immer.


    Einfach wie früher... mein Zuhause... mein Glück.


    LG Luise

  • <3 Liebe Luise,<3


    von wegen

    " ihr.... bekommt alles geregelt"

    Sieht manchmal nur so aus....


    "... habt noch Kraft andere zu trösten und den Kummer mitzutragen"


    Das hast du auch, liebe Luise.!!


    Wie oft hast du mich mit deinen Worten erreicht und mich getröstet.


    Wie oft gab mir ein einfacher lieber Gruß von dir wieder Kraft.


    Vergiß das bitte nicht, liebe Luise. :!:


    Du hast hier schon so viel gegeben....


    Heute sitze ich auch im dunklen schwarzen Loch und habe mir vorhin eine ganz bestimmte Schachtel hervor

    geholt.

    Sie stammt von meiner verstorbenen Freundin rabelein, die bis zu ihrem Tod hier schrieb (ihr Tod war der Anlaß mich hier anzumelden).

    Sie hat mir die Schachtel "vererbt". Darin finden sich Texte von ihr, Geschichten, Gedichte etc. Die sie irgendwo abgeschrieben hatte.


    Manchmal greife ich in die Schachtel und hole mir wahllos ein Blatt heraus.


    Heute fand ich folgendes:


    "Verlier den Stern nicht aus den Augen,

    auch wenn alles um dich herum dunkel erscheint.

    Verlier den Stern nicht aus den Augen,

    auch wenn scheinbar niemand zu dir hält.

    Verlier den Stern nicht aus den Augen,

    auch wenn du an Strukturen, die dich dein Leben nicht leben lassen, nichts ändern kannst

    Verlier den Stern nicht aus den Augen

    Er gibt dir immer Hoffnung

    und führt dich zum Leben".


    (ich weiß nicht wer dies geschrieben hat, sie hat es nicht dazu geschrieben)


    Für mich passt er gerade. Ich klammere mich regelrecht daran fest.


    Ich "schenke" dir den Text.


    Vielleicht gibt es dir auch was! Würde mich freuen.


    Alles Liebe

    und eine sanfte Umarmung


    blaumeise :24:

  • Ihr Lieben alle,

    mit Euren Worten, Zitaten, Bildern, Likes,

    Eurer Offenheit Emphatie und manchmal auch mit Eurem Humor seid Ihr für mich alle mutige Menschen, die mich in meiner Angst auffangen können. Ich denke, die meisten von uns haben Angst und hoffentlich auch manchmal den Mut, sie zum Teufel zu jagen.

    Euch allen einen erträglichen Abend

    Liebe Grüße

    Sommermond

  • Liebe Luise

    Ich muss blaumeise recht geben, ...uns allen geht es an manchen Tagen ganz schlecht, und an solchen Tagen hast du mir dann Mut gemacht, weiter zu machen, du und Sommermond, und wie ihr da alle seit und heißt.... wir haben nur uns, sonst versteht uns keiner so richtig, .... ja sicher , mancher bemüht sich, aber wirklich verstehen, so ist es nun mal , könnt nur ihr mich, und wir dich....


    Ich denke weil uns so viel unüberlegte, Taten und Handlungen, zu Strömen, darum wollen wir , oder versuche ich, vorher mal nachzudenken, und dann zu schreiben.... ich kann nicht nur Trost erwarten , jedoch keinen geben, .... ich bekomm so viel Trost, in diesen Forum, und versuche ein wenig, .... und das auch nur wenn ich nicht grad ganz traurig bin, .... an euch zurück zu geben.


    Wir alle sind stark, der Meinung bin ich, .... jeden und jeden und jeden Tag.

  • Liebe Luise<3:24::30:<3


    natürlich haben wir alle Angst... mal mehr , mal weniger stark...


    Ich glaube auch das die Angst uns sogar zu einem mitfühlenden Menschen macht...

    Sonst würde es hier keine Antworten geben...<3:30:<3


    Ich habe in dem Sinne keine Angst vor Corona für MICH.

    Fände es aber entsetzlich , wenn sie mir meine Kinder, meine Enkel und die noch wenigen innigen Freundschafen die ich noch LEBEND um mich habe , mir nehmen würden...


    bis jetzt ist es immer bei Freunden der Krebs oder der Herztod<3:33:<3

    Ich glaube gerade auch Angst ist eine Facette der LIEBE<3<3 weil wir das Wissen um unsere Sterblichkeit haben


    ganz traurig prosaisch.

    Einschränkungen durch Corona


    ab morgen früh dürfen wieder Bewohner von einign Provinzen ( län) in schweden und das Jämtland wo wir wohnen ist auch dabei. nur nach Deutschland einreisen wenn wir sofort in Dutschland einen Covid19 Test machen

    UND

    14 Tage dann noch nicht einmal die gemeinsame Wohnung oder das Haus von demjenigen den wir besuchen wollen in dem Sinne aufsuchen , weil wir 14 tage isoliert in einem Zimmer zubringen müssen..

    Laut der der deutschen Botschaft in Stockholm.. also wirklich keine fakenachricht im Netz ... sondern bitterer Fakt...


    Das macht mich zum beispiel jetzt traurig und wütend und ängstlich zugleich, weil ich mich ernsthaft frage, wo da die Zwischenmenschlichkeit bleibt...

    das hier schreiben

    das merken wir ja alle

    ersetzt keineswegs den körperlichen Kontakt ...


    Covid 19 frei aber dennoch "betroffen"

    es sind schwere Zeiten<3:24::30:;(<3


    <3

    friedvolle Gute Nachtgrüsse lasse ich hier

    <3:saint:<3 Sverja



  • Guten Morgen meine Lieben,


    bin gerade ganz verstört aufgestanden. Habe von meinem Mann geträumt und bin wie betäubt.


    Es ist mir wieder bewusst, dass ich immer alleine sein werde...humpelnd ins Bad... alles tut weh... aber das Schlimmste ist diese Gewissheit. Und es wird natürlich bedingt durch mein Alter... Krankheit... täglich beschwerlicher werden. Morgens befällt mich diese Angst... vor dem 3. Schlaganfall... nicht mehr sprechen zu können... dahinzuvegetieren... ohne Liebe womöglich noch jahrelang... alleine.


    Es ist niemand mehr da, alle haben sich "abgeseilt"... ich habe alle begleitet... ich bin so wütend... sie alle haben es sich leicht gemacht... ich war noch bei ihnen... sie waren nicht alleine.


    Warum bin ich die Letzte?
    Was habe ich getan?


    LG Luise

  • Liebe Luise,

    Es tut mir leid. Ich setze mich ein wenig zu Dir und drücke Dich. Auch wenn es nicht tröstet, heute geht es vielen von uns nicht gut. Es wird sicher ein wenig helfen, wenn Du Deine Wut ein wenig heraus lässt.


    Liebe Grüße

    Sommermond

  • Liebe Luise<3:30:<3

    Ich glaube das wir, die wir hier schreiben immer wieder einmal gedanklich Platz NEBEN den anderen Tauernden nemen , die Hand halten, eine schulter zum anlehnen anbieten... voller Mitgefühl<3:30:<3:24:<3

    aber ja,

    das ist nicht die Realität...

    Es ist wahrhaftig nicht leicht... aber ab einem bestimmten Zeitpunkt im Leben sterben immer mehr von unseren geliebten Menschen<3...

    und ....

    was ich auch häufiger erlebt habe und noch sehr vereinzelt glücklicherweise erlebe ...


    Liebevolle engagiert Menschen die von ANDEREN asls Stütze , als "Fels in der Brandung" angesehen werden... sie können von diesen anderen Menschen nicht als einmal sich schwach fühlend angesehen werden...


    Das schreibe ich GLAUBE ich ohne Verbitterung... zumindest grösstenteils...


    Ich glaube du meinst damit Menschen die gestorben sind<3:30:<3 Oder?

    Es ist niemand mehr da, alle haben sich "abgeseilt"... ich habe alle begleitet... ich bin so wütend... sie alle haben es sich leicht gemacht... ich war noch bei ihnen... sie waren nicht alleine.

    es gibt ja nicht mehr dieses Stufendenken in der Trauer

    aber

    WUT darf sein...<3:evil:

    auf die Dauer hilft es aber nicht den FRIEDEN in der Trauer <3 mehr und mehr wahr zunehmen...


    Meiner Meinung nach kann ein dritter Schlaganfall durchaus grösstenteils durch Blutverdünner und herzstärkende Mittel grösstnteils verhindert werden...

    und

    liebe Luise <3 ... ich glaube es humpeln morgens viele ins Badezimmer<3:24::30:<3

    liebevolle Herzensgrüsse<3:24::30:<3

    <3Sverja




  • Liebe Sverja,


    ja, es humpeln auch andere, aber ich musste mich mal bemitleiden;)

    Nehme seit Jahren blutverdünnende undHerzmedis, trotzdem hatte ich Anfang des Jahres den 2. Schlaganfall und diesen Sommer noch eine TIA.

    Aber es erwischt einige immer

    wieder ( genetisch bei mir).


    LG Luise ♥