Vor 4 Wochen war meine Welt noch fast in Ordnung..

  • Liebe Petra,


    mit dem friedlichen Loslassen mit dem was dich seelisch belastet hat, kannst du auf das ausrichten, was dir gut tut.

    Wir müssen lernen, die eigene Endlichkeit zu akzeptieren und achtsam mit uns selbst umgehen.

    Leider habe ich das Gefühl, mich noch nicht selbst gefunden zu haben.


    alles Liebe Maike

  • liebe Petra,


    danke dass du uns von deinem erlebnis mit der musik erzählt hast.... musik kann blockaden lösen und dieser mann hatte wohl das richtige händchen diesem instrument die richtigen klänge für dich zu entlocken.


    es ist gut dass du weinen konntest, weinen reinigt die seele....


    liebe umarmung von Bine

  • Liebe Petra,

    die Erfahrung die du schilderst klingt sehr schön und deine Erkenntnis sehr berührend. Musik ist etwas sehr heilsames.


    Ich freu mich für dich das es dir gut tut <3

    Ich wünsch dir noch viele angenehme Erfahrungen,

    Isabel

  • zuerst

    ihr Lieben <3 alle<3


    ich konnte wirklich aus meinem Gefühl heraus bei allen euren beschriebenen Empfindungen voll und ganz das " ja, ich verstehe dich" anklicken, weil wir alle in sehr vielen ambivalenten Gefühlszuständen sind


    liebe , herzliche Umarmungen <3:30::24:<3:30:<3 wer es sich vorstellen kann

    von eurer Sverja gerne gegeben

  • Liebe Petra <3


    ich war völlig mitgerührt...

    unbekannten Instrument sanfte liebliche Melodien gespielt und dazu gesummt-gesungen. Das hat mich derart berührt, weil ich da die Erkenntnis hatte, dass zum ersten Mal seit fast 10 Monaten jemand etwas für mich gemacht hat, eben für mich gesungen. Ich habe für die Pflege von Andi alles gegeben und da sitzt so ein junger Mann und singt mich an. Da sind alle Dämme gebrochen.


    Mein Fazit davon war: ich muss mir mehr vergönnen, weil ich es wert bin!

    natürlich dachte ich sofort an eine Sitar, ein indisches Instrument, aber das muss nicht sein...

    Es ist einfach so schön dass du dir das vergönnst ... Musik heilt ...



    zum bewussten Umgang mit mir geschult und bei einer Therapie sind mir aber so die Tränen gekommen

    ich habe es dennoch unter das erste Zitat gestellt weil die wichtigste erkenntnis glaube ich ist, das du etwas geschenkt bekommen hast, nach einer immens anstrengen Pflege... Ich kann das sehr gut mitempfinden ...euren Weg...

    ja , einen bewussten Umgang ohne einen alltag einmal zu haben, das ist auch ein " guter" Weg zur Heilung... ich bin der Meinung , das jeder seinen weg geht und auch findet was zu ihm " passt"<3


    Ich habe die Aufgabe bekommen zu entschleunigen und das ist für mich gar nicht so einfach, weil ich eigentlich eine "Checkerin" bin.

    da schreibe ich jetzt einfach nur <3:) GUT:)<3


    <3lichst deine Sverja

  • Ihr Lieben,


    gestern wäre mein Andi 54 Jahre jung geworden. Ich habe mit den engsten Freunden - coronamäßig korrekt - zusammen an ihn gedacht und zusammen geweint. Er fehlt so sehr. Ich schaffe mein Leben zwar, aber ohne ihn macht das keinen Spaß. Ja, ich lache wieder und unternehme was, aber all das kann ihn nicht ersetzen. Irgendeinmal werde ich vielleicht verstehen, wieso wir uns das frühe Gehen von Andi für unseren Lebensplan ausgemacht haben, wir müssen ganz schön meschugge gewesen sein damals!


    Liebe Grüße

    Petra

  • Liebe Petra!

    Ich schicke dir eine liebe :30:.

    Ja gerade solche Tage machen es einem immer wieder bewußt,

    das der Liebste gar nicht mehr da ist und nie zurück kommt.

    Ich wünsche dir alles Gute Liebe Grüße Helga

  • Ihr Lieben,


    in der Nacht von heute auf morgen um 4 Uhr 16 jährt sich Andis Todeszeitpunkt. Das ist ein besonders schmerzlicher Moment. Ich kann es kaum glauben, dass es schon ein Jahr her ist. Manchmal ist es als wäre es erst gestern gewesen und manchmal meine ich, es wäre schon ewig her. Ich kann es noch immer nicht fassen, dass ein Gehirntumor diesen tollen Menschen mit nur 53 Jahren so schnell dahingerafft hat.

    Ich habe mich in meine "neues und ungewolltes" Leben ganz gut eingewöhnt und kann ziemlich gut mit mir alleine sein, trotzdem fehlt er an allen Ecken und Enden. Ich war und bin ein sehr selbständiger Mensch, kann Dinge reparieren, bin handwerklich geschickt und komme gut zurecht, aber die Sicherheit, die Kraft und vor allem die Liebe die ich von Andi bekommen habe, kann nichts ersetzen, das wird mir an so einem Gedenktag wieder sehr schmerzlich bewusst.

    Ich hatte mir versprochen innerhalb des Trauerjahres keine großen Entscheidungen zu fällen und das war gut so. Im ersten Moment wollte ich das von Andi so geliebte Wochenendhaus verkaufen, weil es so sehr mit ihm verbunden war und ich es nicht einmal betreten konnte. Inzwischen liebe ich es und bin heilfroh es nicht verkauft zu haben. Ich habe sein Auto übernommen, dass am Anfang einfach zu groß für mich war und jetzt liebe ich es. Das Trauerjahr hat schon seine Berechtigung!

    wenn ich an den Tag im Vorjahr zurückdenke, es hatte 38 Grad - und ich versuchte mit einem mobilen Klimagerät das Sterbezimmer einigermaßen kühl zu halten, kommen doch sehr traurige Erinnerungen.

    Er schlief schon seit 4 Tagen pausenlos und ich wusste, es ist bald so weit.... ich schlief neben ihm und wurde wach als er zweimal seltsam atmete. Ich sprang auf und wusste sofort, das ist jetzt der letzte Atemzug - und so war es. Wie gelähmt stand ich da und konnte gar nicht weinen, ganz im Gegenteil, ich tröstete unsere 24-Stundenhilfe. Ich öffnete das Fenster, zündete wie ferngesteuert eine Kerze an, es dämmerte schon, und sah fassungslos auf sein liebes Gesicht. Ich verständigte unser Hospizteam, die dann alle Schritte einleiteten.


    Andi wurde immer wächsener und es gab eine einzige Stelle am Oberschenkel die noch sehr lange warm blieb und die ich immer wieder berührte um noch ein bisschen "Leben" in ihm zu spüren. Alles andere, der Besuch des Hospizteams, die Amtsärztin liefen an mir vorbei. Als man ihn abtransportieren wollte flüchtete ich in mein Schlafzimmer, dass konnte und wollte ich nicht sehen, wie er in so einen Alubottich gelegt wird. Meine Schwägerin, die das ganze statt mir beobachtete erzählte später, dass die Männer überrascht waren einen doch so jungen Menschen abholen zu müssen. "Wie traurig, er war nur 2 Jahre älter als ich" , sagte der Sargträger geschockt. Andi bestand nur noch aus Haut und Knochen, sagte sie, ich bin froh, dass ich das nicht auch noch gesehen habe!


    Wenn ich heute an Andi denke, dann -Gott sei Dank - habe ich das Bild des gesunden Andi vor mir, nicht den "siechenden" kranken Mann. Schön langsam komme ich auch an den Punkt, wo ich mit Dankbarkeit an unsere Zeit denke. Andere Paare sind endlos zusammen und können sich an Harmonie und Liebe gar nicht mehr erinnern. Ich hatte nur 16 Jahre mit ihm, die waren aber wunderbar und ich bin ihm unendlich dankbar für diese große Liebe, die ich erfahren durfte - und doch hätte ich das so gerne noch viel länger gehabt.....

    Liebstes Schatzale, du wirst immer meine große Liebe bleiben und ich danke Dir für diese bedingungslose Liebe, die du mir geschenkt hast. Morgen um 4 Uhr 16 haben wir ein Date - vergiss das nicht. Wir treffen uns im Bistro Petra auf ein Glaserl Rotwein, wie früher, wenn wir nicht schlafen konnten. Und dann geht es für mich in ein weiteres Jahr ohne dich...……….aber ich werde das schaffen, weil du es von mir erwartest und ich es dir versprochen habe!

    Ich liebe dich so und vermisse dich jeden Tag! <3


  • Liebe Petra <3 mit Schatzale Andi im Herzen und Leben,


    so empfinde ich deinen berührenden , mich völlig ergreifenden Gefühlsbericht der mir sehr viele memories bescheret bei dem durchlesen aller deiner Empfindungen

    und

    uch wie du seinen Tod immer mehr realisiert hast .. ja auch noch die Wärme am Bein verspürend um langsam Abschied zu nehmen...


    So vieles Verbindendes haben wir hier alle...

    Bei einem Tode durch ein Glioblastom gibt es bei mir ja noch , wie soll ich es ausdrücken...

    es ist eine Vertrautheitsebene...

    Eine schmerzhafte aber ja , so verstehe ich es auch... durch die nicht Heilbarkeit

    ein nein ....nicht vortrauern können,....

    sondern das lese ich auch aus deinen Worten heraus...

    es wird eine völlig bedingungslose Liebe , weil man ja auch nichts mehr in dem üblichen Sinne erwarten kann...


    Diese Diagnose ist ultimativ... Insbesondere für uns Partner<3<3

    Dennoch wage ich zu schreiben ... sie ist aus den oben beschriebenen Gefühlen für MICH auch eine Bescherung... Damals , nach dem Tode schon und jetzt sehr viel mehr...

    Ich glaube , das du es vielleicht auch so sehen kannst ?<3

    Wenn ich heute an Andi denke, dann -Gott sei Dank - habe ich das Bild des gesunden Andi vor mir, nicht den "siechenden" kranken Mann. Schön langsam komme ich auch an den Punkt, wo ich mit Dankbarkeit an unsere Zeit denke.

    ich danke Dir für diese bedingungslose Liebe, die du mir geschenkt hast. Morgen um 4 Uhr 16 haben wir ein Date - vergiss das nicht. Wir treffen uns im Bistro Petra auf ein Glaserl Rotwein, wie früher, wenn wir nicht schlafen konnten. Und dann geht es für mich in ein weiteres Jahr ohne dich...………

    da kann ich auch schreiben... wie liebevoll und schön du euer Leben beschrieben hast ...und jetzt dein Leben

    mit Andi im Herzen und Leben...


    Das Vermissen wird anders...<3<3 Zumindest empfinde ich es so...

    Mein Seelenmann wandert immer mehr in mein Herz , was voller Liebe ist,

    voller Liebe zu Gegangenen und Lebenden


    Ein inniges Gefühlszusammensein wünsche ich dir bei deinem Date <3<3 welches ja auch immerwährend sein kann


    von mir bekommst du Herzensgrüsse<3<3<3<3<3<3

    du kannst sie dir auch immer abholen , wenn du sie brauchst

    alles Liebe<3:24::30:<3

    deine Sverja

  • Liebe Petra!

    Das ist so schön,wie du es geschrieben hast.Ich umarme dich:30: und

    ich finde es schön,das du Freude an den Dingen hast,die du erst verkaufen wolltest.

    Manchmal ist es gut,wenn man doch noch länger mit Dingen wartet.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft.Liebe Grüße Helga

  • Liebe Helga,


    ja es hat schon was auf sich, das mit dem Trauerjahr. Man reift selbst im Alter noch daran. Aber das weißt du ja auch. Es hat sich viel verändert in diesem Jahr und ich bin froh, dass ich nicht sofort meinem Drang nach Veränderung nachgegeben habe, denn mit vielen Dingen habe ich mich erst viel später ausgesöhnt - siehe Wochenendhaus.


    Ein lieber Freund schrieb mit gestern: Versuche diese starke liebe in Kraft umzuwandeln. Schön gesagt und vielleicht gelingt es mir auch!


    Liebe Grüße

    Petra

  • Liebe Tigerlily, liebe Sverja,


    der heutige Tag ist einfacher als der gestrige! Da hat es mich schwer gehabt, besonders Abends. Ich bin wirklich um 4.16 aufgestanden, aber hatte keine Tränen mehr und so hab ich mich kurz mit dem leeren Sessel mir gegenüber unterhalten und bin wieder schlafen gegangen.


    Heute habe ich das Gefühl wie ein Motor ein Stück weiter getrieben worden zu sein im Guten. Vielleicht wartet noch eine ausgefüllte Zukunft auf mich, ich werde mich auf alle Fälle bemühen, die Zeichen zu erkennen und gegebenenfalls richtig abzubiegen.