Erinnerungen an Liebgewonnenes

  • Liebe Karin


    Ich habe alle Bücher von Eben gelesen, auch die anderen von Blaumeise erwähnten und fand sie alle interressant.


    Insgesamt sicher Dutzende die sich mit der Thematik beschäftigen. Aber wie Blsumeise schon sagte: Beweise gibt es nicht, weder in die eine, noch in die andere Richtung. Zumindest nicht in Büchern.


    LG,

    Sky / Robert

  • Lieber Robert,


    hatte mich vor ca.zwei Jahren schon einmal mit der Thematik befasst.


    Jetzt kam mir dieser Buchtitel vor die Augen.


    Dachte,könnte ich einfach mal lesen.


    Beweise gibt es nicht,auch das ist mir klar.


    Einen ruhigen Abens wünsche ich,


    Karin

  • Guten Tag,


    ein paar für mich positive Erlebnisse.


    Ich war gestern mit einer Freundin in der Stadt zum Frühstück verabredet.


    Unterwegs rief mich mein Sohn an.


    Vor ca.1,5 Jahren erkundigte ich mich in Absprache mit meinem Sohn ,ob sein Freund


    einige Kleidungsstücke von seinem Vater haben möchte.


    Dieser Freund kam sehr schnell mit meinem Jungen zu mir.


    Geplant war nur ein Anzug,der einmal getragen war.


    Dieser Freund probierte das Kleidungsstück an ,zeigte es mir angezogen und meinte : wie für mich


    gemacht. Er hat sonst immer Probleme mit der Arm. - Beinlänge bei fast zwei Meter Körperlänge.


    Ich sah seine Freude und fragte ihn,ob er noch mehr Kleidungsstücke haben wollte.


    Ja,er probierte nach und nach alle von mir angebotene Kleidung an und nahm alles mit.


    Ich muss dazu sagen,die Hemden hatten einen bestimmten Stil,die Hose war aus Nubukleder.


    Mein Mann war absoluter Country – Fan,der junge Mann ist im Rock and Rollverein.


    Wenn man sich etwas stylen möchte,passt zu den Hemden nicht unbedingt eine Krawatte,



    Der Freund wusste,ich habe noch zwei Western - Krawatten und einige besondere Gürtelschnallen.


    Er bat meinen Sohn mich zu fragen,ob ich diese Dinge auch abgeben würde.


    Diese “ Schmuckstücke“ liegen jetzt seit fast drei Jahren in der Schublade.


    Ich freue mich sehr,wenn sie von jemanden getragen werden,der eine Erinnerung an meinem Mann


    hat.





    Gestern stellte ich einer mir vage bekannten Person eine für mich wichtige Frage.


    Diese Frage wurde mir beantwortet,auch darüber habe ich mich sehr gefreut,weil sie mein


    Gefühl bestätigte.


    Ich wünsche einen ruhigen Tag,

    Karin

  • Bin gerade in meinen Erinnerungen versunken und schaue mir Fotos aus dem letzten Jahr an.






    Sogar vor der St.Marienkirche sitzt ein Teufel.




    Himmelsgedanken v. K.May: Dein Engel (24)



    [IMG:https://2.bp.blogspot.com/-Vi7294UKYW0/UzGHXDjOhZI/AAAAAAAAUXE/P9mEl61OLCY/s1600/gedichte+karl+may.jpg]





    Dein Engel



    Glaube nicht, du seist verlassen.
    Wenn dir kein Mensch zur Seite steht.
    Lern nur den leisen Hauch erfassen.
    Der, wenn du klagst, dich lind umweht.
    Es zieht ein sinnenfremdes Mahnen
    Dein geistig Wesen zu sich hin:
    »Willst du, willst du denn gar nicht ahnen,
    Daß ich, dein Engel, bei dir bin?«



    O wolle nicht darüber trauern.
    Daß dich kein Mensch im Herzen trägt.
    Dort, jenseits unsrer Kirchhofsmauern,
    Giebts einen Puls, der für dich schlägt.
    Er hat für dich schon hier geschlagen,
    Und fühlst du ihn, so sagt er dir:
    »Du wirst auf Flügeln stets getragen;
    Ich bin dein Engel; glaub es mir!«



    O laß dir nicht ins Auge steigen
    Des Leides stille Thränenfluth.
    Wiß, daß grad in den schmerzensreichen
    Geschicken tiefe Weisheit ruht.




    Grad in des Lebens schwersten Stunden
    Spricht tröstend dir dein Engel zu:
    »Durchs Leiden hast du mich gefunden;
    Ich bin getrost; nun sei's auch du!«


    [IMG:https://4.bp.blogspot.com/-pm31NZtQvLQ/UOhQ5CsqdXI/AAAAAAAAMpE/c9PryXBrM_A/s1600/stern.jpg]

  • Liebe Blaumeise,


    danke der Nachfrage.


    Nein,nicht wirklich,wandere auf den 27.10. zu.



    Am 27.04.2018 ist mein Liebster gestorben.


    Bin jetzt fast 30 Monate ohne Ihn in dieser Welt weiter gegangen.


    Es ist viel passiert,die Zeit rennt einfach weiter.


    Nachdem alle Formalitäten erledigt waren,fiel ich in ein Loch.


    Mein Sohn erklärte mir, er möchte es nicht so schnell wieder erleben, was am 27.04.18 passiert ist.


    Ich entschied mich für mein Weiterleben.


    Buchte eine Reise nach Cornwall.


    Ich sammelte andere Eindrücke,ich brauchte etwas für mich.


    40 Jahre ein Wir,jetzt ein Ich.


    Die neuen Eindrücke legte ich wie eine Daunendecke auf meine Wir – Erinnerungen.


    Der 41 Hochzeitstag kam. Meine Restfamilie ging mit mir in unser Lieblingsrestaurant.


    Gedanklich und in unseren Gesprächen saß mein Liebster,Vater und Großvater mit am Tisch.


    Adventszeit und Weihnachten ohne Ihn.


    Silvester bin ich wieder geflüchtet,verbrachte die Zeit in Mainz und Frankfurt.


    Neue Eindrücke ,die ich auf die Wir – Erinnerungen legte.


    Im Januar und Februar standen die ersten Geburtstage an,mein Liebster saß gedanklich und in


    unseren Gesprächen bei uns.


    Neue Eindrücke ,die ich auf die Wir – Erinnerungen legte.




    Im April mein Geburtstag,der Geburtstag von zwei Enkelkindern,sein Geburtstag und drei Tage


    später sein Jahres. - Sterbetag.


    Bin das erste Mal mit meinem Sohn und seiner Familie zusammen in Holland für sechs Tage


    gewesen.


    Wollten den Jahrestag mit unseren Verwandten verbringen.


    Wir änderten unsere Pläne ,mein Schwager mußte sich einer schweren Operation unterziehen.


    Wir besuchten ihn im Krankenhaus in Amsterdam.


    Neue Eindrücke ,die ich auf die Wir – Erinnerungen legte.



    Im Mai 2019 nahm ich an einer Reha - Maßnahme teil,sie dauerte sechs Wochen.


    Der Schwerpunkt lautete : Umgang mit der Trauer.


    Die bewusste Auseinandersetzung mit dem Geschehen half mir.


    Da ich meinen liebsten Menschen bis zum Ende begleitet habe,verstand ich auch sein Gehen .


    Er hatte keine Kraft mehr.


    Mir blieb trotz der Anwendungen sehr viel Zeit,um über mein Leben nachzudenken.


    Ich hatte sehr viel Glück mit meinen Tischnachbarn,wir wurden ein eingeschworenes Team,


    wir halten heute noch Kontakt.


    An unseren freien Wochenenden fuhren wir nach Hamburg, Lübeck und zum Timmendorfer -


    Strand.


    Ich stellte fest,ich konnte mit meiner Trauer neue Sozialkontakte aufbauen.


    Neue Eindrücke ,die ich auf die Wir – Erinnerungen legte.



    Nach meiner Reha fuhr ich für drei Tage nach Amsterdam. Der Samstag war zur freien Verfügung.


    Mein Schwager holte mich aus dem Hotel ab, ich verbrachte den ganzen Tag in seiner Familie.


    Als er mich ins Hotel zurück brachte,bestätigte er mir nochmals,ich bin weiterhin ein Mitglied


    seiner Familie. Ich sah mich als Witwe seines Bruders und Mutter seiner Nichte und seines


    Neffen.


    Neue Eindrücke ,die ich auf die Wir – Erinnerungen legte.



    Im Oktober 2019 machte ich eine Rundreise durch Griechenland ,sehr anstrengend und sehr


    informativ. Man fiel abends unheimlich müde ins Bett.Hatte den Vorteil,ich war zu müde ,


    um nachzudenken. Bei dieser Fahrt,wie auch auf der Reise nach Cornwall gewann ich gute


    Kontakte,die bis heute anhalten.


    Neue Eindrücke ,die ich auf die Wir – Erinnerungen legte.




    Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit fand eine Arztbegleitung statt.


    Hier traf ich eine Freundin wieder,wir kennen uns seit 1975.


    Wir besuchten ähnliche Fachschulen,bekamen etwa zur gleichen Zeit unsere Kinder.


    In der Kindergarten. - Grundschulzeit trafen wir uns oft.Dann riss der Kontakt für einige Zeit ab.


    Nun verbringen wir oft unsere Freizeit zusammen.



    Unseren 42.Hochzeitstag feierte ich mit meiner Familie.


    Beging gemeinsam mit meiner Freundin den letzten Jahreswechsel.


    Im Februar fuhr ich auf die Insel Norderney


    Neue Eindrücke ,die ich auf die Wir – Erinnerungen legte.






    Im April hatten meine Freundin und ich einen gemeinsamen Urlaub geplant.


    Leider kam Corona dazwischen.


    All diese Aktivitäten halfen mir,mein so nicht gewolltes Leben bislang auszuhalten.



    Wer meine Zusammenfassung liest,sollte denken,trauert sie noch ?


    Ja,das tue ich sehr.


    Ich versuche nur, unsere wundervollen gemeinsamen nicht mehr zu begehenden Pfade zu


    verlassen, und mir einen neuen Weg zu suchen.


    Diesen muß ich allein begehen, gedanklich nehme ich natürlich meine Liebsten mit.


    Sie sind und bleiben immer ein Teil von mir und sind mit meinem sogenannten


    neuen Leben verbunden. Sie gehören zu mir.


    In meinem engsten privaten Bereich gab es einige schlimme Umbrüche.


    Sie sind äußerst belastend für mich und bringen mich oft an die Grenze der Verzweiflung.


    Zurzeit bin ich sehr müde, apathisch und wortlos.


    Wenn ich meinen Kopf einschalten kann,weiß ich ,ich war immer da,als sie mich brauchten.


    Es stellte sich mir nie die Frage,habe ich etwas versäumt.


    Dieses Wissen schaltet aber nicht meine Trauer aus.


    Die Frage, was ist , was wird aus mir, wird nicht beantwortet.


    Ein guter Freund,ich besuchte ihn vor gar nicht langer Zeit,bat um einen erneuten Besuch.


    Ich werde ihn zeitnah tätigen.


    Ich wünsche einen ruhigen Tag,


    liebe Grüße,


    Karin :24:

  • Liebe Karin,


    Danke für deine ausführliche Information.


    Ich bewundere, wie du deinen schweren Weg gehst und trotz allem, nach vorne schaust und dich nicht aufgibst.

    Chapeau.


    Das Leben hat uns plötzlich an einen anderen Platz gestellt. Einen, an den wir nie hin wollten!!


    und wir müssen damit klarkommen.


    Und das ist absolut nicht leicht....


    Trauer um unsere Lieben...

    UND dennoch ein gutes Leben haben.


    Ja , das geht!

    Ist mit

    einander zu vereinbaren


    Es ist ein UND !!!

    kein ODER !


    Aber um zu dieser Einstellung zu gelangen - und sie auch umsetzten können -

    muss man erst eine große Strecke auf dem Trauerweg gegangen sein... mit all den Kurven, den tiefen Tälern, den spitzen Steinen, den bodenlosen Löchern,

    der Verzweiflung, der Mutlosigkeit, der Einsamkeit, der Angst....und man braucht viel Geduld mit sich selbst und großen Mut, um immer wieder aufzustehen um

    trotz aller Widrigkeiten das Leben wieder anzunehmen und seine neue Rolle im Leben zu finden...


    Wie du so sagst: vom WIR zum ICH.


    Dabei wäre Liegenbleiben um so viel leichter... wäre so verführerisch....


    Doch


    das Leben wieder lieben zu dürfen...


    empfinde ich als ein ganz besonderes Geschenk... um nicht zu sagen als Gnade.


    Und dafür bin ich dankbar.


    Ich muss allerdings gestehen, dass ich manchmal alles wieder vergesse, im Selbstmitleid suhle und mir diese Einstellung immer wieder aufs Neue hart erkämpfen muss.


    So wie wahrscheinlich auch du hin und wieder hart um deine Balance kämpfen musst.


    Wohin der Weg uns führt? Diese Frage stelle ich mir jeden Tag aufs Neue.


    Ich weiß es nicht!


    Ich weiß nur: der Weg ist da.


    Was einen erwartet, weiß man nie und das macht zumindest mir etwas Angst.


    Aber ich bin auch sehr neugierig....!!


    Und das mindert die Angst ein wenig.


    Vor langer Zeit sah ich ein Buch im Schaufenster einer Buchhandlung. Ich kenne das Buch nicht, aber der Titel hat sich so bei mir so eingeprägt, dass ich sehr oft daran denke. Der Titel lautet: "Der Weg entsteht unter deinen Füßen"

    Könnte fast ein Lebensmotto sein, oder?


    Ich versuche das Leben anzunehmen. Es so zu nehmen, wie es gerade ist.


    In etwas so wie Kirkegaard es gesagt hat: vorwärts leben... rückwärts verstehen.


    Ich muss nicht gleich alles verstehen.


    Gestern habe ich mal wieder das kleine Büchlein von Victor Frankl herausgekramt.


    Er hat das KZ überlebt und über seine dortigen Erfahrungen das einprägsame Buch "Trotzdem Ja zum Leben sagen" geschrieben.

    Er hat soviel grausames erleben müssen. Er war in verschiedenen Konzentrationslagern, ist dort sehr knapp dem Tod entsprungen und hat seine Familie verloren.


    Und trotzdem sagte er Ja zum Leben!!! Fand im Leid einen Sinn.


    Ich habe in den letzten Jahren dieses Büchlein wohl mindestens ein dutzend Mal gelesen und kann es nur empfehlen.


    Für mich sind Frankls Schriften eh ein echter Schatz., obwohl manche teilweise schwer zu lesen sind.


    Er schrieb unter anderem:


    "Für gewöhnlich sieht der Mensch nur das Stoppelfeld der Vergänglichkeit; was er übersieht, sind die vollen Scheunen der Vergangenheit.

    Im Vergangenen ist nämlich nichts unwiederbringlich, verloren,

    vielmehr alles unverlierbar geborgen."


    Er sagte auch einmal: " Wie oft sind es erst die Ruinen, die den Blick frei geben, auf den Himmel"


    Ach Karin, ich weiß jetzt gar nicht, warum ich hier das alles schreibe.

    Klingt wahrscheinlich ziemlich wirr und in Bezug auf deine Info unpassend.


    Es sind halt gerade so Gedanken, die in meinem Kopf rumschwirren -

    zu nächtlicher Stunde. Es ist 03. 00 Uhr. Ich kann nicht schlafen, habe Schmerzen und fühle mich einsam und kann mich kaum konzentrieren.


    Verzeih, wenn ich dich jetzt zugeschwafelt habe.

    Wenn du möchtest, lösche ich den Text.


    Liebe Karin, ich wünsche dir noch ganz viele neue Eindrücke, die du auf deine "Wir-Erinnerungen" legen kannst.


    Fühl dich verstanden und umarmt


    In großer Verbundenheit


    blaumeise :24:

  • Guten Morgen Blaumeise,


    bitte lösche Deinen Text nicht.


    In ihm hast du auch noch sehr viele Gedanken geäußert,die mich bewogen haben,meinen Weg so zu gehen,wie ich ihn bislang gegangen bin.


    Aber um zu dieser Einstellung zu gelangen - und sie auch umsetzten können -

    muss man erst eine große Strecke auf dem Trauerweg gegangen sein... mit all den Kurven, den tiefen Tälern, den spitzen Steinen, den bodenlosen Löchern,

    der Verzweiflung, der Mutlosigkeit, der Einsamkeit, der Angst....und man braucht viel Geduld mit sich selbst und großen Mut, um immer wieder aufzustehen um

    trotz aller Widrigkeiten das Leben wieder anzunehmen und seine neue Rolle im Leben zu finden...

    Ich kämpfe jeden Tag darum.



    Meine Sachlichkeit beim Schreiben passt nicht mit meiner Gefühlswelt überein.


    Nur sehr wenige Menschen kannten oder kennen mich.


    Meine Erinnerungen mache ich an wirkliche Geschehnisse und gemeinsames Erleben fest.


    Viele kleine Dekostücke beschwören auch Erinnerungen herauf.

    "Für gewöhnlich sieht der Mensch nur das Stoppelfeld der Vergänglichkeit; was er übersieht, sind die vollen Scheunen der Vergangenheit.

    Im Vergangenen ist nämlich nichts unwiederbringlich, verloren,

    vielmehr alles unverlierbar geborgen."


    Er sagte auch einmal: " Wie oft sind es erst die Ruinen, die den Blick frei geben, auf den Himmel"

    Auch da stimme ich mit dir überein.


    Meine Vergangenheit gehört zu mir,sie nehme ich täglich auf dem Weg nach vorn mit.


    Der Titel lautet: "Der Weg entsteht unter deinen Füßen"


    Ja,der neue Weg ensteht unter meinen Füßen.

    Ich muss allerdings gestehen, dass ich manchmal alles wieder vergesse, im Selbstmitleid suhle und mir diese Einstellung immer wieder aufs Neue hart erkämpfen muss.

    Liebe Blaumeise,warum sollten wir kein Selbstmitleid empfinden dürfen?


    Wir leiden,wir trauern,wie haben unser gewohntes Leben verloren.


    Liebe Blaumeise,ich danke dir für deine Verbundenheit,


    hab einen ruhigen Tag


    Karin :24::24:

  • Guten Tag,


    zurzeit überfluten mich meine Erinnerungen an unseren letzten gemeinsamen Urlaub 2017.





    Im letzten Foto sieht man die Sonne aufgehen.


    Das ist und wird der letzte Sonnenaufgang sein,den ich in Dänemark fotografiert habe.


    Wünsche einen ruhigen Tag,


    Karin

  • Guten Morgen,


    bin in den letzten Tagen und besonders gestern in der Vergangenheit spazieren gegangen.


    Gestern auf dem Weg zum Friedhof überfiel mich eine fürchterliche Müdigkeit,die Tränen flossen.


    Aber dann erinnerte ich mich an seine Lebenslust,sein absoluter Wunsch mit mir gemeinsam in die


    Rente zu gehen und gemeinsam zu reisen.



    Er wollte nicht sterben,er machte sich aber mit diesem Gedanken vertraut. Er artikulierte ihn


    auch. Als mein Liebster mir sagte :Er habe Angst um mich,war ich erschüttert.


    Er hatte da seine Endlichkeit vor Augen


    Habe ich ab da nicht eine Verpflichtung übernommen.


    Sollte ich nicht versuchen ,unser gemeinsam geplantes Leben allein fortzusetzen ?


    Ja,es fällt mir unsagbar schwer ,aber ich fühle mich dazu in der Lage.


    Habe durch mein Weitergehen anders schöne Dinge erleben dürfen.


    Habe durch mein Weitergehen auch anders traurige Dinge erlebt.


    Ich spreche bewusst von Erleben, denn ich lebe noch.


    Aber anders als vor dem 27.04.2018



    Inmitten der Nacht blickt er dich an, dein Engel, von Angesicht zu Angesicht.Nichts von dir bleibt ihm verborgen. Doch er fragt dich nicht nach dem Dunklen in dir, sondern führt dich dem Tag entgegen, zur Klarheit, zum Licht.

    (*1950), Dr. phil., evang. Pfarrerin a. D., Autorin zahlreicher Veröffentlichungen

    Quelle: Engel an deinem Weg, Herder 2004



    Ich danke denen die gestern an mich gedacht haben.


    Ich wünsche einen ruhigen Tag,

    Karin

  • Liebe Karin<3


    BEIDE deiner Beiträge sind für mich wunderbar ... Es ist vieles auch "meins" was du geschrieben hast ...

    und was der unbekannte Verfasser geschrieben hat...

    Bei mir "ruft" der Alltag, der dennoch aussergewöhnlich ist ...


    Verbundenheitsgefühle in vielem

    <3Sverja

  • Liebe Karin,

    die Texte, die du teilst sind wunderbar, danke. Auch ich habe meinen Mann, der so unsagbar tapfer kämpfte, begleitet.

    Die Idee, gemeinsame Ziele alleine weiter zu verfolgen ist mir noch nicht in den Sinn gekommen, aber durchaus überlegenswert, danke dir dafür.

    Ganz liebe Grüße

  • Guten Morgen,


    es gibt Geschichten, Gedichte und Texte im Netz zu denen mache ich mir meine Gedanken.


    Versuche zu verstehen,warum der Autor sie verfasst hat.


    Welche Gründe hatte er für seine Geschichte?


    Hatte er zuvor gut recherchiert,besaß er eine Basisinformation,war er beteiligt.


    Das alles hat sicherlich zu seinem Artikel geführt.


    Da ich den Artikel im Netz fand,fehlt mir jede Möglichkeit,den Verfasser selbst zu fragen.


    Ich habe die Möglichkeit ,in schriftlicher Form den Autor um Aufklärung zu bitten.


    Kann sie aber nicht erwarten.


    Nutzt es mir,den Autor zu beschimpfen und ihm unredliche Absichten zu unterstellen,weil ich seine


    Beweggründe nicht kenne?


    Lese ich nicht einen Text und interpretiere ihn auf meine Weise?


    Ich bin froh,dass ich jederzeit meine Meinung äußern kann,es gibt eine gesetzlich verbriefte


    Meinungsfreiheit.


    Meine Meinung muss meinem Leser nicht gefallen,sie wird ihm auch oft nicht gefallen.


    Aber es ist meine Meinung zu einem bestimmten Thema oder zu einem vom mir zuvor gelesenen Text.


    Natürlich kann ich dem Autor niedrige Beweggründe unterzustellen, nur was sagt das über mich aus ?



    Ein geschriebenes Wort löst bei mir Unverständnis aus, aber es ist mein Unverständnis.


    Ein geschriebenes Wort löst bei mir Wut aus,aber es ist meine Wut.


    Ein geschriebenes Wort löst Trauer bei mir aus,aber es ist meine Trauer.


    Ein geschriebenes Wort löst bei mir Freude aus,aber es ist meine Freude.


    Ein geschriebenes Wort löst bei mir Zufriedenheit aus,aber es ist meine Zufriedenheit.


    Das geschriebene Wort wird mit meinen Gedanken und Erfahrungen vermischt und hat dann meine


    Bedeutung für mich.


    Würde mich dann tatsächlich die Erklärung des Autors zufrieden stellen?


    Hätte ich auf seine Erklärung nicht erneute Einwände und Fragen ?


    Möchte ich dann nicht das letzte bisschen Information haben?


    Was ist,wenn mir dann die Information nicht gefällt?


    Was mache ich dann?


    Ich kenne die Intension eines Verfassers eines Artikel nicht.


    Ich kann den Artikel lesen,dem zustimmen oder ihn nicht mögen.


    Zeugt es nicht von Größe,eine andere Meinung unkommentiert so stehen zu lassen?



    Ich wünsche einen ruhigen Tag,

    Karin