und plötzlich blieb die Welt stehen

  • Liebe Heidi,


    vielen vielen Dank...... ich würde mich sehr freuen. Da könnten wir richtig schnattern:28:

    Quarantäne wie schlimm...... wenn man will kann man nicht raus und wenn man kann will man nicht - diese Entscheidung ist ein jetzt abgenommen.....

    Natürlich hat es auch mal gekracht, das die Bude wackelte. Er war halt ein Baurülps (liebevoll gemeint).

    ....aber Wasser formt den Stein.....

    nein ich würde die Medizin nicht nehmen. Ich habe auch noch keine Medizin genommen, auch nicht zur Beerdigung. Ich wollte ein letztes mal bewußt für ihn da sein. Bewußt Abschied nehmen auch wenn ich mehr als an meine Grenzen gekommen bin.

    Ich will meint Trauer/ Schmerzen/Ohnmacht spüren und aushalten auch wenn ich dabei an oder über meine Grenzen gehen. Ich will es nicht lindern/ verschieben. Der tägliche Kampf fordert mich so sehr, das ich jede Nacht wie ein Stein einschlafe. Die ersten 14 Nächte habe ich durchgeheult und dann hatte ich überhaupt keine Kraft mehr und habe nachts geschlafen. Ich habe mir in der Frühstücksecke eine Bilderwand gemacht mit Fotos die mir glückliche Moment zeigen, aber auch das Bild das auf dem Friedhof neben seinen Sarg stand - Glück und Trauer. ..... und nun schaff ich es mitlerweile ihm frühs und abens zu erzählen was mich bewegt, so als ob er neben mir sitzt.

    Wenn es ganz schlimm ist verleugne ich die Situation (Selbstschutz) bis es ein wenig besser ist.

    Aber da hat jeder seine Methode damit umzugehen, nichts ist richtig, nichts ist falsch.


    Ich möchte dich ganz lieb umarmen

    LG

    Rienchen

  • Oh Rienchen, da hast Du mir aber heute morgen eine Große Freude gemacht. Du könntest Dir wirklich vorstellen, daß ich Dich besuchen komme? Super. So hat die Zukunft doch eine Aktivität.

    Jetzt alleine (mit Hunden) im Wohnmobil unterwegs zu sein wird schwer werden. Aber wenn ich so ein schönes Ziel habe.... Wird es sicher gehen. Ich besuche Euch alle, wenn ihr mögt. Kann auch noch jemanden mitnehmen. ( muss allerdings Hunde freund sein)

    Das ist also mein Plan B für 2021.

    Überhaupt einen plan B zu haben ist schon mal ein gutes Gefühl.

    Ich wünsche Dir erstmal einen ruhigen nicht schlimmen Tag. Bis nachher vielleicht.

    Ralfsheidemarie

  • Ich wollte ein letztes mal bewußt für ihn da sein. Bewußt Abschied nehmen auch wenn ich mehr als an meine Grenzen gekommen bin.

    Ich will meint Trauer/ Schmerzen/Ohnmacht spüren und aushalten auch wenn ich dabei an oder über meine Grenzen gehen. Ich will es nicht lindern/ verschieben.

    liebes Rienchen,


    auch wenn es noch so furchtbar ist - dies ist der einzige weg durch das trauertal.... wir können dem schmerz nicht entfliehen, wir können lediglich mitten hindurch laufen, schwimmen, ertrinken, dann wieder ein bisschen zu atem kommen um die nächste monsterwelle zu bestehen :30::30:


    es ist schön dass du deinem liebsten alles erzählst, abends... ich selbst rede jeden tag mit meinem Roger und ich weiss, er hört mich, genauso wie dein mann dich hört :24:


    alles liebe von Bine<3

  • Liebe Rienchen,

    Ich habe in einem anderen Beitrag mal geschrieben "Jede ungeweinte Träne, stellt sich nur hinten an"- um in der Trauer gibt es leider keine Abkürzung. Und so wie du schreibst, es gibt nur ein "verschieben" auf später.


    Alles Liebe <3

  • Meine Lieben,


    hier wird gerade viel über Familie und Freunde gesprochen.

    meine, ganz speziell meine Erfahrungen zu diesem Thema.... (für mich gültig)

    Wie ich schon geschrieben habe ist mein Mann immer auf Montage gewesen. Ich habe die Kinder alleine groß gezogen, stand mit allen alleine da.

    An den Wochenenden ging mein Mann zum Stammtisch, trainierte die Kindermannschaft, ging natürlich mit zu den Spielen und spielte selbst Fußball.

    Unsere Ehe zerbrach fast daran. Ich hatte immer ein verhärmtes Gesicht, war nur unzufrieden mit meinem Leben und nur am Schimpfen. Meine Kinder vergötterte ich und trug sie durchs Leben. Ich erzählte in einer Endlosschleife was ich vom Leben erwarte ....... aber keiner nahm mich wahr oder ernst.

    ..... bis ich eines Tages aufstand. Es war schon sehr komisch allein ins Kino zu gehen, aber mit der Zeit machte es mir Spaß. Ich wählte ein Veranstaltung zu der wir sehr wenig Besucher waren (Dienstag 16.30 Uhr ca. 3-5 Leute) ..... Ich wurde groß! Montags Schwimmen, Dienstag Kino o.Ä. Mittwoch alle 14 Tage mit Freundinnen.

    Donnerstag Hausputz.

    Wenn mein Mann nach Hause kam war ich ausgeglichen und machte meine Hausarbeit mit einem Lächeln. Und wir hatte plötzlich wieder mehr miteinander zu erzählen und verbrachten mehr Zeit miteinander.

    Wir verlegten die Kinobesuche jetzt öfters aufs Wochenende und schauten im Biergarten oder beim Chinesen vorbei. Unsere Beziehung wurde stärker wie früher.


    Doch dann begann sich mein Leben wieder zu verändern.

    Ich hatte kein Spaß mehr ins Hallenbad zu gehen- zu viele Vorfälle.

    Nicht mehr zum Eis essen zum Italiener sondern lud meine Freundinnen zu mir nach Hause ein,

    und dank Corona kein Kino mehr.


    Wir hatten aber gelernt uns zu erheben und uns gehör zu verschaffen.

    Klar zu formulieren was wir vom anderen erwarten und wie wichtig uns das ist und so machte es uns nicht viel aus.

    So mach ich das jetzt mit meinen Kindern und es klappt.


    LG

    Rienchen

  • liebes Rienchen,


    das finde ich ganz wunderbar, dass du aus einer abwärtsbewegung, eine aufwärtsbewegung gemacht hast..... :24:du bist den weg mutig weiter gegangen, bist die probleme insofern angegangen, dass du gesagt hast "nur ICH kann etwas an MIR ändern".... ja du hast klar erkannt, dass man NUR selbst der herr über sein glück oder unglück ist.....


    und diese einsicht gibst du an deine kinder weiter....


    so schön, liebes Rienchen, das zeugt von viel weisheit <3


    alles liebe von Bine

  • Liebe Rienchen! Ich finde das sehr toll, wie du das beschrieben hast!

    Denn im Grunde beginnt es immer bei uns selbst, wenn wir etwas ändern wollen, nur funktioniert das nicht immer ganz so leicht, aber wenn man den Weg weiß, kann man zumindest anfangen in die richtige Richtung zu gehen! :24:

    LG Andrea

  • Guten Morgen ,

    liebe Bine du machst mich ganz verlegen..... vielen Dank......

    und liebe Andrea ich weiß , damals war es schon schwer- aber heute in unserem Ausnahmezustand - kein Vergleich - esisind keine Steine die vor uns liegen, es sind Gebirge.......

    Aber wir müssen Mut haben, sonst werden wir einfach verrückt. Nichts wird wieder so wie es mal war- aber wenn wir uns langsam- ganz langsam auf den schweren Weg machen ........ irgendwann werden wir den Gipfel erreichen und unser stilles G....... (ich kann es nicht aussprechen- so unwirklich ist es). Klare saubere Luft und eins mit der Natur....

    Ich wünsch euch viel Kraft für den Tag

    seit lieb umarmt

    euer Rienchen

  • Hallo ihr Lieben,

    wir haben Weihnachten geschafft.

    ..... letzte Gedanken von dem Beitrag/ Clip von Sverja.

    Wir sind alles unterschiedliche Menschen, geprägt durch unser Leben, unsere Umwelt, unsere Liebsten durch unseren Charakter. Wir haben alle unser Recht auf Trauer- ganz egal wie diese aussieht -ob wir uns in einer Höhle verkriechen oder eine rote Nase aufziehen. Wir müssen das tun, was uns gut tut und da ist nur jeder zu bestärken oder zu unterstützen. Da gibt es kein richtig oder falsch. Uns steht nicht zu das zu bewerten!

    Man kann nur sagen: das ist für mich gut- oder damit kann ich im Moment und auch in den nächsten Monaten nichts anfangen. Der Gedanke so mit meiner Trauer umzugehen macht mich im Moment fassungslos. Das ist ganz allein mein Problem. Ich sollte das lieber für mich behalten.


    Noch ein Gedanke zu meiner Seele -----

    Ich denke das meine Seele das ist, was mich als Mensch ausmacht.

    Ein Zentrum der Energie in mir.

    Bestehend aus Liebe, menschlicher Wärme, Mitgefühl ,Trauer und Erinnerung,

    Ich war vor ein paar Jahren mit meiner Tochter in Rom.

    Wir haben uns die Katakomben außerhalb von Rom angeschaut.

    Die ersten Gräber der Christen.

    Die Kinderfrau eines Stadthalters von Rom hat aus Dankbarkeit ein kleines Grundstück von ihrem Herren bekommen.

    Sie errichtete mit den Ihren ein kleines Steinhaus . Sie beteten hier gemeinsam und begruben im Garten ihre Toten.

    Schon bald war der Garten voll und sie begannen Tunnel in den Stein zu hauen. 3 bis 4 Tunnel (stark verzweigt) übereinander.

    Rechts und links in den Gängen wurden die Steine ausgehöhlt, die Toten hineingelegt und dann wieder zugemauert.

    Meine Tochter war entsetzt. Wo ist der Ort zum trauern.

    Der Archologe, der uns vier Deutsche führte sah meine Tochter ungläubig an und sagte:

    Der Ort zum trauern ist in deinem Herzen, in dem kleinen Steinhaus, zu Hause, in der Natur oder wo immer du willst.

    Was hier liegt ist nur eine Hülle.

    Gott gibt dir einen Namen und ruft dich mit deinem neuen Namen...... und die Seele .......kommt zu ihm.


    So meine Lieben. Ich kann nicht mehr.


    Ich umarme euch ganz lieb und wünsche eine gute Nacht.

    LG

    Rienchen:24::24::30::30::30:

  • liebe Rienchen<3


    DANKE

    ergreifend schön... Ich GLAUBE fest daran dass diese Herzensbeschreibung Dir, deinen Kindern und uns allen hier auf die Dauer HEILUNG bringt...

    und ja

    die LIEBE ist im Herzen und im Leben...immerdar... meinem Gefühl nach

    ich wünsche dir eine möglichst friedvolle Nacht.

    <3deine Sverja