und plötzlich blieb die Welt stehen

  • Liebe Rienchen,


    ich kann Deine Gedanken gut nachfühlen.

    Ich glaube, dass wir aus Selbstschutz, vieles verdrängen:


    "Alt sind die anderen, ich bin jung. Arbeitslos sind die anderen, ich habe eine gute Arbeitsstelle. Krank sind die anderen, ich bin gesund. Einsam sind die anderen, ich habe viele Freunde."


    Diese Reihe ließe sich endlos fortsetzen.

    Es beginnt schon in der Kita, wir müssen am weitesten springen, an schnellsten laufen, die coolste Klamotte, das teuerste Fahrrad und die größte Aufmerksamkeit der Betreuer ergattern. In Schule, Beruf und Freizeit wird diese Struktur ausgebaut und verfestigt. Verständnis, helfende Aufmerksamkeit und Empathie werden in Lern- und Ausbildungsplänen nicht aufgeführt . Die Medien tun ihr übriges. Tägliche Katastrophenmeldungen lassen uns nicht hinhören, sie stumpfen uns ab.

    Das Manko an Gefühlsleben wird mit Konsum aufgefüllt. Mir kommen Sätze in den Kopf wie: "Du mußt dich nur genug anstrengen, dann kannst du alles erreichen."


    Was wir "erreicht" haben, ist die tiefe Liebe zu einem Menschen, sie ist unauslöschlich. Leider haben wir diesen Menschen verloren. Ein Zurückfinden in die übliche Welt scheint mir unmöglich.

    Unser Leben ist für immer verändert.

    Unverändert ist aber auch dir Liebe zu unserem Herzensmenschen. Wir lieben und werden geliebt.


    Sei herzlich umarmt

    Sommermond

  • Sommermond

    Verzeih, aber ich finde das Werte wie Verständnis und Empathie, Mitgefühl usw. vom Elternhaus vermittelt werden sollten. Es ist nicht allein die Aufgabe der Lehrer und Betreuer.

    Es wurde mir von meinen Eltern so vorgelebt, ich habe es übernommen und auch an meine Kinder weiter gegeben.

    Es gibt wirklich viele "gute" Kinder und Jugendliche.

    Den Umgang mit der Trauer und dem Tod dagegen habe ich nie gelernt. Ich war bei keinem Sterbenden dabei vor meinem Vater. Erst jetzt arbeite ich dieses Thema für mich und mit den Kindern auf.

  • Ihr habt alle recht,

    Wenn wir genau darüber nachdenken, ist es nicht so, das die Kinder von klein auf, dazu gedrängt werden, zu funktionieren, ...sei leise, benimmt dich, du kannst jetzt nicht laufen, bleib sitzen, ...das Wort ...Nein...war eines der ersten Worte die meine Kinder sprechen konnten...natürlich müssen sie das alles lernen...aber wie sollen ...Wir...die das alles ja auch gelernt haben, jetzt sagen...wir brechen aus, aus diesem eingetrichterten, immer wieder lehrenden, Vorschriften...


    Jetzt sind wir die jenigen, die da so gar nicht rein passen,...benimm dich, heißt werd endlich wieder normal,...sei leise, heißt , wein nicht..und so weiter...


    Wir haben alles gut gelernt,...scheint so..

  • Ich und unsere Kinder haben solche negativen Erfahrungen nicht gemacht. An keiner Schule, hatten alle 3 Schulformen sprich Gymmi, Real und Mittelschule.

    Tut mir leid für die betroffenen Kinder.

    Ros

  • Charlott

    Oh nein ich meinte damit nicht die Selbstmordkinder, um Himmels Willen. Dies ist auch an keiner unserer Schulen passiert, zum Glück. Ich kann nicht sagen, wie ich damit umgehen würde.


    Ich habe mit Mobbing usw keine Erfahrungen, das wollte ich zum Ausdruck bringen. Es tut mir leid, aber ich kann nicht helfen, weil ich es nicht kenne.

  • liebes Rienchen, ihr lieben


    ich habe keine kinder und von daher auch keine persönliche erfahrung, was sie hätten durchmachen müssen oder auch nicht.... aber ich selbst war ja auch mal in der schule, so wie alle hier wie ich mal annehme...


    und die erfahrungen waren nicht immer schön..... mal so mal so.... extreme dinge passierten, mit mitschülern/innen.... und auch mir....


    kinder sind grausam... kinder sind echt und verstellen sich nicht, auch wenn uns das nicht gefällt und wir uns empören darüber..... und wenn wir GEWALT erlebten/oder unsere kinder, dann ist es verabscheuungswürdig und ja, auch ich erlebte gewalt, allerdings nicht in der schule sondern später....


    eins so traumtisch wie das andere...


    aber um bei Ros zu bleiben.... ich fand ihre antwort nicht empathielos, liebe Bettina.... warum??? sie hat lediglich erklärt, dass sie selbst diese erfahrungen nicht zu machen brauchte, gott sei dank muss ich dazu sagen und sie erklärte, dass es ihr leid tut für die betroffenen kinder....


    und liebes Rienchen, es ist unglaublich, dass diese lehrerin andere schüler dazu aufforderte, es deinem sohn "mal so richtig zu zeigen"..... also da sträubt sich bei mir das gefieder und ich muss wieder einmal sagen "nein, ich verstehe diese welt nicht mehr..."


    alles liebe von Bine:24:

  • Ich auch nicht :4::4::4:

    Habe überlegen müssen, ob ich diesen Smiley nehmen darf, weil dieser ja auch Gewalt ausdrückt.

    Aber ich habe leider keinen Besseren gefunden.

    Alles Liebe

    Kornblume

  • Liebe Rienchen,


    schön, wie Du Deine Sylvesternacht beschrieben hast. Vögel sind auch für mich so eine Art Botschafter.


    Ich glaube nicht, dass wir etwas wesentliches aus unserem gemeinsamen Leben vergessen. Aber ich habe ja auch 67 gemeinsame Jahre mit meiner Schwester haben dürfen.


    Wenn es Dir im Moment schwer fällt, über Euer normales Leben zu schreiben, könntest Du vielleicht versuchen, Deinem lieben Mann Briefe aus Deiner aktuellen Zeit zu schreiben. Er begleitet Dich ja.


    Sei tröstend umarmt

    Sommermond

  • liebe Rienchen <3:24::30::24:<3


    ganz entschieden NEIN<3 :24::30: . du klagst für mich nicht auf einem hohen Niveau...

    Du arbeitest und arbeitest und arbeitest

    und das alles MIT deiner Trauer... alleine das du richtig schreibst .

    Ich MUSS noch arbeiten erfordert viel Kraft <3:24:<3 und macht Angst :huh:


    Viele hier wissen , was viele Ausgaben haben bedeutet. Auch dein mehr wie ein Satz

    Hoffentlich bleibe ich gesund!

    ist schon wahrhaftig wahr.<3 das Gefühl Kraft und Sicherheit zu BRAUCHEN ist gerade ja durch den Tod zum Teil weggenommen worden

    Meine Lebensplanung wird weiter herumgewirbelt. Ich kämpfe - Ich hatte für uns eine sorgenfreie sichere Zukunft geplant und eingestielt.

    Ich kann dir "nur" soviel sagen...

    Man überlebt es irgendwie . Es ist eine andere Zukunft wie man sie sich vorgestellt hat.

    Ja, du warst eine Macherin und musst weiterhin eine Macherin sein.

    Gedanklich sende ich dir Kraft <3:):):):):) und Energiegrüsse:24::24::24::24::24:<3<3<3<3

    <3Sverja

  • Liebes Rienchen,


    ich glaube, daß die Seele unseres Mannes uns fühlt, wo immer er auch ist.

    Ich werde für uns beide einstehen und stark sein.

    So wird das sein. Genau so:24::24::24:


    Meine finanzielle Situation ist sehr nahe an gefährlich miserabel, weil ich mit 35 drei Hautkrebs OP´s hatte, und nie Geld vom Staat wollte,nie,nie,nie.....solange man noch zwei gesunde Hände hat.... gut angebrochene Finger in meinem Fall aber ansonsten arbeitsfähig,,,,:4:


    Ich sage 3- 5 Mal an Tag, mein Schatz, mach´dir keine Sorgen und die macht er sich, ich kenne ihn doch,


    die Deiche halten, die Deiche halten, die Deiche halten :30::30::30:


    ich glaube zutiefst, daß das auch Liebe ist für euch beide einzustehen und stark zu sein. Und trotzdem, wie dein Nachbar, in den Keller zu gehen und zu weinen.

    <3

    Danke, daß du wieder schreibst- du hast mir gefehlt!!!!<3


    vlG

    Bettina Charlott


  • Liebe Rienchen,

    Natürlich gehört das hierher. Es sind verständliche Sorgen... Es gehört zu dir, zu deiner Trauer.

    Ich find es wirklich stark dass du sein Lebenswerk so schätzt und achtest. Achte aber auch auf dich und deine Grenzen <3

  • Ich glaube um zu heilen muß ich den Topf ausschütten und mir die Scherben ansehen, Stück für Stück sortieren und aussortieren und Frieden mit mir schließen. So kann meine Seele anfangen zu heilen.


    Es gibt so viele Baustellen und alle sind wichtig!

    Guten Morgen Rienchen,

    hab den Mut dazu.

    Liebe Grüße,

    Karin

  • Es gibt so viele Baustellen und alle sind wichtig!


    LG

    Rienchen

    Soweit ich dich kennenlernen durfte, bist du stark und weißt solche Dinge sicher und hast auch viel mehr Erfahrungen als ich, dennoch kann in Schmerz, Trauer und Verzweiflung manchmal die Perspektive verloren gehen, deshalb meine Worte:

    Ich würde jene Baustelle angehen, die am leichtesten zu lösen ist. Eine, bei der du weißt, das gelingt. Das gibt Kraft und hilft dir, die nächste anzugehen. Und jede Baustelle, die du weg hast, macht den Berg kleiner. Ein Lichtlein nach dem anderen ;)

  • Das stimmt.... ?(


    Ich hatte einmal unvorstellbare 49.806.040 Schriftstücke in meinem Posteingang im Büro. Ich wusste, das kann nur ein Scherz sein, machte ein Bild davon, schickte es meinem Vater und schrieb dazu, meine Pension wäre wohl gestrichen worden. Mein Vater meinte: "Wie heißt das Zauberwort? Delegieren." Kluger Mann.

    Gibt es vielleicht eine Baustelle, die dir jemand abnehmen kann?

    Außergewöhnliche Ereignisse verlangen außergewöhnliche Maßnahmen; auch wenn du immer alles allein gelöst hast, wäre das vielleicht der Augenblick, Hilfe zu erfragen?