und plötzlich blieb die Welt stehen

  • Hallo Ihr Lieben,

    ... wir haben alles überstanden.

    Weihnachten war schon schlimm aber Silvester......:13::33::24:

    Ich hab mir eure guten Wünsche auf einen Zettel geschrieben und mich verkrochen. Ich hatte richtig Panik.

    Ich konnte selbst meine Familie nicht ertragen. Ihr - meine Seelenverwandten - wart bei mir und habt mich gestützt :2:

    Ich hoffe dass unsere guten Vorsätze ein wenig wahr werden.

    Euer Rienchen

    <3<3

  • Liebe Rinchen,

    gut das die "Feiertage" hinter uns liegen. Wir sind wieder ein Stückchen voran. Wir gehen weiter traurig, kraftlos, taumelnd.

    Die Seelenverwandtschaft ist an unserer Seite und oft die einzige Gemeinschaft, zu der wir wirklich gehören.

    Alles Liebe

    Sommermond

  • Ich habe gestern den TV laufen lassen und bin Hängengeblieben in einem Interview mit 3 verschiedenen Menschen, die verschleppt wurden. (Urlaub im Krisengebiet, Lösegelderpressung reiche Eltern, beim Joggen weggefangen für 7 Stunden)

    Schlimm, schlimm, schlimm haben traumatisches und grausames durchgemacht bis sie wieder in ihre „heile“ Welt entlassen wurden. Sie war danach nicht mehr so heil, aber sie half die inneren Wunden zu heilen, im Leben zurecht zu kommen. Sie alle stehen wieder mitten im Leben.

    Sie wurden von den Tätern zu Opfern gemacht.

    Der Sohn reicher Eltern hat was gesagt was mich nachdenklich gemacht hat.

    Er sagte: er musste lernen aufzustehen und sich aus dieser Opferrolle befreien. Er musste was finden das seinem Leben einen Sinn gab, etwas finden auf das er sich ein wenig freuen konnte….

    ER HAT RECHT!

    Im Grunde genommen sind wir alle Opfer- Opfer unserer Lebensumstände. Ohne uns jemals in Gefahr gebracht zu haben. Ohne die geringste Schuld…..

    Wir sind traumatisiert, haben oftmals gesehen wie unsere Liebsten unter Schmerzen starben und mussten es aushalten – konnten nicht helfen.

    … und konnten nicht in unsere heile Welt zurückkehren…..

    Wir freuen uns wenn wir die Kraft haben uns zu wehren wenn uns unsere Umwelt immer und immer wieder zu Opfern machen will…

    In der Öffentlichkeit wird unsere Situation laut bewertet. Es ist gut dass er es überstanden hat. ….er hat einen schönen Tod gehabt….. du trägst ja immer noch schwarz…. es ist Zeit wieder zu arbeiten… mit dem Trauern ist es jetzt langsam gut…….

    Im TV gibt es täglich Dutzende Tote und im Leben sind Kranke oft nicht schön anzusehen…. Also was soll es – verdrängen wir es.

    Der junge Mann aus reichen Elternhaus hatte sicher gute Ärzte die ihm auf dem Weg professionell halfen.

    Wir bekommen Tabletten und Telefonseelsorge – wenn überhaupt.

    ……..aber wir haben uns …. Viele warmherzige Menschen die uns halten…..

    LG

    Rienchen die Heulboje

  • Liebes Rienchen,

    Ja..wir sind traumatisiert. Es hat etwas gedauert bis ich das begriffen habe. Ein sehr guter Freund von uns hat das ganz klar zu mir gesagt.

    Wir bräuchten eigentlich auch entsprechende Hilfe .

  • Liebe Rienchen,


    ich kann Deine Gedanken gut nachfühlen.

    Ich glaube, dass wir aus Selbstschutz, vieles verdrängen:


    "Alt sind die anderen, ich bin jung. Arbeitslos sind die anderen, ich habe eine gute Arbeitsstelle. Krank sind die anderen, ich bin gesund. Einsam sind die anderen, ich habe viele Freunde."


    Diese Reihe ließe sich endlos fortsetzen.

    Es beginnt schon in der Kita, wir müssen am weitesten springen, an schnellsten laufen, die coolste Klamotte, das teuerste Fahrrad und die größte Aufmerksamkeit der Betreuer ergattern. In Schule, Beruf und Freizeit wird diese Struktur ausgebaut und verfestigt. Verständnis, helfende Aufmerksamkeit und Empathie werden in Lern- und Ausbildungsplänen nicht aufgeführt . Die Medien tun ihr übriges. Tägliche Katastrophenmeldungen lassen uns nicht hinhören, sie stumpfen uns ab.

    Das Manko an Gefühlsleben wird mit Konsum aufgefüllt. Mir kommen Sätze in den Kopf wie: "Du mußt dich nur genug anstrengen, dann kannst du alles erreichen."


    Was wir "erreicht" haben, ist die tiefe Liebe zu einem Menschen, sie ist unauslöschlich. Leider haben wir diesen Menschen verloren. Ein Zurückfinden in die übliche Welt scheint mir unmöglich.

    Unser Leben ist für immer verändert.

    Unverändert ist aber auch dir Liebe zu unserem Herzensmenschen. Wir lieben und werden geliebt.


    Sei herzlich umarmt

    Sommermond

  • Sommermond

    Verzeih, aber ich finde das Werte wie Verständnis und Empathie, Mitgefühl usw. vom Elternhaus vermittelt werden sollten. Es ist nicht allein die Aufgabe der Lehrer und Betreuer.

    Es wurde mir von meinen Eltern so vorgelebt, ich habe es übernommen und auch an meine Kinder weiter gegeben.

    Es gibt wirklich viele "gute" Kinder und Jugendliche.

    Den Umgang mit der Trauer und dem Tod dagegen habe ich nie gelernt. Ich war bei keinem Sterbenden dabei vor meinem Vater. Erst jetzt arbeite ich dieses Thema für mich und mit den Kindern auf.

  • .... und jetzt haben wir noch Corona... und sollen mit allen alleine zurechtkommen.

    Unsere Gemeinde hat eine neue Verordnung raus gebracht .... "dürfen an Beerdigungen nur der Ehegatte oder Lebenspartner und Verwandte ersten Grades des Verstorbenen sowie der Geistliche oder Trauerredner und das erforderliche Personal des Bestattungsunternehmers sein... nachfolgende private Feierlichkeiten sind bereits nach geltender Verordnungslage verboten".

    Beim Tod nicht dabei sein - nicht die letzte Ehre erweisen dürfen..... warum nicht unter besonderen Bedingungen? Trauerrede/Feier auf den Friedhof? Sterbebegleitung mit Test und Quarantäne?

    .... ist alles medienwirksam. Wir haben keine Kraft ....... und die Masse betrifft es ja nicht.....

    Liebe Heidi, ist bei dir alles geregelt? Hoffentlich ist es bei euch anders und du kannst auf dem schweren Weg eine Freundin mitnehmen.

    .... ich weiß, ich bin schräg drauf ....

    Rienchen

    :95::95::95:

  • Ihr Lieben, ihr habt alle recht,

    die Grundlagen sollten im Elternhaus gelegt werden und in der Schule weitergeführt werden.

    Ich war regelmäßig zu den Sprechtagen in der Schule und habe Eltern und Lehrer getroffen, die sich ihren Aufgaben und Handeln nicht bewusst waren.

    Mein völlig gesunder Junge hat mit 11 Jahren Morbus Crohn bekommen. Die Schübe steigerten sich in Dauer und Heftigkeit so, dass er Mitte 9. Klasse bis Mitte 10. Klasse die Schule nicht besuchen konnte. Er wog zur Konfirmation 32 kg. Ich war voll berufstätig und habe meinen Jungen täglich von zu Hause aus unterrichtet wenn es ging, (nachts Hausarbeit und vorkochen). Ich wollte mir wöchentlich die Hausaufgaben abholen- für die Schule zu viel Arbeit. Über Lehrpläne und Unterstützung brauchen wir nicht zu reden... zu viel Arbeit. Ich hätte doch das Schulbuch, da steht der Stoff drin. Beim schnellen Einkauf hielt mich eine Lehrerin aus der Parallelklasse an. Sie müsse mir was sagen. Ich schickte meinen Sohn in diesem Jahr 3-4-mal in die Schule (wenn er einigermaßen Kraft hatte). An so einem Tag in der letzten Schulstunde stellte ihm die Klassenlehrerin in Englisch eine Frage. Er versuchte zu antworten und es war falsch. Sie forderte die Jungen in der Klasse auf meinen Sohn (wörtlich) mal richtig fertig zu machen und ihn in die Mangel zu nehmen!

    Ich war entsetzt und versuchte der Klassenlehrerin in Ruhe die Krankheit zu erklären und um Verständnis zu bitten (als Bittsteller). Ich dachte sie hätte es verstanden. Es wurde noch schlimmer. Es kamen die Prüfungen. Es tauchte auf einmal sehr schlechte Noten als Vorzensur auf. Ich ging zum Direktor nach Voranmeldung und wollte ins Klassenbuch schauen. Da standen auf einmal 5 und 6 drin an Tagen wo er wochenlang in Erlangen im Krankenhaus lag.

    Ich habe dann mit der Schulbehörde gedroht - ich wäre weitergegangen.

    Er hat alle Prüfungen besser geschrieben als die Vornote es aussagte..... wurde aber trotzdem gedrückt. (Abschluss 2.1) alles gut.......

    Das Leben ist immer ein Kampf. Ein Kampf für die Familie. Wer hat es gelernt für sich selbst zu kämpfen?

    LG

    Rienchen

  • Ihr habt alle recht,

    Wenn wir genau darüber nachdenken, ist es nicht so, das die Kinder von klein auf, dazu gedrängt werden, zu funktionieren, ...sei leise, benimmt dich, du kannst jetzt nicht laufen, bleib sitzen, ...das Wort ...Nein...war eines der ersten Worte die meine Kinder sprechen konnten...natürlich müssen sie das alles lernen...aber wie sollen ...Wir...die das alles ja auch gelernt haben, jetzt sagen...wir brechen aus, aus diesem eingetrichterten, immer wieder lehrenden, Vorschriften...


    Jetzt sind wir die jenigen, die da so gar nicht rein passen,...benimm dich, heißt werd endlich wieder normal,...sei leise, heißt , wein nicht..und so weiter...


    Wir haben alles gut gelernt,...scheint so..

  • Ich und unsere Kinder haben solche negativen Erfahrungen nicht gemacht. An keiner Schule, hatten alle 3 Schulformen sprich Gymmi, Real und Mittelschule.

    Tut mir leid für die betroffenen Kinder.

    Ros

  • Sei froh Ros,

    ich hab so einiges durch.

    Unsere Schule im Nachbardorf ( auf die ich übrigens auch gegangen bin uns als einigermaßen gerecht empfand)

    unterrichtet Haupt- und Realschüler. Hier findet man viele " strafversetzte " Lehrer und einen Direktor, der damit nicht umgehen konnte...

    aber das ist alles schon viele Jahre her also ommmmm

    Ich wollte eigentlich damit sagen eine Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus wäre sehr schön und würde den Kindern gut tun

    LG

    Rienchen

  • Ach liebe Bettina,

    vielen Dank <3<3<3 es ist im Leben schon einiges schief gelaufen und du weißt ja wie es mit den Schwächsten ist.

    Die Schulkammeraden haben das erste 1/4 tapfer die Hausaufgaben gebracht. Dann kam die Phase, da hab ich sie mit Süßigkeiten, Pizza und Kino bestochen, aber irgendwann zieht es auch nicht mehr. Mein Sohn konnte ja nicht raus. Es gibt halt gute und schlechte Lehrer wie im Leben und manche regieren auf ihrem Sockel so wie mit einem Hofstaat. Es gibt alles auf dieser Welt.

    Es gibt auch das, was es eigentlich nicht geben soll.

    :2::24::30:

    LG

    Rienchen

  • Charlott

    Oh nein ich meinte damit nicht die Selbstmordkinder, um Himmels Willen. Dies ist auch an keiner unserer Schulen passiert, zum Glück. Ich kann nicht sagen, wie ich damit umgehen würde.


    Ich habe mit Mobbing usw keine Erfahrungen, das wollte ich zum Ausdruck bringen. Es tut mir leid, aber ich kann nicht helfen, weil ich es nicht kenne.

  • liebes Rienchen, ihr lieben


    ich habe keine kinder und von daher auch keine persönliche erfahrung, was sie hätten durchmachen müssen oder auch nicht.... aber ich selbst war ja auch mal in der schule, so wie alle hier wie ich mal annehme...


    und die erfahrungen waren nicht immer schön..... mal so mal so.... extreme dinge passierten, mit mitschülern/innen.... und auch mir....


    kinder sind grausam... kinder sind echt und verstellen sich nicht, auch wenn uns das nicht gefällt und wir uns empören darüber..... und wenn wir GEWALT erlebten/oder unsere kinder, dann ist es verabscheuungswürdig und ja, auch ich erlebte gewalt, allerdings nicht in der schule sondern später....


    eins so traumtisch wie das andere...


    aber um bei Ros zu bleiben.... ich fand ihre antwort nicht empathielos, liebe Bettina.... warum??? sie hat lediglich erklärt, dass sie selbst diese erfahrungen nicht zu machen brauchte, gott sei dank muss ich dazu sagen und sie erklärte, dass es ihr leid tut für die betroffenen kinder....


    und liebes Rienchen, es ist unglaublich, dass diese lehrerin andere schüler dazu aufforderte, es deinem sohn "mal so richtig zu zeigen"..... also da sträubt sich bei mir das gefieder und ich muss wieder einmal sagen "nein, ich verstehe diese welt nicht mehr..."


    alles liebe von Bine:24:

  • Ich auch nicht :4::4::4:

    Habe überlegen müssen, ob ich diesen Smiley nehmen darf, weil dieser ja auch Gewalt ausdrückt.

    Aber ich habe leider keinen Besseren gefunden.

    Alles Liebe

    Kornblume