Mein Lebensmittelpunkt fehlt

  • Hallo, ich möchte mich vorstellen. Ich heiße Gabi und mein lieber Mann ist am 17.02.2020 gestorben.

    Wir hatten fast 30 Jahre eine glückliche Zeit und haben uns sehr gut verstanden.

    Er war schon einige Jahre krank und an der Dialyse. Dann kam noch der Lungenkrebs dazu und er ist

    innerhalb von 3 Monaten verstorben. Er wurde 71 Jahre alt. Wir haben keine Kinder. Damit ist mein

    Lebensmittelpunkt nicht mehr da. Ich frage mich jeden Tag, welchen Sinn das Leben für mich hat.

    Wir sind früher zusammen viel verreist und haben versucht, trotz der Krankheit meines Mannes das

    Leben zu genießen. Jetzt fehlt mir jede Lebensfreude. Mein Mann ist schon 1 1/2 Jahre tot und ich

    denke jeden Tag an die letzten Monate, die er gelebt bzw. langsam gestorben ist, wie er sich quälen

    musste. Schade, daß er mir nicht wenigstens sagen kann, daß es ihm jetzt gut geht, dann würde es mir

    vielleicht auch besser gehen.

    Früher habe ich von anderen gehört, wenn der Partner ein Jahr tot war, daß es nach einem Jahr besser wird.

    Ich habe das Gefühl, mir geht es jeden Tag schlechter.

    Kann mir jemand sagen, wie ich meinem Leben wieder einen Sinn gebe und Lebensfreude empfinde?

  • Liebe Gabiko58,


    es tut mir sehr leid , daß Du Deinen lieben Mann verloren hast.


    Ihr Beiden hattet eine so lange Zeit zusammen, der Verlust hat alles in Deinem Leben verändert, auch Dich selbst.


    Trauer ist eine individuell lange Zeit, ein Weg, der in Wellen verläuft. Manchmal sind Trauernde in ruhigem Wasser und manchmal auf stürmischer See.


    Hast Du schon eine Vorstellung davon, wie Dein künftiges Leben aussehen könnte?

    Hast Du schon konkrete Vorstellungen?


    Du siehst, ich bringe Fragen, statt Antworten.


    Nur Du kennst die Antworten. Es ist Dein Herz, dem Du vielleicht folgen möchtest


    Liebe Grüße sende ich


    Sommermond

  • Liebe Gabiko.. Es tut mir Leid das auch du dein liebstes verloren hast so wie wir alle hier.. Das forum hilft ungemein man fühlt sich verstanden :13:und aufgehoben... LG Carmen

  • Liebe Gabiko58,


    es tut mir sehr leid, dass auch du deinen Mann verloren hast.

    Die Zeit heilt keine Wunden, das habe ich auch gemerkt. Ich bin auch noch

    nicht lange in diesem Forum, habe aber vorher schon lange immer mitgelesen und

    daraus sehr viel Kraft geschöpft. Es tut einfach gut - hier wirst du verstanden.


    Liebe Grüße

    Brigitte

  • Liebe Gabiko

    Auch von mir ein Willkommen hier wo eigendlich keiner von uns sein will.

    Hier kann man schreiben und es ist immer jemand da der einem antwortet. Wir wissen alle was für einen Verlust du erfahren hast. Für die Trauer gibt es keinen Zeitplan. Den Rest unseres Lebens werden wir traurig sein unsere Liebe verloren zu haben. Wir müssen lernen damit zu leben.

    Der Weg ist lange mit Höhen und Tiefen und wir alle hoffen unseren Seelenfrieden mit dem Tod unserer Lieben zu machen.


    Stille Umarmung

    Steffi

  • Liebe Gabiko58,


    zu erst einmal, es tut mir leid das Du Deinen Mann Dein Lebensmittelpunkt verloren hast.

    Jeder hier weiß wie schwer schmerzhaft das ist und dieses Jahr ich habe keine Ahnung wie man darauf kommt das nach 1 Jahr alles besser sein soll.

    Ich hab das nie geglaubt weil das nie so war und jetzt noch viel weniger.

    Um so mehr die Zeit voranschreitet um so heftiger wird der Verlust die Sehnsucht das Verlangen.

    Natürlich nur meine Sicht mag bei anderen völlig anders sein.


    Die Leere und diese Lücke die es hinterlässt wird nicht schließen nicht für mich und für viele hier nicht was sicher auch der Grund ist warum wir hier sind, obwohl wir das nie wollten.


    Vlg. Linchen

  • Herzlich Willkommen auch von mir


    Es tut mir sehr leid was dir geschehen ist ,hier kannst du alles rauslassen


    wir alle stehen Dir gerne zu Verfügung und hier können alle gut zuhören /lessen


    Viel Kraft


    Traurige Birgit

  • Liebe Gabiko.


    Auch von mir ein tief empfundenes Beileid und ein herzliches Willkommen.

    Ich bin schon längere Zeit hier im Forum, aber nicht täglich. Heute fühle ich, dass ich mich wieder mal melden muss auf deine Worte hier.

    Mein lieber Mann ist nur wenige Tage vor deinem geliebten Mann verstorben. Auch ich kann nach nun fast 18 Monaten sagen, dass die Trauer manchmal in anderer Form kommt. Und es wird anders. Aber es gibt immer wieder tiefe Täler, die ich durchschreiten muss. Vielleicht ist es bei dir ähnlich.

    Manchmal, wenn ich unterwegs bin, möchte ich nicht nach Hause, weil es eben nicht mehr das zu Hause ist, was es mal war.

    Im November werde ich ausziehen. Es gibt ein neues Domizil, welches ich mir ganz nach meinen Wünschen herrichten lasse. Aber natütlich geht mein Liebster mit mir. Ich mache alles so, wie ich denke, dass es ihm auch gefallen würde. Trotzdem bekommt die neue Wohnung meine Stempel.

    Das Ganze ist etwas völlig Neues. Und immer sitze ich hier und denke, wie sehr ich ihn vermisse und sein Wissen und seine Art Lösungen zu finden.

    Wie du erzählst, seid ihr viel gereist. Daher wirst du viele Erinnerungen haben, die sowohl schön, als auch traurig sind.

    Mein Liebster und ich waren ein "spätes" Paar. Wir hatten 22 Jahre und durften 3 Tage vor seinem Tod noch heiraten. Darüber bin ich sehr glücklich und ich trage seinen Namen mit großem Respekt und Stolz. Auch wir sind sehr viel verreist. Wir haben so viele Dinge gesehen. Wir haben die Welt bereist. Da sind tausende von Erinnerungen, Bilder, Gerüche und Gefühle. Es vergeht keinTag, ohne irgendeine Erinnerung. Manchmal wunderschön, aber oft auch todtraurig.

    Meine Geschichte in Kurzfassung.

    Erzähle von dir und deinem Liebsten wann immer oder was immer zu magst.

    Hier ist immer jemand, der dir antwortet oder auch etwas von sich preisgibt.

    Ganz liebe Grüße

    "Kleine Frau" Angela

  • Liebe Gabi,

    Dein Verlust tut mir sehr leid. Es schmerzt so sehr einen geliebten Menschen zu verlieren.

    Wie das Leben wieder lebenswert wird? Das ist die Frage die hier die meisten beschäftigt, und ich denke jeder kann sie nur individuell für sich beantworten.

    Aber es hilft zu sehen wie andere mit Trauer umgehen, was sie ausprobieren, woraus sie Hoffnung schöpfen. Vielleicht ist dir das ein oder andere eine

    Inspiration etwas zu versuchen.


    Du sagst, es würde dir besser gehen, wenn du wüsstest das es ihm gut geht. Hast du den das Gefühl es könnte ihm schlecht gehen dort wo er ist?


    Fühl dich willkommen bei uns <3

    Isabel

  • Liebe Gabiko58


    Ich habe nach dem Tod meines Mannes auch nach Anworten auf die Frage wo ist er und geht es ihm gut gesucht.

    Meine Schwester ist Heilpraktikerin, Reikimeisterin und Geistige Heilerin.

    Ich habe mit ihr ein langes Gespräch über das Leben im Jenseits geführt.

    Sie ist der Überzeugung das alle Verstorbenen Seelen im Jenseits aufgenommen werden.

    Habe von ihr Bücher über das Thema bekommen.

    Ich war auch schon mehrmals bei ihr zur Behandlung


    Ich glaube das es nach dem Tod weiter geht. Das es den Verstorbenen gut geht. Sie von verstorbenen Familienmitgliedern und Freunden empfangen wurden.

    Beweise habe ich dafür nicht. Aber ich bin seither innerlich viel ruhiger und ich glaube das mein verstorbener Mann mir diese Ruhe und die Kraft zum Weiterleben gibt.

    Einige hier erhalten auch Zeichen von ihren Lieben.


    Das ist meine persöhnliche Erfahrung

  • Liebe gabiko,

    ich pers.fand diese Autobiografie von einer Dame,die es veröffentlichte vor einigen Jahren enorm gut,- sie beschrieb ihr Leben in nur 5 knappen und kurzen Kapiteln...

    Wie das Leben so spielt...

    1 Kapitel

    Ich gehe die Straße entlang.

    Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

    Ich falle hinein.

    Ich bin verloren....ich bin ohne Hoffnung.

    Es ist nicht meine Schuld.

    Es dauert endlos,wieder herauszukommen.


    2 Kapitel

    Ich gehe dieselbe Straße entlang.

    Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

    Ich tue so,als sähe ich es nicht.

    Ich falle wieder hinein.

    Ich kann nicht glauben,schon wieder am gleichen Ort zu sein.

    Aber es ist nicht meine Schuld.

    Immer noch dauert es sehr lange,herauszukommen.


    3.Kapitel

    Ich gehe dieselbe Straße entlang.

    Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

    Ich sehe es.

    Ich Falle immer noch hinein...aus Gewohnheit.

    Meine Augen sind offen.

    Ich weiß wo ich bin.

    Ich weiß,dass ich das selbst zu verantworten habe.

    Ich komme sofort heraus.


    4.Kapitel

    Ich gehe dieselbe Straße entlang.

    Da ist ein tiefes Loch im Gehsteig.

    Ich gehe darum herum.


    5.Kapitel

    Ich gehe eine andere Straße

    ...und es ist so viel wahres dran,...einfach nur so zum Nachdenken.

    Ich wünsche dir alles Liebe und Kraft für die Zeit die wir ohne unsere Liebsten bewältigen müssen,- immer dabei die unendliche Liebe in unserem Herzen<3

  • vielleicht irgendwann nach ganz ganz viel Zeit gehen wir eine andere Straße entlang ohne in dieses Loch zu fallen oder ein anderes.....doch wann.....wann fallen wir nicht mehr?

    Wann wird es erträglicher?

    Wann hört dieser unendlich quälende Schmerz auf?


    Wieviel Zeit muss vergehen?????


    Vlg. Linchen

  • ...heute möchte ich noch eine Geschichte von der traurigen Traurigkeit in mein Wohnzimmer mit einbringen...

    Die traurige Traurigkeit😢

    Es war eine kleine Frau,die den staubigen Feldweg entlangkam.Sie war wohl schon recht alt,doch ihr Gang war leicht,- und ihr lächeln hatte den frischen Glanz eines unbekümmerten Mädchens.

    Bei der zusammengekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter.Sie konnte nicht viel erkennen.Das Wesen,das da im Staub des Weges saß,schien fast körperlos.Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen.Die kleine Frau bückte sich ein wenig und fragte; Wer bist du?Zwei fast leblose Augen blickten müde auf.Ich? Ich bin die Traurigkeit; flüstert die Stimme stockend und so leise,dass sie kaum zu hören war.Ach die Traurigkeit rief die kleine Frau erfreut aus,als würde sie eine alte Bekannte begrüßen.Du kennst mich? fragte die Traurigkeit mißtrauisch.Natürlich kenne ich dich!Immer wieder einmal hast du mich ein Stück des Weges begleitet.

    Ja aber...argwöhnte die Traurigkeit warum flüchtet du dann nicht vor mir?Hast du denn keine Angst? Warum sollte ich von dir davonlaufen,meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut,dass du jeden Flüchtigen einholtst .Aber,was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus? Ich,ich bin traurig,antwortet die graue Gestalt mit brüchiger Stimme.Die kleine ,alte Frau setzte sich zu ihr.

    Traurig bist du also,sagte sie und nickte verständnisvoll mit dem Kopf.Erzähl mir doch was dich so bedrückt.Die Traurigkeit seufzte tief.Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewünscht,- ach weißt du,begann sie zögernd und äußerst verwundert,es ist so,dass mich einfach niemand mag.Es ist nun mal meine Bestimmung unter den Menschen zu gehen und für eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen.Aber wenn ich zu ihnen komme,schrecken sie zurück.Sie fürchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest.Die Traurigkeit schluckte schwer.Sie haben Sätze erfunden mit denen sie mich bannen wollen.Sie sagen Papperlapapp,das Leben ist heiter.Und ihr falsches Lachen führt zu Magenkrämpfen und Atemnot.Sie sagen; gelobt sei,was hart macht.Und dann bekommen sie Herzschmerzen.Sie sagen; man muß sich nur zusammenreißen. Und sie spüren das Reißen in den Schultern und im Rücken.Sie sagen nur Schwächlinge weinen.Und die aufgestauten Tränen sprengen fast ihre Köpfe.Oder aber sie betäuben sich mit Alkohol und Drogen,damit sie mich nicht fühlen müssen.Oh ja,bestätigte die alte Trau,solche Menschen sind mir schon oft begegnet.Die Traurigkeit sank noch einwenig mehr in sich zusammen.Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen.Wenn ich ganz nah bei ihnen bin,können Sie sich selbst begegnen.Ich helfe Ihnen ein Nest zu bauen,um ihre Wunden zu pflegen.Wer traurig ist,hat eine besonders dünne Haut.

    Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde und das tut sehr weh.Aber nur wer die Trauer zuläßt und all die ungeweinten Tränen weint,kann seine Wunden wirklich heilen.Doch die Menschen wollen gar nicht,dass ich ihnen dabei helfe.Statt dessen Schminken sie sich ein grelles Lachen über ihre Narben.Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu.Die Traurigkeit schwieg. Ihr weinen war erst schwach,dann stärker und schließlich ganz verzweifelt. Die kleine alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme.Wie weich und sanft sie sich anfühlt,dachte sie und streichelte zärtlich das zitternde Bündel.Weine nur Traurigkeit,flüsterte sie liebevoll,Ruh dich aus,damit du wieder Kraft sammeln kannst.Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern.Ich werde dich begleiten,damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr Macht gewinnt.

    Die Traurigkeit hörte auf zu weinen.Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue Gefährtin, - Aber,aber wer bist eigentlich du?Ich? sagte die kleine alte Frau schmunzelnd, und dann lächelte sie wieder so unbekümmert wie ein kleines Mädchen...

    Ich bin die Hoffnung!!!

    ❤❤❤❤❤❤❤❤❤