Partnerin an Krebs verloren

  • Hallo Zusammen.

    Vor genau einer Woche - am Montag, den 16.05. ist meine wundervolle Svetlana nach langer Krankheit und einem sehr schweren Jahr friedlich eingeschlafen. Ich war bis zu ihrem letzten Atemzug an ihrer Seite, hab ihre Hand gehalten und sie gestreichelt.

    Es ist für mich nicht zu begreifen, dass sie nun nicht mehr da ist.
    kurze Vorgeschichte: Wir lernten uns 2007 in einem Onlineforum kennen und kamen 2008 zusammen. 2015 folgte unsere keltische Hochzeit in einem Wald. 2016 dann die erste Diagnose. In den Jahren 2017, 2019 und 2021 kam der Krebs zurück, und beim letzten Mal ist er buchstäblich explodiert.

    In den Achseln hatte sie bereits seit einem 3/4 Jahr eine offene Wunde - ausgelöst durch einen Tumor, der ganz tief in sie hineingewachsen ist. Diese Wunde musste seitdem täglich versorgt werden. Da sie Palliativ geschrieben war, durfte man nicht mehr operieren.

    Ihre Lunge war zum Schluss übersäht mit Metas, ich musste dann mit ihr ins Spital (Krankenhaus) weil sie keine Luft mehr bekommen hat.

    Dann ging alles ganz schnell: mehr Schmerzen und viele Angstzustände führten dazu, dass sie eine höhere Dosis Medikamente bekam. Sie verlor das Bewusstsein. Zwei Tage später ist sie verstorben.


    Nun sitze ich in unserer Wohnung und habe keine Ahnung, wie ich das Leben ohne sie gestalten soll. Sie war die schönste, beste und klügste Frau, die mir je begegnet ist. Sie brachte mir so viel über das Leben bei und lehrte mich, was es bedeutet, wahrhaftig zu lieben. Sie war mir in so vielen Lebenslagen ein Vorbild - ihre Wärme, ihr Herz und ihre Liebe zeichneten sie aus. Ich werde sie schmerzlich vermissen und weiss nicht, ob ich mich einem Menschen je wieder so öffnen kann. Mein Herz ist gebrochen!

  • Lieber Jan,


    wie ich hier lese ....bist du noch starr vor Schock...

    Hier hast du einen Platz gefunden, wo man dir zuhört.....dich versteht und hält....

    weil wir alle genau wissen was du jetzt durchmachst.....


    Wenn du magst..... schreib deine Geschichte auf...

    es kann dir helfen deine Gedanken und Gefühle zu ordnen..

    sie für uns alle Lebendig zu halten....

    Wir sind in Gedanken bei dir.... sei lieb gehalten.....


    LG

  • Lieber Jan, deine Geschichte erinnert mich ein bißchen an meine Geschichte.


    Auch ich habe meinen 2 Mann in einem Onlineforrum kennengelernt, das war 2001 , anderthalb Jahre später, haben wir geheiratet, er war und ist die Liebe meine Lebens, gestorben ist er an Krebs.



    Ich fühle mit Dir , Du hast einen schweren Weg vor Dir .


    Lass Dir alle Zeit der Welt , die Du brauchst um zu trauern , so wie es für Dich richtig ist.


    Evt. wäre es eine Option dir Hilfe zu nehmen ? Trauerbegleitung, Trauercafe , das hat mir etwas geholfen .



    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und das Du in Deinem Umfeld liebe Menschen hast ,die Dich unterstützen. Ansonsten hat hier auch immer jemand ein Ohr und eine Schulter zum anlehnen ,Lg Evi

  • Lieber Jan!

    Willkommen im Forum, dein Verlust tut mir so leid.

    Vielen von uns hier hilft der Austausch mit Menschen die auch trauern.

    Ich wünsche dir sehr, dass du im Schreiben eine Möglichkeit findest, die dir gut tut.

    Liebe Grüße Hedi

  • Lieber Jan,

    auch von mir ein stilles Willkommen hier in diesem Forum. Du bist nicht allein mit Deinem Schicksal. Wir alle hier haben das Liebste, unseren Lebensmittelpunkt, verloren und müssen erst einmal wieder ganz von vorne anfangen. Das funktioniert nur in ganz kleinen Schritten, jeder in seinem eigenen Tempo. Ich wünsche Dir alle Kraft, die Du brauchst.

    Mein Mann und ich haben uns auch im Internet kennengelernt, es hat "auf Anhieb" gepasst. Wir hatten insgesamt 8 Jahre und 3 Monate und haben 1/2 Jahr vor seinem Tod geheiratet. Er war nicht gesund. Zum Zeitpunkt des Todes bestand allerdings nicht wirklich Grund zur Sorge. Das ist jetzt etwas mehr als 6 Monate her.

    Dir ganz Liebe Grüsse

    Gaby

  • Lieber Jan

    Tiefste Liebe lassen deine Worte über deine Svetlana erahnen.
    Es tut mir sehr leid .


    Diese verdammte Krankheit Kr…
    Für Betroffene und Zusehende müssen ….. ist es ein unerträgliches Leid.
    Ich musste es auch traumatisch erleben ….. zusehen müssen, ohnmächtig sein…. dieser Schmerz


    Hier im Forum triffst du auf Verstehende


    Herzlichst <3<3

  • Lieber Jan,


    deine Geschichte hat mich sehr berührt. Du schreibst in so wundervollen Worten über deine Svetlana, sie muss - bei allem Unglück, das sie und euch getroffen hat, sehr glücklich gewesen sein, dich an ihrer Seite zu haben. Deine Erinnerungen, all das, was du von ihr gelernt hast, es wird dir dabei helfen, die kommende schwere Zeit zu bestehen. Wie du dein Leben ohne sie gestalten sollst? Solche Gedanken sollten dich jetzt nicht belasten, erst einmal gilt es Tag für Tag zu bestehen, in diesem absoluten Ausnahmezustand, den sich keiner von uns so vorher hat vorstellen können. Du wirst Antworten finden, ganz sicher, der Weg entsteht beim Gehen, sagt man, und so ist es auch in der Trauer.


    Ich wünsche dir Kraft und Zuversicht für deinen schweren Weg, dass du dich im Forum gut aufgehoben fühlst und auch in deinem Umfeld hilfreiche Unterstützung erfährst.


    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

  • Lieber Jan,


    deine Geschichte mit deiner geliebten Svetlana geht mir ans Herz. Es tut mir so leid. Es gibt nichts Schlimmeres als seinen geliebten Menschen jahrelang leiden zu sehen und ihn dann auch noch zu verlieren. Ich musste es leider auch so erleben. Ich wünsche dir ganz viel Kraft.


    Ich hoffe, dir hilft der Austausch mit uns Trauernden in diesem Forum ein wenig. Von uns wirst du verstanden.


    Ganz liebe Grüsse

    Luna

  • Vielen lieben Dank euch allen für die wertschätzenden und auch berührenden Zeilen. Ich bin dankbar hier zu sein. Es hilft mir zwar mit Freunden zu reden, aber keiner versteht mich so gut wie die Community hier. Das merke ich sofort! ❤️🙏🏻

  • Lieber Jan,

    Auch ich möchte dich hier im Forum begrüßen. Ich hoffe das Schreiben hilft dir. Ich habe die Erfahrung gemacht, das alleine das Schreiben über meine Gefühle,und meine Trauer mir eine Erleichterung verschafft. Und ja da hast du Recht, in der Welt, die einfach so weiter läuft, sind wohl einige bemüht, und auch da, aber wirklich verstehen denke ich, kann das jemand nur, wenn er ähnliche Erfahrungen machen musste.


    Du wirst sehen, hier sind viele liebe Menschen, die ein offenes Ohr haben, und dir Beistand leisten.


    Komm erst Mal an, liebe Grüße

    Renate

  • Lieber Jankellermann,


    es tut mir sehr leid, dass du Svetlana gehen lassen musstest.

    Im Moment ist erst mal wichtig, dass du weist, dass wir alle hier gerne für dich da sind.

    Sei es um sich auszutauschen oder auch wenn du irgendetwas wissen musst wegen Papierkrieg oder einfach manchmal nur um zu lesen, was die anderen hier durchgemacht haben.

    Mir hat es damals sehr geholfen, dass ich langsam mal nur lesen konnte und später dann langsam mal etwas von mir selber schreiben konnte.

    Ich fühlte und fühle mich hier mit all den anderen Betroffenen sehr wohl und hoffe dass es euch ( dir und svetlana) genau so geht.

    Mein Mann hatte 2015 seine Diagnose bekommen mit der Prognose 5-7 Jahre. er wurde auch palliativ betreut und wir hatten genügend Zeit uns zu verabschieden.

    Dennoch steck ich in einem Loch fest. In einem Trauerloch.

    Bei dir ist alles noch total frisch.

    Nimm dir alle Zeit der Welt, die du für dich brauchst um zu begreifen, was geschen ist und auch um deinen Gedanken zu entwirren.

    Ich wünsche dir, dass du Personen in deinem Umfeld hast, die dir beiseite stehen und mit denen du über deine Frau sprechen kannst.

    Ich nehm dich einfach mal in den Arm.

    Es tut mir leid.:30:


    Verbündete

  • Lieber Jankellermann,

    mein Beileid zum Verlust deiner Frau.

    Hier im Forum kannst du schreiben was dir auf dem Herzen liegt und es wird dir immer jemand antworten. Mir hilft der Austausch hier im Forum enorm.

    Doch auch Freunde und Familie sind wichtig und ich wünsche dir dass da jemand ist der dir beisteht und für dich da ist.

    Für mich sind Besuche im Trauercafe ( wird vom Hospitzdiens angeboten ) und die Teilnahme an Trauerwanderungen hilfreich.

    Doch zuerst gilt es erst mal jeden Tag zu überstehen. Es sind kleine kaum spührbare Schritte auf deinem Weg.

  • Hallo Jan,

    es ist sehr schmerzhaft für viele hier, mit ähnlichem Schicksal umzugehen.

    Meine große Liebe ist Anfang April verstorben und auch sie hat gekämpft und doch verloren. Die letzten Wochen und Monate in einem Klappstuhl neben ihrem Krankenbett zu verbringen und dabei zuzusehen, wie es immer schlechter wird, war sehr schlimm.

    Ich wünsche jedem Betroffenen sehr viel Kraft, denn ich merke selbst, wie diese schwindet.

  • Ich danke dir. Auch wir hatten Gott sei Dank noch genügend Zeit uns zu verabschieden. Dennoch war es wohl das schwerste Gespräch das wir je führen mussten. Zu wissen, dass deine Frau stirbt und sie dir in diesem Moment für dein weiteres Leben ganz viel Glück wünscht, ist der Horror. Auch, wenn ich es bestimmt irgendwann anders sehen werde bzw. es mehr als Geschenk ansehen werde, dass wir diese Momente des Abschieds hatten - im Moment überwiegt der Schmerz, dass sie nicht mehr in physischer Form auf dieser Erde weilt um mit mir das Leben zu beschreiten.

    Sie war perfekt und wird für mich immer perfekt bleiben. Unsere Bindung war aussergewöhnlich und ich weiss, dass es sowas nur 1x im Leben gibt - zumindest empfinde ich es im Moment so,“. Auch wenn ich mich vielleicht irgendwann wieder öffnen sollte, so wird es anders. Die Verbindung bleibt ein Unikat, so wie sie selbst eins gewesen ist - und auch jetzt noch ist. ❤️

  • Es tut mir leid zu hören, dass du in einem Loch der Trauer feststeckst. Auch wenn meine Trauer noch sehr frisch ist, so mag ich dir sagen, dass du nicht alleine bist und - das weisst du sicherlich schon - hier ganz viele Menschen hast, die dich begleiten. Und dazu gehöre ich nun auch 😊 So wie ich das spüre, sind wir alle füreinander da und das ist ein schönes Gefühl. Ich drück dich!

  • Hallo Jan,

    es ist sehr schmerzhaft für viele hier, mit ähnlichem Schicksal umzugehen.

    Meine große Liebe ist Anfang April verstorben und auch sie hat gekämpft und doch verloren. Die letzten Wochen und Monate in einem Klappstuhl neben ihrem Krankenbett zu verbringen und dabei zuzusehen, wie es immer schlechter wird, war sehr schlimm.

    Ich wünsche jedem Betroffenen sehr viel Kraft, denn ich merke selbst, wie diese schwindet.

    Lieber Eugen, mein aufrichtiges Beileid zu deinem schmerzhaften Verlust und danke fürs Mitteilen. Ich kann es so gut nachempfinden - ich sass auch die ganze Zeit bei ihr und weiss wie es sich anfühlt, wenn man auch als Angehöriger irgendwann nicht mehr kann und sein Limit erreicht. Doch ich sagte mir immer - ich kann ausweichen, sie nicht. Also darf ich an ihrer Seite sein und ihr zeigen, dass ich da bin. Auch wenn es manchmal wirklich sehr schwer war. Und ja, zu sehen, wie sie die Kraft verlässt, war sehr sehr schlimm für mich.