Mein Mann ist mit dem Flugzeug abgestürzt, seitdem ist alles anders.

  • Hallo Gabi


    Ich wollte mich mal erkundigen wie es dir geht ,jetzt wo du leider eine zweite


    Wichtige Person verloren hast. Vorhin habe ich mir noch vorgenommen das ich


    den Tag zufrieden durch lebe ,klappt nicht so gut ,das alles sein hat mich wieder im Griff


    Wie geht's du damit um ,kannst du mir vielleicht einen Tipp geben .


    Ich wünsche Dir auf jedenfall alles Liebe ich hoffe du kommst durch die Wärme


    Bis bald<3Traurige Birgit

  • Liebe Birgit, ihr Lieben alle!


    Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, nach dem dritten Jahrestag durchzustarten, all die Trrauer, die Einsamkeit die Sehnsucht und den Schmerz hinter mir zu lassen und mich darauf zu fokussieren ein neues Leben zu beginnen.

    Ich wollte erst wieder hier schreiben, wenn ich sicher sein konnte, dass es mir nachhaltig besser geht, um nicht immer alle so runter zu ziehen, wenn sie lesen, dass ich es nach inzwischen drei Jahren immer noch nicht geschafft habe, mich in meinem neuen Leben zurechtzufinden.


    Ich habe ein sehr mutmachendes Seminar hinter mir, das genau in den kritischen Tagen stattfand und ich habe auch ein paar neue Projekte vor, von denen ich hoffe, dass sie mich weiterbringen.

    Trotzdem hat sich an meiner Grundstimmung nichts nachhaltig geändert.

    Es stimmt wohl, dass es nach dem Seminar ein paar Tage gab, an denen ich hoffte das Schlimmste überwunden zu haben, aber ich bin eines Besseren belehrt worden, denn wie aus dem Nichts stecke ich in der nächsten heftigen Trauerwelle fest!

    NACH DREI jAHREN!

    Sicherlich habe ich auch noch damit zu kämpfen, dass ich nach einem hoffnungsvollen Jahr auch noch die letzte Person verloren habe, zu der ich noch einen täglichen beziehungsähnlichen Kontakt hatte.

    Das stimmt schon, aber ich dachte schon, dass ich mit dieser drückenden Einsamkeit inzwischen besser klarkomme, was sich leider als fundamentaler Irrtum herausgestellt hat.

    Trotzdem ich mich mit anderen treffe,

    trotzdem ich gerade dabei bin mir etwas Eherenamtliches zu suchen,

    trotzdem ich nicht mehr jeden mit meinen Belangen nerven muss, sondern meine Trauer für mich behalten kann,

    trotzdem mich meine Bekannten gerne um mich haben,

    trotzdem ich öfter mal mit dem Hund einer Bekannten spazierengehe,

    fühle ich mich in all diesen sozialen Aktivitäten und besonders danach, wenn ich wieder allein in meine Wohnung zurückkehre, alles andere als wohl.

    Ich weiß eigentlich gar nicht wieso das so ist, aber ich bin extrem dünnhäutig und auch wenn es mir gut geht, sind rundherum sehr viele Menschen krank oder in anderen Schwierigkeiten und ich fühle mich so hilflos und hätte gern jemanden, an den ich mich auch mal anlehnen kann, um zu wissen egal was kommt, alles wird wieder gut.

    Nur diesen Jemand gibts nicht mehr, jetzt muss ich alleine stark sein und das tut so unglaublich weh.


    Das alles wollte ich eigentlich gar nicht schreiben, aber eure lieben Nachfragen haben mich gefreut

    und euch kann ich nicht anlügen, denn ihr wisst Bescheid.


    Liebe Birgit, der einzige Tipp, den ich dir geben kann:

    Immer wieder von Neuem aufstehen und nicht verzagen, wenn nach ein paar Sonnenstunden der Himmel wieder weint.

    Je länger du die Trauer durchlebst, desto mehr gewöhnst du dich dran und es gibt auch wieder glückliche Momente oder ein paar Tage, in denen du zufrieden leben kannst. Darauf kannst du vertrauen und Kraft schöpfen fürs nächste Tief.

    Mir helfen Gespräche und Seminare in denen es um den Kontakt mit den Verstorbenen geht sehr, denn die LIebe der geistigen Welt gibt mir Energie, auf der ich aufbauen kann, nur leider halt nicht anhaltend und dauernd, sondern so als kleines Kraftpaket, von dem ich eine Weile zehren kann, Aber auch dafür bin ich dankbar.

    Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass sich auch das ändert, und wenn es noch drei Jahre dauert!

    Irgendwann führe ich wieder ein zufriedenes Leben mit traurigen Momenten und kein trauriges Leben mit zufriedenen Momenten mehr.

    Und das wird dir, liebe Birgit auch gelingen, denn du bist eine Kämpferin, so wie ich!

    Ob es jemals einen wirklichen Wandel zu einem richtig guten Leben geben kann, das weiß ich noch nicht, wir werden das zusammen herausfinden, was meinst du?

  • Liebe Tigerlily,


    du steckst so voller Liebe und Leben es ist einfach nun einmal unglaublich schwer das Gleichgewicht zu finden das ist einfach so.

    Ich habe mich auch ein Stück an diesen Schmerz gewöhnt so das es mich nicht mehr täglich zerreißt aber innerlich fühle ich mich leer und ausgelaugt und hilflos.


    Was kann man dagegen tun???

    Gute Frage weiter gehen jeden Tag ein Stück.

    Jetzt kommen neue Ängste Gedanken dazu nicht nur mein Papa der schnellen Schrittes auf die 80 zugeht auch mein Partner der ja nun auch 14 Jahre älter ist als ich es bin.

    Was bisher nie ein Problem für mich war wird jetzt eines.

    Die Dinge ändern sich schlagartig und man kommt so schnell gar nicht mit plötzlich liegt man wach und hat Dinge im Kopf die vorher gar nicht da waren.


    Diese Trauerwellen diese extreme das ist auch etwas was einem viel Kraft raubt, man denkt jetzt geht es und dann kommt es mit voller Wucht zurück.

    Diese Sehnsucht dieses Verlangen diese unglaubliche bedingungslose Liebe die uns alle hier begleitet hat fehlt einfach und das lässt sich nicht schließen, das ist eine Wunde die nicht heielt wie könnte es auch.


    Vlg. Linchen

  • Liebe Gabi,


    Du bist so lebenstüchtig und klug, Du bist kampferprobt und hast Dir ein Stück Optimismus bewahrt, alle Eigenschaften sind in Deiner Gedankenwelt fest verankert. Was Du verloren hast, ist festgelegt in Deinem Herzen. Unsere Herzen können nicht strategisch handeln, sie können nur lieben, trauern, vermissen und Sehnsucht tragen. Ich glaube nicht, daß sich daran etwas ändern wird und würden wir das wollen?

    Ich denke, wir müssen immer wieder Kraft sammeln um weitergehen zu können, in dem Bewusstsein, daß auch wir endlich sind und in der Hoffnung, wiederzuerhalten, was wir so schmerzlich verloren haben.


    Kraft und Hoffnung mögen Dich begleiten, leichtere Momente mögen Deinen Weg säumen.


    Sommermond

  • Liebe Gabi,

    Schön von dir zu hören, und mich ziehst du nicht runter, ganz im Gegenteil. So weiß ich, das es nicht so wie alle nicht wissenden sagen, "schon endlich mal Zeit wird", so weiß ich das es normal ist, wie ich mich fühle.

    Das traurige Leben, mit Glücksmomente darin, ja genau, das hab ich auch, und umgekehrt ists sicher besser, aber ja. Immerhin arbeiten wir daran, das ist ja schon mal was.

    Ganz liebe Grüße

    Renate

  • Liebe Gabi <3


    Ich danke dir für deine sehr netten Worte ..

    Ich gebe nicht auf warum kann ich nicht erklären .hin und wieder lache ich mal .

    Ich rede ja jeden Tag mit beider erzähle ihnen was so läuft ,was mir Angst macht.

    Meine Nadja auch noch verloren zu haben ich entsetzlich und wenn ich das hier schreibe

    rollen die Tränen ,

    aber meine beiden melden sich ich spüre sie mach mal in meinem Körper .das macht besonders den Verlust

    von Nadja nicht leichter, Mein Helmut war sehr lange sehr krank ,ich hoffe es geht ihm gut da wo er jetzt ist

    und er hat endlich keine Luftnot und schmerzen mehr ,aber deshalb vermisse ich ihn nicht weniger.

    ich war noch nie bei einem Medium und werde auch nicht gehen ,meine Tochter fand das nicht gut .

    aber ich schaue im Internet und auf You Tube mir verschiedene an und hole mir daher Hoffnung

    und etwas wissen .

    Dir liebe Gabi wünsche ich das sich all deine Wünsche in Erfüllung gehen


    viel Kraft weiterhin und alles Liebe

    Traurige Birgit

  • Ihr LIeben,

    in den letzten Wochen hat sich viel getan, ich kämpfe noch immer mit mir selber und meinen Gefühlen, mit dieser bodenlosen Hoffnungslosigkeit in der ich immer noch allzu oft steckenbleibe, wenn mich die Sehnsucht nach LIebe und Geborgenheit übermannt, um dann wieder von Botschaften meiner LIeben in der geistigen Welt genährt und ermutigt zu werden, manchmal auch gerügt, nicht in Selbstmitleid zu verfallen, sondern das Alte ruhen zu lassen und nach vorne zu schauen, weil sie mir nur helfen können, wenn ich offen für ihren Zuspruch und ihre Hilfe bin.

    Ich hatte ein Hoch nach meinem Geburtstag, das ich in gewohnter Weise so lange mir erhalten wollte wie nur möglich, auch als ich schon merkte, wie die gute Energie abflaut.

    Das scheint ein Fehler zu sein, das den Fluss der Gefühle unterbricht, denn es war nicht das erste Mal, dass ich in ein abgrundtiefes Trauerloch fiel, nachdem ich die gute Energie auch mit Gewalt nicht mehr halten konnte.

    Auch dieses Mal war es so.

    Ich bin dann untröstlich und vermutlich auch eine Zumutung für meine Mitmenschen, die mir helfen wollen, aber nicht können.

    Nachdem ich mein Leid in mein Tagebuch geschrieben habe und dazu die verzweifelte Frage, ob es jemals wieder für mich etwas Schönes geben könne, oder ob mein Wunsch nach LIebe und Geborgenheit in einer neuen Partnerschaft reines Wunschdenken wäre und wo denn diese Lebensaufgabe wäre, die mir Grund zum Weiterleben gibt, habe ich am Abend desselben Tages auf wundersame Weise Antworten erhalten.

    Ja es habe einen Grund, dass ich noch da wäre, es wäre tatsächlich alles schon vor meiner Geburt so vereingbart worden und ich hätte noch viel vor in meinem zukünftigen Leben und ich solle nicht am Alten festhalten, sondern wieder glücklich sein und mit Begeisterung leben.

    Diese Botschaft kam von meinem Mann, der immer bei mir ist und sich so sehr wünscht dass es mir gut geht und auch eine neue Beziehung für mich als gut und richtig sieht.

    Am gleichen Abend kam noch eine zweite Botschaft, dass alles schon bereit sei einzutreffen, dass ich mich nicht dafür anstrengen müsse, sondern den Dingen einfach seinen Lauf lassen solle und offen für Neues sein solle.

    Das alles hat mir neuen Schwung gegeben, die Dinge gelassen zu sehen, anzunehmen, dass es jetzt eben so ist wie es ist und die traurigen Momente ebenso zu leben wie die angenehmen, nichts zurückzuhalten, sondern im Fluss zu bleiben.

    Mal sehen wie mir das gelingt ...

    Im äußeren Leben habe ich jetzt einen kleinen Nebenjob ein bis zweimal die Woche als Pferdeführerin in einem Betrieb für Therapeutisches Reiten.

    Ich war bisher viermal dort und es tut mir gut mit Tieren und Menschen zusammen zu sein und ich lasse es jetzt mal so laufen, mal sehen wie lange es geht und wie es weitergeht.

    Und heute habe ich etwas für mich absolut Ungeheuerliches getan: Ich habe in der Seniorenzeitung des Tiroler Seniorenbundes, der das komplette Bundesland umfasst, eine Annonce in der Rubrik Herzensangelegenheiten aufgegeben, unter Chiffre, also weitgehend anonym und auch die Reichweite ist überschaubar.

    Trotzdem, es ist eine neue Dimension, die sich für mich auftut, denn noch vor einem Monat war das undenkbar für mich.


    Wie ihr seht, ich versuche weiterhin alles, um wieder ins Leben zurückzufinden, denn das ist es, was meine vorausgegangenen Lieben sich von mir wünschen.

    Ich selber bin noch nicht so weit, es für mcih selbst zu tun, aber ich glaube die Richtung stimmt und das Ziel wäre, dass ich irgendwann mal hier schreiben kann.

    "Ja, ich habe es geschafft, ich will leben und Gutes tun, weil ich zufrieden und glücklich bin und mein Leben auskosten möchte, bis Gott mich zurückruft in die Heimat, nach Zuhause, wo ich wieder vereint sein werde mit all meinen Lieben, die sich freuen mich wieder in die Arme schließen zu dürfen!


    Ich wünsche euch allen Harmonie und Frieden im Herzen und ein leichtes LEben und schicke euch viel, viel Liebe! Gabi

  • Liebe Gabi,

    Vorweg, Hut ab, du schaffst allerhand, um dein Leben wieder lebenswert zu gestalten.


    Die Frage, und verzeih, die sich für mich stellt, ist, was denn das ist, das was du suchst.?


    Es fühlt sich so an für mich, als möchtest du, ein Leben in Zweisamkeit führen wollen, das dir bis lang, seit deinem Verlust, verwehrt war.


    Das Leben in Zweisamkeit zu führen ist ein Gedanke den auch ich in mir trage, aber anders als du, nicht besser oder schlechter, anders.


    Es gelingt mir nicht und ich bewundere dich dafür das es dir gelingt, loszulassen.


    Wir Menschen sind nicht geschaffen dafür allein zu leben, davon bin ich Felsenfest überzeugt, jedoch das loslassen, auch wenn auch ich weiß, das meine Liebe das für richtig und gut empfindet, ist das woran es scheitert.


    Stolz kannst du sein, und ein wenig beneide ich dich dafür, auf deine Kraft, und deinen Willen, dein Leben in den für dich richtigen Weg zu leiten.


    Ich hoffe inständig, das es dir gelingt, und ein schönes, noch restliches, Leben, wie du schreibst, auf dich wartet.


    Und bitte, bitte immer uns am laufenden halten, wer weiß, vielleicht können der eine oder die andere davon profitieren.


    Sei lieb umarmt

    Renate

  • Liebe Gabi,

    Du bist mutig neue Schritte zu gehen. Das find ich schön. Auch wenn man nicht weiß was kommt, es zu versuchen ist schon so viel wert.

    Man weiß nie was sich dadurch ergibt- und auch die Gedanken, das Planen, das Tun sind es schon wert <3

  • Ganz ehrlich?

    Ich mache das alles nur für meine Lieben, die mir vorausgegangen sind und für den Teil in mir, der so unbedingt leben will (und mir mitunter ein wenig unheimlich ist).

    Ich (die Gabi die hier schreibt und unendlich leidet) würde nichts lieber als diese Inkarnation, das Leben das sie führt, so schnell wie möglich beenden.

    Mir wird das alles zuviel und alleine geht gar nicht.

    Und bisher musste ich auch nicht, sogar nach Hannes Tod war sofort jemand (mein Cousin) zur Stelle, der mein Leben durch seine Anwesenheit stabilisiert hat, wenn ich ihn auch nicht lieben konnte und ihm auch nicht so vertraut habe, wie meiner verstorbenen Familie.

    Jetzt ist es bald drei Monate her, dass auch er gestorben ist und ich tatsächlich und wirklich ganz alleine bin.

    Zwar gut gebettet und versorgt, mit Freunden und Bekannten, die mich mögen, mit einer neuen Beschäftigung, die ich mag, aber am Ende des Tages dennoch alleine.

    Ihr wisst ja meine medialen Unternehmungen meine Versuche herauszukriegen, was ich hier noch soll, gepaart mit einer Spiritualität, die ziemlich weit von den konventionellen Religionen entfernt liegt.

    Ich bin zwar noch katholisch aus reiner Gewohnheit und weil wir alle das waren, aber keiner von uns war wirklich gläubig, von daher ist es einfach ein Relikt des alten Lebens, das ich beibehalte, weil es mich nicht stört.

    Was ich für mich persönlich herausgefunden habe, teils für mich alleine, großteils aber auch durch Unterstützung von Menschen jenseits und diesseits des Lebens ist die für mch sehr tröstliche Wahrheit, dass wir unsterbliches Bewusstsein in sterblichen Körpern sind.

    Wie das alles genau ist, werde ich wohl, wie fast alle anderen, erst wissen, wenn auch für mich der Zeitpunkt gekommen ist.

    Aber ich weiß, dass unsere Verstorbenen uns ganz nah sind, sehr an unserem Leben interessiert und allzeit bereit zu helfen so gut sie können.

    Wir waren nicht nur im Leben miteinander verbunden, wir sind es über den Tod hinaus.

    Sie helfen uns unseren Lebensplan, den wir mit ihnen gemeinsam entwickelt haben, bevor wir gemeinsam unsere Reise in dieses Leben begonnen haben, so gut wie möglich zu verwirklichen. Und wir sind bestens beraten, wenn wir unsere Trauer in Liebe transformieren und uns für die Jenseitigen Hilfsangebote öffnen.

    Trauern wir zu stark und kapseln wir uns ab können sie nichts machen, dann ist der Widerstand zu groß, die Zustimmung unsererseits fehlt und gegen unseren freien Willen kann niemand und nichts etwas bewirken.

    Ich habe Botschaften bekommen, immer und immer wieder, ich habe die LIebe gefühlt und ihre Energie hat mich tagelang gestärkt, so oft, bis ich Stoffel selbst bemerkt habe, dass es kein Zufall ist, wenn ich spezielle Träume habe und mediale Begegnungen, die mich fortlaufend stärken und meine depressiven Untergangsfantasien immer wieder stoppen.

    Und warum das alles?

    Weil ich hier bin, um ein neues Leben mit neuen Aufgaben und neuen Beziehungen, ein erfülltes Leben zu führen, nachdem ich aus dieser abgrundtiefen Krise als geläuterter Mensch mit neuen Erkenntnissen hervorgegangen bin.

    Ja, ich habe immer noch Zweifel, ob ich mir das alles vielleicht doch nicht nur einrede.

    Ich weine fast immer, wenn ich nach meinen Unternehmungen wieder nach Hause komme, ich bin so einsam, dass es richtig wehtut und ich habe oft Mühe mir die schwarze Wolke der Hoffnungslosigkeit vom Leib zu halten.

    Aber es gibt nur die Chance vorwärts zu gehen, mich zu öffnen so gut ich kann und meinen Liebsten, die mir helfen wollen und niemals etwas tun würden, was mir schaden kann, zu vertrauen, ihnen mein Leben anzuvertrauen, wie ich es auch vorher schon getan habe, als sie noch lebten.


    Liebe Renate,

    du hattest erst am 11. April Jahrestag.

    Ein Jahr ist praktisch nichts, wenn du bei mir zurückblätterst wirst du feststellen, dass ich damals noch wie von Sinnen war, unfähig an irgend etwas anderes zu denken, als den Verlust meiner zweiten Hälfte und mein verlorenes Leben.

    Hätte mir damals jemand gesagt, dass ich nach drei Jahren immer noch so heftig trauere, wäre ich vollends verzweifelt.

    Allerdings ist es nun nach drei Jahren anders.

    Auf einmal hat wieder etwas Neues Platz neben der alles vernichtenden Trauer.

    Es ist beileibe noch nicht gut, aber es ist anders und stehenbleiben keine Option, denn schließlich bleibt mir ja gar nichts übrig, als weiterzuleben und das möchte ich nicht noch jahrelang in endloser Qual.

    Es ist der Mut der Verzweiflung, der mich antreibt, sonst nichts.

  • Liebe, liebe Gabi,

    Ein Jahr, in unserer Zeitrechnung, ist praktisch nichts, das stimmt wohl, uns trotzdem waren Tage dabei,die so langsam vergingen, Sekunden die sich wie Stunden anfühlten .


    Die Erfahrung, die du bis heute gemacht hast, werde ich in dieser, oder wer weiß anderer Form ebenso machen, ich denke, das wird die Zeit bringen. Das Gefühl jeden Tag aufs neue in den Ring zu steigen, und mich durch zu boxen, ist für mich allgegenwärtig, und einige riesen Steine, werden kleiner, jedoch meistens ersetzt, von anderen riesigen Felsbrocken, die es wieder abzuarbeiten heißt.


    Ob das nun das weiter Dasein, mein Dasein, täglich so weiter geht, und es quasi nur aus Zentner schwerer Last, Wehmut, und sich irgendwie da rauszuwinden, einfach irgendwie den Tag zu überstehen, besteht, hoffe ich ja doch nicht, und bin, woher ich das auch immer nehmen mag, keine Ahnung, trotzdem guter Hoffnung. Hoffnung das es anders wird, was es ja wenn ich mir Tag x hernehme schon geworden ist. Hoffnung diesen Druck auf meiner Brust loszuwerden, diesen Kloß in meinem Hals, diese nie enden wollenden Tränen, die da ohne jegliche Vorwarnung, einfach da sind, endlich zu stoppen. Und ich mein nicht das das alles leichter wird, ich mein das es weg ist. Wunschdenken, ich weiß, aber ich hätte es wirklich sehr gerne. Die Gefahr das wenn ich das nicht mehr spühren würde, das dann , aus Ersatz sozusagen, etwas anderes, wer weiß vielleicht schlimmeres kommen würde, die besteht natürlich, aber das nehm ich in kauf, nur um irgendwas zu erreichen, überwunden, geschafft zu haben.


    Der Kampf geht weiter, an manchen Tagen stehe ich meinem Gegner mit geballten Fäusten gegenüber, und bin auf den nächsten Schlag vorbereitet, und an manchen Tagen, geh ich gleich ko.


    Sei lieb umarmt

    Renate

  • Aber ich weiß, dass unsere Verstorbenen uns ganz nah sind, sehr an unserem Leben interessiert und allzeit bereit zu helfen so gut sie können.

    Wir waren nicht nur im Leben miteinander verbunden, wir sind es über den Tod hinaus.

    obwohl ich ständig um hilfe rufe, kann ich seine nähe einfach nicht spüren. vielleicht bin ich zu erstarrt.

    Trauern wir zu stark und kapseln wir uns ab können sie nichts machen, dann ist der Widerstand zu groß, die Zustimmung unsererseits fehlt und gegen unseren freien Willen kann niemand und nichts etwas bewirken.

    das könnte ein ansatz sein, daran muss ich arbeiten.

    Es ist der Mut der Verzweiflung, der mich antreibt, sonst nichts.

    aber du hast mut, das ist doch ein guter weg.

    liebe grüße

    flora

  • Liebe Gabi,


    es tröstet mich immer wieder, wenn Du schreibst, daß unsere Lieben uns begleiten.


    Den Mut sollst Du nicht verlieren, auch wenn er oft nur aus der Verzweiflung wächst.


    Liebe Grüße, Du standhafte Kämpferin


    Sommermond

  • Liebe Gabi <3:24::30:<3


    Irgendwann führe ich wieder ein zufriedenes Leben mit traurigen Momenten und kein trauriges Leben mit zufriedenen Momenten mehr.

    das GLAUBE ich auch sowohl bei dir als auch bei ALLEN hier... ( damit meine ich auch mich;))

    Jeder auf seine ganz individuelle , unnachahmliche , ja ich schreibe einmal göttliche Art und Weise<3:saint:

    Ich wünsche euch allen Harmonie und Frieden im Herzen und ein leichtes LEben und schicke euch viel, viel Liebe! Gabi

    DANKE:2::saint:<3:24::8::24:<3:saint:<3<3<3<3<3<3


    <3Sverja

  • Ihr Lieben,

    die Trauer ist ein ewiges Auf und Ab und ich bin müde geworden ...

    Ich habe es schon an anderer Stelle angedeutet, ich bin gerade dabei eine Reha zu beantragen, denn ich hatte vor ein paar Wochen einen Artikel gelesen, in dem von Erfahrungen mit einer Reha berichtet wurden und das hat mich stark getriggert, sodass ich diese für mich bis dato undenkbare Maßnahe auf einmal als einen Weg für mich sehen konnte.

    Meine Psychologin schreibt am Montag, nachdem sie aus ihrem Urlaub zurückgekehrt ist, einen Befund für mich, den ich dem Antrag noch beilegen muss und dann kann ich nur hoffen, dass er bewilligt wird.


    Ich habe am Anfang meines Trauerweges immer geglaubt, irgendwann würde eine Art Wunder geschehen und es würde sich für mch ein Weg auftun, ein Weg in ein neues lebenswertes Leben, auch ohne meinen geliebten Hannes.

    Schließlich muss es doch irgendeinen Sinn haben, dass er gehen musste, ich aber noch dableiben muss.

    Und so wie mein Leben momentan verläuft kann ich mir nicht vorstellen noch weitere ungezählte Jahre weiterzuleben.

    Leider ist dieses Wunder nie passiert und ich habe keine Ahnung, ob es an mir liegt, dass ich mich nicht genug angestrengt habe, oder ob das normal ist, sich nach drei Jahren noch dermaßen elend zu fühlen.

    Eine Tatsache ist jedoch, ich bin mit meiner Weisheit am Ende und das ist der letzte Strohhalm, an den ich mich jetzt klammern kann.


    Ich habe leider keine Visionen für die Zukunft, keine Pläne und auch kein Bedürfnis nach einem konkreten Etwas, das ich machen könnte.

    Der einzige Gedanke der mir immer wieder kommt ist der nach einer neuen Partnerschaft, nach einem Mann, der mich liebhaben kann, genauso wie ich ihn liebhaben könnte.

    Einem Mann, den mir mein Hannes schickt, damit ich hier herunten nicht mehr so einsam sein muss und lernen kann, dem Leben wieder zu vertrauen oder es gar wieder ein wenig zu genießen.

    Allein, mir fehlt das Vertrauen, dass so etwas passieren könnte und auch wenn ich vor kurzer Zeit diesen halbherzigen Vorstoß mit einer Anzeige in einer vierteljährlich erscheinenden Seniorenzeitung gemacht habe, glaube ich dennoch nicht ernsthaft daran, dass sich da etwas daraus ergeben könnte.


    Ich muss gestehen, ich fühle mich wie eine Versagerin, als hätte ich meine Familie enttäuscht, weil ich es einfach nicht schaffe ihren Wunsch, dass es mir gut gehen solle, zu erfüllen.

    Sie haben ihren Teil dazu beigetragen, indem sie mir lebenslang Liebe gegeben haben und mir eine gute Ausbildung ermöglichten, eine Grundlage für ein erfolgreiches Leben in finanzieller Sicherheit. Mit meinem Mann zusammen habe ich mir eine ordentliche materielle Basis erschaffen und wir hatten ein wirklich schönes Leben und ich bin froh, dass es für ihn bis zu seinem Ende gut und glücklich war.

    Ich weiß, dass er sich wünscht, dass es mir gut geht und alles Nötige, was er zu Lebzeiten tun konnte hat er dafür getan.

    Wir waren nicht übermäßig reich, aber wohlhabend und ich kann von dem zehren, was er mir hinterlassen hat, wenn ich keine allzu großen Ansprüche stelle.

    Ich muss es irgendwie schaffen dieses Restleben, das mir noch bleibt in Anstand und Würde hinter mich zu bringen, aber ich weiß nicht wie ich das machen soll, wenn ich doch so einsam und voller Sehnsucht bin und das Ende meines Lebens herbeiwünsche, weil mir jeder einzelne Tag seit Hannes Tod eine einzige Qual ist.