Mein Mann ist mit dem Flugzeug abgestürzt, seitdem ist alles anders.

  • Liebe Gabi,


    ich finde die Idee mit der Reha gut, weil sie impliziert, daß Du nicht immer alles alleine für Dich tun musst.


    Ich weiß nicht, ob ich das schreiben darf.

    Vielleicht ist es mit Deinen Wünschen ähnlich, wie bei kinderlosen Paaren, die sich innig ein Kind wünschen. Vielleicht hilft es, Deinen Wunsch für eine Zeit etwas loszulassen, gelassen zu werden und eines Tages, ich wünsche es Dir von Herzen, festzustellen, welche schönen Dinge, auch ohne Dein Zutun, wahr werden. Kluge Gedanken, und davon hast Du eine ganze Menge, helfen auch nicht immer weiter.


    Wenn Du meine Gedanken nicht magst,

    lösche sei einfach.


    Liebe Grüße

    Sommermond

  • Liebe Gabi,


    du hast mit deinem Hannes dein Leben verloren. Alles was du an Liebe und Geborgenheit erfahren ist,

    ist nicht mehr. Die Sehnsucht danach ist nur all zu menschlich. Aber ob wir so eine Liebe nochmals

    finden können. Ich kann es mir nicht vorstellen. Im höchsten Fall kann es vielleicht mal eine freundschaftliche Beziehung geben, aber das was wir hatte, wird es nie wieder geben. Ich kann es mir einfach nicht vorstellen.

    Ich hoffe für dich, dass du eine gute Reha-Einrichtung findest, die dir aus deinem Trauertal heraushilft.

    Du hast schon so viele Jahre "überstanden", ich wünsche dir von Herzen, dass du dann vielleicht wieder

    einen Sinn in deinem Leben siehst.

    Herzlichst Brigitte

  • Ich habe meine Reha bewilligt bekommen . War auch ganz erstaunt darüber . Mal sehen was mich da erwartet und ob mir das weiter hilft . Auf jedenfalls schon mal 5 Wochen aus dem Alltagstrott draußen .

  • liebe gabi,

    du hast ja schon so viele dinge probiert und wenn sich die reha für dich jetzt richtig anfühlt, dann ist es einen versuch wert.

    ich wünsche dir, dass sie schnell genehmigt wird und dass du einen guten ort findest.

    danke für den interessanten artikel. auch ich befinde mich ja im 3. jahr und sehe keine wirkliche perspektive mehr für mich.

    ich befinde mich derzeit in einem erstarrten zustand und mutlos etwas neues zu probieren.

    an eine reha dachte ich auch schon, aber ich habe bedenken, ob ich mich in einer gruppentherapie so weit öffnen kann

    und möchte, ob ich mein schicksal überhaupt wieder so weit an die oberfläche holen will und ob mich die schicksale

    der anderen nicht wieder endlos weit runterziehen. momentan kann ich es mir nicht als geeignete maßnahme für mich vorstellen.


    dir wünsche ich viel erfolg und freue mich von deinen erfahrungen zu lesen.

    liebe grüße

    flora

  • Ja liebe Tigerlily, diese Gedanken sind mir nicht fremd. Mein geliebter Mann ist jetzt 1 Jahr, 2 Wochen und 3 Tage tot, ich fühle mich amputiert, mein Leben ja, klar für die Kinder und die Enkelkinder, irgendwie ein Leben als Neutrum. Ich denke oft darüber nach, ob ein anderer Mann an Achim's Stelle treten könnte und komme immer zu dem selben Schluß, NEIN, ich will ihn und keinen Anderen und ahne, bis zu meinem Tod werde ich Mutter und Tochter und Oma sein. Vielleicht bin ich ja gut, wer weiß

  • Liebe Gabi,

    ich kann sehr gut nachvollziehen was Du schreibst bzw. ich kann es empfinde sehr ähnlich in Bezug auf mich.

    Leider ist dieses Wunder nie passiert und ich habe keine Ahnung, ob es an mir liegt, dass ich mich nicht genug angestrengt habe, oder ob das normal ist, sich nach drei Jahren noch dermaßen elend zu fühlen.

    Eine Tatsache ist jedoch, ich bin mit meiner Weisheit am Ende und das ist der letzte Strohhalm, an den ich mich jetzt klammern kann.

    Ganz sicherlich liegt es nicht daran, dass Du Dich zu wenig angestrengt hast.

    Mir fällt kaum jemand ein, die/der sich so viele auch sehr unterschiedliche Aktivitäten und Strategien überlegt und auch umgesetzt

    hätte wie Du.

    Du hast Dein eigenes Wesen versucht in alle Richtungen zu bewegen... eine "Versagerin" bist Du ganz sicher nicht!

    Ich wünsche Dir so sehr, dass die Reha Dir in welche Richtung auch immer Erleichterung, Veränderung oder Trost gibt.

    Ganz, ganz herzlich,

    Tereschkowa

  • Liebe Gabi,

    danke für deine schöne Rückmeldung auf meiner Seite. Ich habe ein bisschen in deiner Geschichte gelesen und ich habe den Eindruck, dass wir in spiritueller Hinsicht auf einer Wellenlänge sind. Das freut mich, denn das erlebe ich noch nicht so oft. Verglichen mit dir stehe ich auf meinem Trauerweg ja noch ganz am Anfang und es erschüttert mich zu lesen, wie bei dir auch nach 3 Jahren noch so viel Verzweiflung und Einsamkeit da ist. Und doch hast du so vielen immer wieder Mut gemacht, hast auch selbst manchmal ganz gute Momente erlebt, hast so vieles schon probiert und unternommen. Ich wünsche dir sehr, dass das mit der Reha klappt, und dass es dir dort gelingt, neuen Lebensmut zu schöpfen.

    Wie schafft man es, einen Sinn im Alleine-weiter-leben zu finden? Ich weiß es (noch) nicht. Für mich liegt der Sinn im Moment noch ganz überwiegend darin, meine jetzige Lebenssituation und den neuen Alltag mit all seinen Anforderungen möglichst gut zu bewältigen. Das ist mein Antrieb und daraus ziehe ich auch meine kleinen Erfolgserlebnisse, wenn ich sehe, was ich - auch trotz meiner häufigen Migräne - schon alles geschafft habe. Daneben möchte ich die mir wieder geschenkte Zeit mit meinem jüngeren Sohn und das Zusammenleben mit ihm möglichst genießen, denn mir ist schon klar: das Alleine-leben-lernen ist im Moment nur aufgeschoben, spätestens in 2 Jahren wird es auch auf mich zukommen.

    Alles Liebe für dich

    Sabiene

  • Ihr Lieben,

    danke für eure einfühlsamen Rückmeldungen!

    Meinem Reha Antrag ist stattgegeben worden, vermutlich wird der Termin zum Jahresanfang sein, das ist mir sehr recht, habe ich noch ein wenig Zeit bis dahin.

    Außerdem ist in meinem Leben etwas Bemerkenswertes passiert, worüber ich mich hier im öffentlichen Teil noch nicht äußern möchte, solange ich nicht recht einordnen kann wie ich dazu stehe und ob es mir hilft.

    Auf jeden Fall habe ich viel Nachzudenken und zu Verarbeiten und auch wenn es positiv ist, habe ich herausgefunden, dass es nicht grundsätzlich etwas an meineer Trauer ändert.

    Inzwischen glaube ich, dass die Trauer mich bis zum Ende meines Lebens nicht merh loslassen wird, was bedeutet, dass ich ein normales Leben, wie ich es gewohnt war, nie wieder führen werde, aber auch keine brauchbare Alternative in Sicht ist.

    Dh. ich muss den Rest meines Lebens damit zubringen, mir selber irgendwie die Zeit so zu vertreiben, dass ich das Leben aushalte.

    Keine sehr angenehmen Aussichten.

    Außer es passiert doch noch ein Wunder.

  • Liebe Gabi


    Schön das du in die Reha fahren kannst ,das hast du auch verdient so traurig wie du mach mal bis


    du weißt ich gönne es r von Herzen


    über das andere Reden wir noch .


    Ich glaube Du hast recht ,die Trauer wird bis zu ende unseren Lebens sein

    Sie gehört zu uns .


    Liebe Gabi alles Liebe


    Traurige Birgit

  • Liebe Gabi,

    ja, ich denke auch dass unsere Trauer bis zum Ende unseres Lebens bei uns bleiben wird. Die Trauer um das zu frühe und abrupte Ende seines irdischen Lebens, die Trauer um unsere verlorene gemeinsame Zukunft, die Trauer um die Person, die ich mal war als seine Ehefrau und Lebenspartnerin, wie sollte sie jemals verschwinden? Und wenn sie das täte, würde dann nicht auch die Liebe verschwinden? Aber ich glaube, dass unsere Trauer sich wandeln wird, so wie sich alles im Leben wandelt. Sie wird irgendwann vielleicht nicht mehr so beherrschend sein, sie wird mehr Raum geben für Anderes, hoffentlich auch für Schönes. Wir können nur sehr eingeschränkt Einfluss darauf nehmen, was in unserem Leben passiert, aber wir haben es schon - zumindest teilweise - in der Hand, wie wir damit umgehen, davon bin ich überzeugt. Das heißt, wir können auch immer noch besser lernen, mit unserer Trauer und unserem Schmerz umzugehen.

    Liebe Grüße

    Sabiene

  • Jetzt habe ich mich ewig lang nicht mehr zu Wort gemeldet, teilweise weil im RL soviel passiert ist, dass ich nicht dazukam, teilweise aber auch weil ich nicht recht weiß, wie ich das was geschehen ist richtig einordnen und formulieren soll.


    Ich habe einen sehr lieben Mann kennen gelernt, der mich genauso liebt wie ich bin und auch akzeptiert, dass ich meinen Hannes immer noch liebe und immer lieben werde.

    Man könnte es ein Wunder nennen.

    Ich bin noch mitten im Trauerprozess und war in einem ziemlichen Tief, als es geschah durch einen dieser merkwürdigen Zufälle, die das Leben so hervorbringt.

    Es ist schön und schwierig zu gleichen Teilen für mich.

    Ich bemerke in den 4 Wochen, die wir uns bereits kennen eine tiefgreifende Heilung, die in mir Platz zu greifen beginnt und habe ich mich anfangs noch gewehrt, das Unglaubliche zuzulassen, so habe ich inzwischen beschlossen den Dingen ihren Lauf zu lassen und zu sehen wo das alles hinführt.

    Es ist eine Tatsache, dass ich immer noch die gleiche Gabi bin, die ihren Mann über alles liebt, die trauert, Sehnsucht nach ihrer verstorbenen Familie hat und es kaum erwarten kann ihre Liebsten am Ende ihres Lebens wiederzusehen.

    Für Gefühle wie Verliebtsein, Freude, Glück und Begeisterung ist nach wie vor nur sehr wenig Platz in meinem Leben und genauso habe ich es auch ganz ehrlich diesem lieben Menschen erzählt, weil ich unter keinen Umständen jemanden verletzen will, der es nur gut mit mir meint.

    Er hat das zur Kenntnis genommen und mag mich trotzdem und gibt unserer frisch geborenen Beziehung eine Chance in der Hoffnung, dass er erheblich zu meiner Heilung beitragen kann und weil er sich tatsächlich in mich verliebt hat.

    Es ist tatsächlich ein Wunder.

    Es ist tatsächlich so, dass eine neue Zweisamkeit eine tiefe Heilung auslösen kann.

    Es ist aber auch so, dass sich die Trauer nach wie vor ihren Weg sucht und erhört werden will.

    Wenn ich bei ihm bin ist es schön und ich finde Geborgenheit und eine gewisse Ablenkung, aber nach einer Weile habe ich dann auch wieder das dringende Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe, einer Ruhe die ich allein in meiner Wohnung finde, die voll von Erinnerungen an mein altes Leben ist.

    Und so wechsle ich hin und her und beginne meine Aktivitäten neu auszurichten und mein geliebter verstorbener Mann, mein Hannes, mein LIebling ist immer noch sehr präsent, ich würde sogar sagen präsenter als je zu vor.

    Es heißt ja, man solle das Neue nicht mit dem Alten vergleichen und es macht tatsächlich auch keinen Sinn, aber ich ertappe mich trotzdem immer wieder dabei genau das zu tun.

    Und dennoch ist da ein neues Leben, das entdeckt werden will.

    Ich muss sagen, ich bin einigermaßen verwirrt und ziemlich durch den Wind.

  • Liebe Gabi,

    ich freue mich so sehr für Dich!!!

    Und ich wünsche mir für Dich, für Hannes und für den neuen Mensch in Deinem Leben, dass Ihr das schafft.

    (Ausnahmsweise verwende ich das Wort "schaffen" ohne jegliche Ambivalenz.)


    Ganz, ganz herzlich,

    Tereschkowa

  • Und ich freue mich für dich, aus tiefsten Herzen, glaube mir.


    Was gibt es schöneres als geliebt zu werden, auch wenn du erst deine , verzeih wenn ich es vielleicht falsch sage, Überwindung , oder Überzeugung, brauchst.


    Deine Zeilen geben mir Hoffnung, und dafür danke ich dir.

  • Liebe Tigerlily,


    ich freue mich für Dich, ich kann verstehen das es verwirrend sein muss aber das ist ja auch nicht schlimm....ich denke das Deine Gefühle Dir sagen was richtig ist und was nicht....und ihr habt ja Zeit und ich denke wenn er Dich liebt und versteht dann wird er das auch verstehen und Dir sicher die Zeit geben die Du brauchst.


    Vlg. Linchen :24:



  • Deine Zeilen geben mir Hoffnung, und dafür danke ich dir.

    Danke liebe Renate,

    Trauer braucht Zeit, unendlich viel Zeit und ganz vergehen wird sie nie, da bin ich mir inzwischen ganz sicher.

    und in all der Zeit entwickelt sich ein neues Leben, unmerklich erst, nicht gewollt, aber das macht nichts, denn es passiert von ganz alleine.

    Es lässt sich weder beschleunigen, noch verhindern und es dauert solange wie es eben dauert.

    Meine Freunde und Bekannten freuen sich alle sehr, dass es mir wieder gut geht, wenn sie wüssten, welches Chaos in mir tobt, wären sie aufrichtig verwundert.

    Wie du schon angesprochen hast ist es für die Menschen, die nicht das Gleiche wie wir erlebt haben, einfach und logisch: Neuer Partner - neues Glück.

    Und das am Besten so schnell wie möglich.

    Sie meinen es sicher nicht Böse und doch tut es weh so etwas zu hören, wenn die Zeit doch noch viel zu kurz ist, um etwas anderes zu fühlen als Trauer und Schmerz!