Erinnerungen an Liebgewonnenes

  • Guten Morgen,


    Erinnerungen sind beruhigend ,erfüllend und schön.


    Erinnerungen sind gefärbt mit meiner Sichtweise.



    Zu meinem Arbeitsbereich gehört es auch, Menschen ,die ich lange betreut habe, auf ihrem letzten


    Weg zu begleiten.


    Im privaten Bereich ist es mehrmals geschehen.


    Einer “meiner Herren “ lag im Krankenhaus, ihm ging es sehr schlecht.


    Am Ende meiner Besuchszeit teilte ich ihm mit ,ich komme morgen wieder.


    Am nächsten Tag lag er bereits in einem Einzelzimmer.


    Der Herr starb in meiner Besuchszeit.


    Es war ein sehr friedvolles Geschehen.


    Nachdem der Herr vom Krankenhauspersonal versorgt worden war, betrat ich wieder dieses


    Zimmer.


    Irgend wie hatte sich die Stimmung in diesem Raum verändert, ich fühlte mich mit ihm wohl.



    Auch im privatem Bereich durfte ich meinen Mann und mehrmals liebe Freunde begleiten.


    Mein Mann konnte nicht mehr sprechen, also erzählte ich ihm unsere Lebensgeschichte.


    Er beobachtete mich während der ganzen Zeit und nahm so Abschied von mir.


    Meine lieben Freunde besuchte ich oder wir telefonierten.


    Es waren viele Stunden ,die wir gemeinsam am Telefon verbrachten.


    Ich durfte zuhören,wie mir das Leben erzählt wurde.


    Ich durfte erfahren,was meinen Freunden wichtig war.


    Ich erfuhr auch,wie glücklich sie waren,mich als Freundin auf dem letzten Weg zu haben.



    Wenn ich jetzt mit gemeinsamen Freunden über unsere verstorbenen Freunde spreche,erwähne ich


    es nicht.


    Ich habe mich für diese Begleitung entschieden, ich bin glücklich darüber, dass ich es tun durfte.

    Meine Erinnerungen an meine Menschen gehören zu mir, sie sind mit meinen Gefühlen eingefärbt.


    Natürlich sprechen wir viel über sie, ein jeder Freund / Angehöriger hat etwas beizutragen.


    Natürlich wird hinterfragt ,waren wir da, hätten wir mehr Zeit / Zuwendung investieren können.


    Aber diese Frage lässt sich im nach hinein nicht mehr beantworten.


    Natürlich kann man seine eigene Erinnerungen ausschmücken ,aber was bedeutet das.


    Natürlich könnte ich noch etwas beisteuern, da ich den Menschen auf seinem letzten Weg begleitet


    habe.


    Aber es ist mir anvertraut worden und es bleibt in meinem Herzen.


    Das sind dann ganz persönliche Erinnerungen.



    Viele Erfahrungswerte prägen mein Leben.


    Ich bin seit fast 2,5 Jahren Witwe, ich trauere um meine lieben Menschen.


    Es gibt Wege, die ich nicht bestimmen kann, also muss ich sie so hinnehmen.


    Dieses Leben ,auch wenn ich es so nicht gewünscht habe, ist mir geschenkt worden.


    Ich habe nur dieses, möchte ich es nicht, muss ich es loslassen.


    Aber ich will l e b e n, ich bin noch n e u g i e r i g.


    Ich lebe im JETZT.


    Vielleicht gibt es für mich doch noch mal etwas SCHÖNES auf dieser Welt, vielleicht sogar


    gesteuert von meinen vorausgegangenen Liebsten.



    Liebe Grüße,


    Karin

  • Liebe Karin,<3


    ich kann vieles , sehr vieles MIT-empfinden ...

    um mehrere Freundschaften trauere ich im JETZT auch sehr.

    die Trauer um meinen Seelenmann ist sanft...<3<3


    Ich wünsche DIR und den anderen FREUNDEN , die um den <3gemeinsamen FREUND <3 noch sehr frisch trauern ...

    den nötigen FRIEDEN und gegenseitige AKZEPTANZ der Gefühle ...

    und das liebevolle MIT<3einander der ganz , ganz frisch Trauernden...

    SHANTI

    <3Sverja


  • Testament Songtext

    Und wenn ich sterbe, weine nicht

    Ich bin nicht wirklich tot

    Du solltest wissen

    Es ist nur ein Körper

    Das habe ich zurückgelassen

    Ich bin nur tot

    Wenn du mich vergessen hast



    Und wenn ich sterbe, trauere nicht

    Ich bin nicht wirklich weg

    Du solltest wissen

    Es ist Heimweh

    Was ich zurückgelassen habe

    Ich bin nur tot

    Wenn du es vergessen hast

    Und wenn ich sterbe, weine nicht

    Ich bin nicht wirklich tot

    Du solltest wissen

    Es ist der Wunsch

    Das habe ich zurückgelassen

    Ich bin nur tot

    Wenn du das vergessen hast

    Ich bin nur tot

    Wenn du mich vergessen hast ...

    Verfasser: bram vermeulen Lyrics powered by http://www.musixmatch.com





  • Ich habe einen Stein in einem Fluss auf der Erde bewegt.

    Das Wasser ist anders als zuvor.

    Sie können den Fluss nicht stoppen.

    Das Wasser findet immer einen Weg darum herum.

    Vielleicht einmal mit Schnee und Regen gefüllt,

    Der Fluss nimmt meinen Kiesel mit.

    Um ihn glatt und rund zu machen,

    im Windschatten des Meeres ruhen.

    Ich habe einen Stein in einem Fluss auf der Erde bewegt.

    Jetzt weiß ich, dass ich nie vergessen werde

    Ich habe meine Existenz bewiesen.

    Weil, indem Sie diesen einen Stein bewegen,

    Der Fluss kann nie wieder den gleichen Weg gehen.

    Ich habe einen Stein in einem Fluss auf der Erde bewegt.

    Jetzt weiß ich, dass ich nie vergessen werde

    Ich habe meine Existenz bewiesen.

    Weil, indem Sie diesen einen Stein bewegen,

    Das Wasser kann niemals den gleichen Weg gehen.

    Read more: https://translate.googleuserco…Hlt8ViPjwfA#ixzz6adgP6GSp

  • Guten Morgen,


    Gabi ,ich finde Deinen Bericht sehr nachdenkenswert.


    Da ich seit Monaten mit einer Fußverletzung zuhause bin, muss ich meine Tage auch neu


    strukturieren.


    Ich habe sehr viel Zeit, ein gut funktionierendes Sozialsystem, bin wirtschaftlich unabhängig.


    Auch ich habe mich in den letzten Wochen gefragt, warum bin ich noch hier, was sollte von mir


    noch erledigt werden.


    Meine Wünsche ,die ich mit meinen Liebsten für meine Zukunft hatte, sind nicht mehr erfüllbar.


    Es ist für mich ein sehr schwerer Schritt, diesen Abschied für immer zu begreifen.



    Wenn ich weniger verzweifelt bin, taucht bei mir die Frage auf, was ,mache ICH jetzt.


    Sollte ich nicht versuchen, mir einen neuen Inhalt für mein Leben zu suchen. Vieles habe ich


    ausprobiert, es wirkt nicht richtig.


    Sollte ich mich von den Gedanken versuchen zu befreien, es ist ein Auffüllen meiner inneren Leere ?


    Sollte ich mich davon verabschieden zu denken, eigentlich wollte ich diese Dinge mit Dir tun,


    nun mache ich sie alleine.


    Warum waren die Dinge, die wir gemeinsam neu erlebten so wunderschön ?


    Warum sollten Dinge, die ich jetzt allein neu erlebe, nicht auch schön sein dürfen ?


    Stehe ich mir selber im Weg ?


    Sind neue Dinge für mich nur schön gewesen, weil mein Partner sie so fand ?


    Bin ICH nicht als vollständige Person auf meinem Partner zugegangen, haben wir nicht vor


    43 Jahren ein WIR gebildet ?




    Ich glaube, ich muss wieder lernen, mit mir zufrieden zu sein.


    Ich glaube, ich muss wieder lernen, dass ich allein noch etwas wert bin.


    Ich glaube, meine Erinnerungen an meine Liebsten werden mir helfen, mein Leben neu zu ordnen.


    Aber Erinnerungen sind mit Trauer behaftet, ich hoffe sie wird allmählich sanfter.



    Ich wünsche einen ruhigen Tag,


    Karin

  • zu ZWEIT waren wir groß und stark :!:

    JEDE/R hat /IHRE/SEINE Stärke in die Händer der/des Anderen gelegt, woraus eine unvergleichbar starke Verbindung entstanden ist - in DIESER Verbindung waren wir unglaublich STARK und haben uns geborgen gefühlt; nun fehlt die eine Hälfte der Stärke und die gesamte Geborgenheit - allein sind wir nur halb so stark und falls wir jemals an bedeutender Solo-Stärke gewinnen sollten, so werden wir niemals die Stärke dieser Verbindung erreichen oder die Geborgenheit wieder finden.

    ICH fühle mich noch immer NACKT - alle halten mich für STARK aber diese Stärke konnte ich nur aus unserer Verbindung ziehen.

    Unsere Partner/innen wollen/würden nicht wollen, dass wir unser Leben nach ihrem Tod wegwerfen - DIESE Stärke haben wir noch immer in uns und diese resultiert nur aus dieser/unserer Verbindung.

    aber sich nackt mitten im sibirischen Winter wiederzufinden, ohne zu wissen, in welche Richtung man gehen soll, ist schon mehr als nur eine Herausforderung; noch dazu, wenn man sich ersteinmal etwas zum Anziehen besorgen muss - woher - wo - wie?

    Es gibt "Wertvolles", welches sich in keinster Weise ersetzen oder aufwiegen lässt - wieviel/was sind wir, als Zurückgebliebene, "Wert" :?:

    Wie nutzlos und überflüssig wir uns doch fühlen - aber wieso sollte unsere Identität/das einzelne Individuum, jetzt weniger Wert haben?

    Ist sie nicht, hat es nicht - ABER - wir sehen es als wertlos - weil das Wertvollste für uns, alles, was das Leben für uns wertvoll gemacht hat, nicht mehr stofflich greifbar/sichtbar ist.

    All dieses Wissen macht es mir aber nicht einfacher, mit dem Verlust des Wertvollsten/dem Besten, was mir je passiert ist, klarzukommen.

    Die Erinnerungen/das Liebgewonnene - es schmerzt immer wieder auf's Heftigste

    Eigentlich sollte sich eine andere Tür öffnen aber jedes Mal, wenn ich auf eine Tür zugehe, wird diese extra noch verriegelt - ich komme existenziell einfach nicht weiter, die Abwärtsspirale dreht sich unaufhörlich und mir geht langsam die Kraft aus ...

    Seit August 2019 versuche ich, mir eine neue Existenz aufzubauen - ich bin (abgesehen von der Ausbildung) aber keinen Schritt voran gekommen.

    Da stellt sich mir dann wieder die Frage: ist es das wirklich Wert, sich völlig aufzureiben um überleben zu können?

    Wenn das Leben nur noch Kampf/Krampf bedeutet, ist es dann "wertvoll" :?: :95:

  • Zitat traurige Speedy :


    "Wenn das Leben nur noch Kampf/Krampf bedeutet, ist es dann" wertvoll"?


    JA, auch dann ist es wertvoll!


    Auch wenn wir es in diesen Momenten nicht so empfinden können/mögen.


    Das Leben, UNSER LEBEN ist wertvoll -IMMER !!!


    Egal ob wir alt sind

    Egal ob wir krank sind

    Egal ob wir gesellschaftlich gesehen keine "Leistung" mehr erbringen.

    Egal ob uns alles so mühselig, unaushaltbar und "verkrampft" erscheint

    Egal ob wir trauern

    Egal ob wir hilfs und pflegebedürftig sind

    Egal ob wir im Sterben liegen

    Egal ob....


    Das Leben ist wertvoll -

    Wir sollten das nie, nie vergessen.:!:


    Dass so zu denken und fühlen oft schwer fällt, kenne ich zur Genüge. Das dürft ihr mir ruhig glauben.


    Das Leben als "sinnlos", "wertlos" anzusehen , ändert aber nichts an der Tatsache.!


    Das ist nur ein Gefühl, das uns evtl. beherrscht und sich ändern kann.


    Seit meinem - zum Glück erfolglosen - Suizidmussversuch und insbesondere seit meiner Erkrankung, lebe ICH gerne und finde den Sinn meines Lebens...den ich hin und wieder neu definieren muss...


    Es gibt keinen allgemeingültigen Sinn des Lebens, nur einen individuellen Sinn, den jeder für sich selbst finden muss.


    Ende der Predigt :)


    Liebe Karin,

    sorry, dass ich jetzt in deinen thread gegrätscht bin, aber ich konnte mich nicht zurückhalten.


    Allen nur das Beste


    wünscht


    blaumeise:24:

  • nun, ich bin Atheist ...

    wertvoll - für wen/was/.....?

    wie war das doch gleich - soll ich etwa dankbar sein, dass ICH noch lebe???

    ICH als ICH bin nicht wertlos aber das "Leben", welches sich mir darbietet, ist für MICH NICHT wertvoll - nur strapaziös und kraftraubend - ohne sichtbaren Sinn!

    DER SINN, den ICH für MEIN "Rest Leben" gesehen habe, erfüllt sich nicht!

    ICH gehöre trotzdem NICHT zu den Suizidgefährdeten aber Freude und/oder Spaß (BEIDES sollte im Leben vorhanden sein) empfinde ich nicht.

    Ich bin dem Tod schon mehrfach von der Schippe gesprungen und weiß wohl, dass man für sich danach das Leben neu definiert - aber irgendwann sollte man ankommen und DAS passiert bei mir NICHT

  • Liebe Speedy,

    ich fühle wie du,

    ich bin außerdem an trigeminus-neuralgie erkankt, Schmerzen so stark, daß sie einen umbringen können.

    Also, ich rede nicht aus dem hohlen Bauch.

    Menschen, junge Mädchen in meinen Umfeld sind ermordert worden. Seit dem mein Mann mir genommen worden ist, träume ich ständig von ihnen, sehe sie vor mir , ihr Lachen, ihr Glücklichsein, das Strahlen in ihrem Augen und dann am nächsten Tag vergewaltigt und erwürgt.

    Ich konnte die Erinnerungen jahrelang wegdrücken und jetzt quälen sich mich wieder fast jeden Tag. Selbstvorwürfe, Angst-hilflose Wut.

    Immer wenn ich spüre, daß der Schmerz mich beginnt auszuhöhlen, schnappe ich mir Wildvogelfutter, gehe in eine kleine Schonung hier in der Großstadt und füttere die zarten kleinen Wildvögel- die Meisen. einen winzig kleinen Zaunkönig, scheue Spatzen.

    Damit gebe ich mir Sinn in all`dem wilden Schmerz

    .

    Ich bewundere den Mut, das Nichtaufgeben all´dieser Winzlinge, mir hilft das ;(ich ertrage all´diese robusten, unverletzten Menschen manchmal nur noch sehr schlecht.

    Statt diese Mädchens, sie hieß Susanne, hätte auch ich es sein können, die vergewaltigt und ermordert worden wäre.

    Mir hilft der Lebensmut der Winzlinge, wo sein 2-3 Tage ohne Futter den Tod bedeuten.

    Liebe Speedy, paß´gut auf dich auf

    Bettina

  • @Med..... alias "Sie sind gegangen"

    ich hatte nicht vor, mich in DEINEM Wohnzimmer auszubreiten aber der Text wurde nun mal hier verfasst


    Juli71

    Charlott (Schmerz ist etwas, was der Körper NIE vergisst - deshalb - bist offensichtlich auch DU eine Kämpferin, vor der man den Hut ziehen sollte:!:)


    :2: :24: