und plötzlich blieb die Welt stehen

  • Liebe Rienchen,


    es tut mir sehr leid, dass nun das mit deiner Mutter passiert ist.

    Die Vergangenheit kann man leider nicht mehr ändern, so sehr man sich das auch wünschen mag.

    Da du wohl den Grund nicht kennst und ihn aber gerne wissen würdest, warum deine Mutter dir nicht so ihre Liebe zu dir zeigen konnte, gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten....sie fragen oder es dabei belassen....oder...3. Möglichkeit....mit anderen Familienmitgliedern darüber reden.


    Immerhin kann sie es jetzt....wie schön....<3

    Ich wünsche euch, dass ihr die kommende Zeit noch friedlich und versöhnlich miteinander verbringen könnt.


    Alles Gute!

    Wanderin

  • Du machst das so toll, liebe Rienchen :30:...deine Mutter weiß das auch...


    ich kann dich gut verstehen....meine Mutter hat seit einem Jahr einen sehr schweren Verlauf mit Demenz...und ich dachte auch schon....nicht das auch noch dazu...

    ES wird einfach zu viel...

  • Liebes Rienchen,

    ich habe vor einem halben Jahr meine Mama verloren und ich wusste es nur eine Woche vorher, das sie sterben wird.

    Die letzten Monate hat sie am Telefon auch immer gesagt, das sie mich lieb hat...

    Ich hätte mich so gerne noch viele Jahre um sie gekümmert, sie gepflegt, ihren Haushalt gemacht...wäre mit ihr spazieren gefahren oder kleine Ausflüge gemacht...aber ich hatte nicht mehr die Chance....es war zu spät....

    Ich hätte nie gedacht, das es so weh tut meine Mama zu verlieren, das uns so wenig Zeit blieb, um noch über vieles zu reden, gemeinsam etwas zu unternehmen...

    Die letzten zwei Monate mit ihrer Gürtelrose und den Schmerzen, ich dachte, das wird schon wieder...aber sie war schon so kraftlos und müde und hat immer noch funktioniert für Opa, meine Schwester und deren Tochter, ihr Enkelkind....Keiner hat bemerkt, wie sehr sie um jeden Tag kämpft.

    Liebes Rienchen, grüble jetzt noch so viel in der Vergangenheit, versuche für deine Mama jetzt da zu sein, ich denke sie braucht dich jetzt und du kannst noch so viel mit ihr reden und unternehmen die letzten Monate...

    Ich war so in meiner Trauer um meinen Schatz gefangen, das ich auch vieles nicht wahrgenommen habe..

    Sie hat mich so gut unterstützt und ich wollte doch auch gerne noch lange für sie da sein...auch wenn meine Trauer um meinen Schatz dann in den Hintergrund gerückt wäre....

  • Liebe Rienchen,


    es tut mir so leid, dass du jetzt auch noch Angst um deine Mama haben musst. Ich kann dich gerade vielleicht besonders gut

    verstehen, da meine Mama (82) im Moment auch gerade im Krankenhaus liegt. In meinem Wohnzimmer hatte ich über das

    Unglück am Pfingstmontag geschrieben.

    Höre auf dein Herz Rienchen, was es dir sagt. Vergangenes kann man nicht mehr ändern, aber man kann versuchen,

    für das Jetzt, das Beste zu machen.


    Ich hatte bis mein Papa 2011 verstarb, auch ein sehr schwieriges Verhältnis zu meiner Mama. Ich bin meine ersten 4 Lebensjahre,

    zum größten Teil bei meiner Omi aufgewachsen. Meine Mama arbeitete in Vollzeit als Krankenschwester im Schichtdienst, mein Papa

    ging auch Vollzeit arbeiten und ich war wegen Ernährungsstörungen, nicht Kita- tauglich. So kam ich dann zu meiner Omi und war in meinen

    ersten Lebensjahren, immer nur mal tageweise bei meinen Eltern.

    Dieses innige Mutter- Kind- Band, das hatte ich mit meiner Omi, aber leider nicht mit meiner Mama und meine Mama leider auch nicht zu mir.

    Meine Schwester (3 1/2 Jahre jünger als ich) wuchs von Geburt an, ganz normal Zuhause auf und die Verbindung zwischen ihr und meiner Mama,

    war schon als wir Kinder und Jugendliche waren, ein ganz anderes. Ich fühlte mich immer wie das 5. Rad am Wagen und habe gefühlt, immer

    um ihre Liebe kämpfen müssen. Mit mir war sie immer streng, oft lieblos und ungerecht, zu meiner Schwester immer gütig und immer nachsichtig,

    Das hat mir sehr, sehr weh getan.


    Als mein Papi dann starb, ist meine Mama ziemlich abgestürzt. Meine Schwester ist ein sehr gefühlsarmer Mensch, achtet immer darauf, dass

    es IHR gut geht und weiß wie sie sich Dinge abwimmelt, die sie nicht möchte oder diemihr zusätzlich Arbeit oder Verpflichtungen einbringen.

    Ich habe das leider nie gelernt - das Nein sagen.

    So war ich es dann, die meine Mama in dieser Zeit aufgefangen hat und die besonders in schweren Zeiten immer für sie da war und wir sind seither,

    viel enger zusammengewachsen.

    Es ist mir auch nicht leicht gefallen, weil in meinem Kopf immer wieder die Situationen von früher auftauchten, wo ich mich ganz alleingelassen

    gefühlt habe. Aber dadurch, dass ich mein Verhalten meiner Mama gegenüber verändert habe, hat sich auch meine Mama positiv verändert.

    Als Mario so krank war, war sie schließlich immer für uns da.

    Meine Investitionen haben sich also gelohnt. Manchmal ist es hilfreich wenn man lernt, über seinen eigenen Schatten zu springen.


    Ich umarme dich lieb,

    herzlichst, Kerstin

    Ich fürchte nicht die Dunkelheit dort draußen, es ist die Dunkelheit in meinem Herzen, die mir Angst macht.

  • Liebes Rienchen,


    das tut mir so leid das Du das durchmachen musst, ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll.


    Natürlich wirst Du ihre Hand nehmen ganz klar so wie Du bist.

    Noch habt ihr Zeit vielleicht ergibt sich ein Gespräch.

    Vielleicht auch nicht....die Vergangenheit kannst Du leider nicht ändern egal wie wir uns das wünschen.

    Mach es so wie Du es für richtig empfindest und Du Dir sagst das Du Dir nichts vorzuwerfen hast wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

    Wir werden dich hier so gut es uns möglich ist unterschützen für dich da sein, so wie Du es für uns bist.


    Ich nehme Dich still in den Arm wenn das okay ist.:24:


    Vlg. Linchen

  • Liebe Rienchen,


    es tut mir von Herzen leid, daß Du jetzt großen Kummer und Sorgen um Deine Mutter trägst. Ich kann gut verstehen, daß Du, trotz allem, die Hand Deiner Mutter annimmst, weil Du ein emphatischer Mensch bist.


    Vielleicht gelingt es Euch beiden, in dieser schweren Zeit, ein Stück weit aufeinander zu zugehen und Du kannst irgendwann einmal versöhnter auf Dein Gestern schauen, vielleicht.


    Ich wünsche Dir von Herzen Kraft und Beistand.


    Sommermond

  • vielen Dank ihr Lieben..


    .... auch ich bin ein Omakind bis ich zur Schule kam und dann jede Ferien...

    .... daheim wehte mir ein frostiger Wind ins Gesicht.....und habe sicher wie du auch immer um Anerkennung durch fleißige Arbeit gekämpft, für ein Lächeln, ein liebes Wort.....

    war dadurch immer still und in mich...

    Meine Schwestern forderten lauthals ein und wurden bedient....(war vieleicht auch meine Schuld), ich nicht.....


    Als mein Ingo ging machte sie auf einmal ein Geschrei wer bei ihr den Rasen nun mäht und die handwerklichen Arbeiten macht.... Ich hörte immer nur ich, ich, ich...


    Sie ist meine Mutter, sie wird sich nicht mehr ändern..

    Ich muß das Gute in ihr sehen. Werde mich heute abend in den Garten setzen, in mich gehen und alles Andere verdrängen....

    Kraft schöpfen und Schwung holen für die nächste Hürde.....


    Vieleicht bekommen wir das mit uns nochmal hin....

    toll wäre natürlich wenn sie mich auf Augenhöhe akzeptieren würde.... glaub ich aber nicht...


    gebe mein Bestes

  • Achte auf dich und sage ihr, wie du es dir vorstellst.


    Wenn du davon ausgehst, dass sie dich auf Augenhöhe akzeptiert, dann strahlst du es auch aus....


    Habe Mut und Selbstvertrauen...dein Mann ist an deiner Seite...

  • Liebe,

    ich hatte bei meinen Eltern auch immer die schlechteren Karten, weil meine Schwester mit ihrer süssen, scheinheiligen, verlogenen Art, sie immer um den Finger wickeln konnte, immer auf hilfsbedürftig machte und alle Unannehmlichkeiten an meine Eltern abschob.

    "Unsere Arme" hat Mama letzten Sommer noch gesagt. Doch als es meiner Mama dann immer schlechter ging, meine Schwester hatte natürlich in ihrem Selbstmitleid und Egotripp nichts gecheckt, wählte Mama plötzlich andere Worte für meine Schwester und ich hatte das Gefühl, ihr wurde nun bewusst, das sie mir oft Unrecht getan hat. Vor allem die Verletzungen und Respektlosigkeit während meiner Trauer von meiner Schwester, hat Mama nun in gewisser Weise zugegeben. Endlich hatte ich auch das Gefühl, das sie mich versteht.

    Mein ganzes Leben hatte ich darum gekämpft....warum waren erst die letzten Wochen so anders?

    Aber all diese unschönen Dinge sind vergessen, sobald das Vermissen grösser wird...

  • Liebe Rienchen,

    Das tut mir so leid, für dich und deine Mama.

    Erlebnisse aus der Vergangenheit können speziell in der Trauer zusätzlich belasten.


    Ich wünsche euch, dass ihr euch nochmal neu begegnen könnt, und du dich gesehen fühlst.

    Sehr oft verändern sich Menschen wenn ihnen ihre eigene Endlichkeit bewusst wird.

    Ich wünsch es euch <3:24: