Mein Mann ist mit dem Flugzeug abgestürzt, seitdem ist alles anders.

  • Ihr Lieben,

    in letzter Zeit war ich sehr beschäftigt in der Fürsorge um meinen kranken Cousin und seinem Hund.

    Das hat mir gut getan ich kam nicht mehr so viel zum Grübeln.

    Seit letzten Mittwoch ist mein Cousin im Krankenhaus, er hat das Ende seines Lebens erreicht.

    Ich lebe seitdem mit Ben, dem Hund in seiner Wohnung, um dem Hund die gewohnte Atmosphäre zu bieten und gestern kamen Ulis Schwester und ihr Mann zu einem Abschiedsbeduch aus Deutschland angereist und die nehmen Ben mit und geben ihm auf seine alten Tage noch ein schönes stabiles Zuhause, besser als ich es in meiner momentanen Lage könnte.

    Es ist das Beste für uns alle, dennoch zerreißt es mir das Herz.

    Ich weiß momentan gar nicht mehr wie ich mich fühlen soll.

    Seit 2018 ist mein Leben ein endloser Albtraum geworden, aus dem ich nicht mehr erwache.

    Ich habe mutig daran gearbeitet, wieder ins Leben zurückzufinden und Dank meines Cousins und seines Hundes, die mir die nötige Stabilität gaben ist mir das auch gut gelungen.

    Nun ist das Kartenhaus leider eingestürzt und ich muss alle Kräfte sammeln, um diese Aufgabe zu Ende zu bringen.

    Was danach kommt?

    Keine Ahnung.

    Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr weiter weiß.

  • Wie du selbst sagst ein Kartenhaus, ich wünschte ich könnte helfen, mit Worten Taten. In der Situation in denen sich die meisten

    hier in dem Forum befinden müssen wir die Stärke und Kraft aus uns selbst aufbauen, ich weiß das ist schwer und ich habe selbst

    jeden Tag Probleme damit.

    Dennoch meine ich das Leben jedes Einzelnen macht Sinn und ist wichtig, auch wenn wir das selber manchmal nicht sehen.

    Ich wünsche dir sehr viel Kraft und Vertrauen in Dich selbst.

    Alles Liebe

    Ron

  • Herzliebe , warme , tief fühlende und dadurch gefühlvoll trauernde Gabi <3 Tigerlily<3:24::30:<3


    du siehst es jetzt glaube ich nicht so

    Ich muss gestehen, dass ich nicht mehr weiter weiß.

    das ist häufig der Anfang...

    keine Vorstellung ...

    keine Ahnung...

    Alles ist möglich....


    lass den Schmerz , die Tränen fliessen ...wie einen Fluss ...

    er zerstört manches und erschafft an anderer Stelle eine neue Landschaft...


    Wir sind ALLes ... das zerstörerische und das aufbauende...

    das helle und das dunkle in uns... in einem...


    NAMASTE

    <3deine Sverja

  • Danke für eure Anteilnahme.

    Es gibt so viel zu ordnen und zu regeln und ich muss wieder neben seiner Schwester die volle Verantwortung übernehmen und als wenn nicht schon alles schwer genug wäre gibt's da auch noch diese massiven Freiheitsbeschränkungen.


    Ich bin wirklich jetzt an einem Punkt angelangt an dem ich am liebsten einfach aufgeben würde.

    Kann ich aber nicht, weil ich die Stärke aufbringen muss das alles jetzt durchzuziehen.

    Und egal was alle jetzt sagen, dass sie für mich da sind, dass ich Freunde habe und nicht alleine bin.

    Das mag schon sein in gewisser Hinsicht.

    Trotzdem bin ich mit meinen Sorgen und Gefühlen mutterseelenallein.

    Ich sehe den Unterschied wie es war als mein Vater gehen musste und mein Mann noch da war - auch das war eine sehr schwere Zeit für mich.

    Aber da hatte ich gewisse Erholungspausen dadurch dass ich die Gewissheit hatte das nicht alleine durchstehen zu müssen.

    Als mein Mann dann so plötzlich starb habe ich alles alleine durchgestanden, in einem Ausnahmezustand, der mich alle Reserven gekostet hat.

    Kurz danach hat mir mein Cousin dann durch tägliche Telefonate eine gewisse Stabilität vermittelt.

    Dass er dann ein Jahr später in meine Nähe gezogen ist, obwohl unser Verhältnis zumindest von meiner Seite aus ein wenig ambivalent gewesen ist, war naheliegend und ich fing an mich an ihn und seinen kleinen Hund zu gewöhnen, fast widerwillig, aber unbestreitbar war ich drauf und dran ein neues Gleichgewicht zu finden. Kein sehr Angenehmes zwar ohne Liebe einfach der täglichen Routine entsprungen, aber ich müsste lügen, wenn ich sagen wollte es hätte mir nicht geholfen.

    Nun muss ich das Sterben eines nahstehenden Menschen erneut erleben und diesmal ist wirklich niemand mehr da, diesmal bin ich tatsächlich vollkommen alleine mit mir selbst und meinem Kummer und ich habe keine Ahnung wie viel ich noch aushalten kann.

  • Liebe Gabi,

    als Dein Cousin in Deine Nähe zog , fand Dein Leben einen neuen "Sinn". Du durftest wieder für jemanden da sein. Ich denke, wir alle möchten gerne für jemanden da sein. Ich verstehe gut, wie schwer es für Dich ist, niemanden mehr zu umsorgen, weil das auch für mich sehr schwierig ist.

    Von Herzen wünsche ich Dir Kraft für diesen schweren Weg.


    Sommermond

  • Liebe Gabi

    ich schicke Dir auch eine liebe Trostumarmung und ein großes Kraftpaket:30::30: für diesen schweren Weg.

    Es tut mir wahnsinnig leid, dass alles so schnell geht und das Schicksal für Deinen Cousin so erbarmungslos ist:(:33:


    Von ganzem Herzen mein tiefes Mitgefühl für Dich liebe Gabi:24::24:

    Ulla

  • Liebe Tigerlilly ;(


    Ich schließe mich voll und ganz Ulla an .


    Ich weiß leider wie schrecklich das Schicksal zuschlagen kann ,aber ich hätte dir von Herzen gegönnt


    das es bei dir nicht zuschlägt.


    Traurige Birgit:13:

  • liebe Gabi 💓💞💕

    Es ist wahr, das es leider nicht eine lange Zeit für euch beide ist... Das ist wirklich unendlich schwer zu verstehen und zu begreifen... Du weisst, das du auch mein mitfühlen hast 💕💞💕

    Dieser Tod wird dich dennoch anders berühren und eine veränderte Gabi wird eine andere Trauer spüren...

    KEIN weniger ... KEIN mehr...

    ANDERS fühlend...

    Ich bleibe dabei... Letztendlich sind wir ein alleiniges ICH In unterschiedlichsten Verbindungen zu anderen ICH's.

    Fühle dich doch Energie voll begleitet 💕💓🙏

  • Liebe Gabi!

    Es tut mir so leid.Ja du hattest etwas worum du dich kümmern mußtest,auch wenn es manchmal schwer war,

    aber er war dir sehr dankbar für ihn und seinen Hund.Ja jetzt ist da schon wieder eine Lücke,die nicht wieder

    gefüllt werden kann und du stehst ganz allein da.Ich wünsche dir trotzdem ganz viel Kraft und :30:dich

    ganz lieb.Liebe Grüße Helga

  • Danke für eure lieben Wünsche!

    Eigentlich läuft alles gut, soweit man in dieser Situation von gut sprechen kann.

    Ben, der Hund fängt an sich in seinem neuen Zuhause, in dem er sehr geliebt wird, einzuleben, ich telefoniere täglich mit Ulis Schwester und sie berichtet mir von Ben und ich berichte ihr von Uli.

    Uli wird im Krankenhaus liebevoll versorgt, hat ein Einzelzimmer, das er sich gewünscht hat und ist schmerzmitteltechnisch recht gut versorgt, sodass es hauptsächlich die Müdigkeit und körperliche Schwäche ist, die ihm zu schaffen machen.

    Er war immer ein ausgesprochen aktiver Mensch und nichts tun zu können ist sehr schlimm für ihn. Noch hat er die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ein Wunder passiert und sich seine Lage soweit bessert, dass er wieder aufstehen und selbständig in seiner Wohnung leben kann.

    Die Tatsachen sprechen allerdings eine andere Sprache.

    Jeden Tag wenn ich ihn für die erlaubte halbe Stunde (und eine weitere unerlaubte aber geduldete halbe Stunde) besuche sehe ich, wie er immer weniger wird, wie sein Körper zusehends verfällt.

    Es ist derzeit so ziemlich die einzige Beschäftigung der ich nachgehe.

    Und eigentlich trauere ich nicht um Uli, sondern fühle mich ziemlich neutral in dieser traurigen und ausweglosen Lage.

    Aber ich befürchte, ich verdränge da bloß etwas.

    Es geht mir nämlich gar nicht gut!

    Obwohl mein Verstand mir sagt, dass alles seinen Gang geht und dass ich nicht mehr tun kann, als Uli in seiner Lage beizustehen und ihm alles zu bringen was er möchte.

    Obwohl mein Verstand mir sagt, dass ich mich glücklich schätzen kann, dass Ingrid mir die Verantwotung für den Hund abgenommen hat und dass er sich zunehmend wohler fühlt in seinem neuen Zuhause, in dem er als Vermächtnis des geliebten Bruders innig und herzlich versorgt wird.

    Obwohl ich inzwischen schon so weit war, dass ich die immerwährende Trauer um meinen geliebten Hannes soweit kontrollieren konnte, dass ich mich ablenken und auch wieder über neue Alternativen in meinem Leben nachdenken konnte,

    Obwohl ich ernsthaft dachte in meiner Trauer auf einem guten Weg zu sein, belehrt mich die Wirklichkeit gerade eines besseren:

    Genau wie zu Anfang meiner Trauer bin ich wieder ruhelos, kann mich kaum auf etwas konzentrieren und bringe mit Mühe jeden einzelnen Tag hinter mich.


    Tatsächlich habe ich mich noch nie in meinem Leben so einsam gefühlt wie gerade jetzt!

    Ich habe damals, als ich Hannes von jetzt auf gleich verlor gedacht schlimmer kann es nicht mehr kommen.

    Ich habe denen vertraut die mir immer beteuerten, das wird schon wieder! Das Leben wird anders aber auch wieder schön!

    Ich habe mich grundlegend geirrt!

    Es kann immer noch schlimmer kommen, die Spriale nach unten ist endlos und diesen Weg komplett alleine gehen zu müssen ist wirklich das Härteste das ich mir vorstellen kann.

    Der Verstand sagt mir, dass auch das wieder vorbei gehen wird und dass ich in größtmöglicher Sicherheit lebe, sodass ich mir keine grundsätzlichen Sorgen machen muss.

    Meine Gefühle sprecehn allerdings eine andere Sprache und ich hasse es abgrundtief so alleine zu sein, ohne Basis auf die man sich im Krisenfall berufen kann, ohne Menschen, die einfach für mich da sind ohne zu bewerten.

    Und am meisten hasse ich es, dass ich so schwach bin, mich gegen diese Gefühle nicht wehren zu können, sondern ihnen hilflos ausgeliefert zu sein.

  • Liebe Gabi,


    das Alleinsein hat viele Facetten. Es umfasst das ganze Dasein, jede Alltagsbanalität und jeden tiefen Schmerz,

    es legt sich , wie eine schwere Decke auf uns und beraubt uns jeglicher Leichtigkeit. Obwohl Du in meinem Empfinden eine starke Persönlichkeit bist,

    kann ich mir gut vorstellen, wie es Dir geht. Das Leben verändert sich, leider auch das eigene Selbstverständnis. Wie eine Mantra, so sage ich mir immer wieder, daß das Gute vergeht, aber auch das Böse und wir endlich frei sein dürfen, auch wenn der Weg dorthin sehr schwer ist.


    Fühle Dich von mit kraftgebend umarmt.


    Sommermond