• Ich habe am 01.07. meinen Mann verloren durch einen Verkehrsunfall.
    Ich bleibe in meiner unendlichen Trauer, Fassungslosigkeit und nicht glauben können mit zwei Kindern in einem leeren Haus zurück.
    Er ist wohl frontal in einen lkw gefahren.
    Ich kenn den Bericht noch nicht und kann ihn aus Schmerz auch nicht lesen.
    wahrscheinlich schreibe ich gerade auch sehr durcheinander, aber ich versuche es mir trotzdem von der Seele zu schreiben und mich getragener zu fühlen.
    zusätzlich macht mich völlig fertig, dass die Umwelt fürchterliche Gerüchte in die Welt setzt.
    er wollte sich sowieso trennen, er hat sich umgebracht, es gab einen Abschiedsbrief usw.

    ich bin soooo verzweifelt weil ich nicht verstehen kann, dass Menschen so damit umgehen. auch von seinem Freundeskreis kommt keine Beileids Karte, nichts...

    Unterm Strich kommt bei mir an, ich wäre für seinen Tod verantwortlich.
    dabei bin ich so verzweifelt und weiß nicht wie ich mit meinen Kindern weiter leben soll.
    einzig meine Familie Schwester und ein guter Freund trägt mich.
    auch das ist genug für die Gerüchteküche. Hat sie etwa einen neuen Mann?! Darum geht es nicht. Einzig dieser beste Schulfreund gibt mir doch von außen Halt.
    ich bin so traurig über alles.
    alles Liebe von mir.

  • Liebe Mietzn85! Sei herzlich Willkommen hier! Mein tiefes Mitgefühl zum Tod deines Mannes! :30:

    Bitte laß dich nicht von solchen Gerüchten fertig machen, manche Menschen haben leider nichts Besseres zu tun als Blödsinn zu reden! Dein Verlust ist ja ganz frisch! Es ist gut, dass du deine Familie, deine Schwester und einen Freund hast, die dir beistehen!


    Wie alt sind deine Kinder? Es wäre sicher gut, wenn ihr euch auch eine Hilfe sucht, auch die Kinder!

    Aber da können dir vielleicht die Moderatoren Isabel L.K. oder Maik.Holmer weiter helfen, welche Gruppen bzw. Trauerbegleiter es gibt!


    Viel Kraft, sei lieb umarmt!:30:

    LG Andrea

  • Liebe Mietzn,

    Mein Mitgefühl zu deinem tragischen Verlust. Eine Familientrauerbegleitung wäre bestimmt die richtige Anlaufstelle. Bist du aus Österreich oder Deutschland?

    Wie gehen deine Kinder damit um?


    Das Verhalten der Mitmenschen ist sehr respektlos- lass dich nicht verunsichern.

    Schreib dir hier gerne jederzeit und fühl dich willkommen <3

    Isabel

  • Liebe Mietzn85

    Es tut mir leid, was du neben deiner tiefen Trauer noch erleben musst.

    Es ist unfassbar, was Menschen einander antun.

    Fühle dich hier willkommen und getröstet.

    Schreib wann immer du magst, du wirst verstanden

    LG BRIJA

  • Meine Kinder sind 13 ein Mädchen und ein Junge der 8 Jahre alt ist.
    Der Junge verdrängt völlig, als ob nichts anderes passiert wäre.
    Das Mädchen eigentlich irgendwie ähnlich.
    Der Junge ist in Kinderpsychologischer Behandlung und dem Mädchen ist es frei gestellt.
    Wir sind in Süddeutschland. Niederbayern.
    Ich möchte nicht allzu genau darauf eingehen, eben aufgrund von der schlimmen Gerüchteküche.
    Ich finde, man in unserer Gesellschaft nicht frei sprechen.
    Wir als Familie haben auch entschieden, dass es in der Schweiz ein Naturbestattung geben wird und keine offizielle Trauerfeier und Beerdigung.
    Auch das ist gesellschaftlich höchst verwerflich und gerade der Vater meines Mannes kann dies absolut nicht akzeptieren.
    Mein Mann war sehr unglücklich in seinem Elternhaus und jetzt auf einmal sind alle wieder präsent.
    Er wollte mit mir und den Kindern leben.
    Ständig terrorisiert der Vater nun das Bestattungsinstitut obwohl mein Schwager ihn über meine Vorgehensweise in Kenntnis gesetzt hat.
    Es wird auch von außen viel darüber geredet, dass es ein suizid war.
    Wir wissen es aber eben alle nicht.
    Dazu kommen eben deswegen auch ganz essenzielle Ängste, denn bei Suizid würde die LV nicht bezahlen, da diese erst zwei Jahre lief.
    Die erste Woche war ich so in extremer Trauer und Schock, solche Schmerzen hatte ich noch nie in meinem Leben.
    Ich kann auch nicht wirklich essen.
    Aber ich kann aufgrund der Gerüchte und der finanziellen Angst gerade nicht richtig trauern, sondern nur existieren.
    Ich möchte mich so gerne fallen lassen, aber die ganzen Formalitäten und die Ängste.
    Entschuldigt bitte mein wirres Schreiben, aber ich weiß nicht wohin mit mir

  • Aber ich kann aufgrund der Gerüchte und der finanziellen Angst gerade nicht richtig trauern, sondern nur existieren.
    Ich möchte mich so gerne fallen lassen, aber die ganzen Formalitäten und die Ängste.

    Liebe Mitzen,

    Das ist völlig normal- man hat das Gefühl neben sich zu stehen und eine Hülle seiner selbst zu sein. Und die ganze Bürokratie macht es auch nicht einfacher. Ich hoffe du findest danach etwas Ruhe und Zeit dich deiner Trauer und deinen Emotionen zu widmen...


    Ich hatte nur nach dem Land gefragt, da es mit der Trauerbegleitung überall unterschiedlich ist. Aber dein Sohn ist ja bereits in Behandlung. Das ist gut.

    Ich hoffe das sich auch die finanziellen Fragen bald klären... Ganz viel Kraft für dich <3

  • Liebe Mietzn !


    Ein Mensch kann soviel tragen wie es seine Liebe zum Partner wert ist. Da ist die Natur schon genau - sie mutet uns soviel zu wie wir an Liebe hatten. Weniger wäre dem Verstorbenen nicht gerecht. ER hat quasi soviel verdient. Das musst Du Dir immer sagen , wenn Du jetzt um ihn weinst. Er hat das verdient.

    Auch von mir meine ganze Anteilnahme.

    Zu den Gerüchten : Du wohnst sicher auf dem Dorf. Lass alles an dir abprallen. Bete und liebe ihn weiter sosehr, dass kein Blatt Papier( und kein blöder Spruch) dazwischen passt. Ehre IHN . Lass den Schmutz abprallen.

  • Ich fühle mich heute so leer, so kraftlos, so traurig, so müde, so sinnlos.
    Wie Blei. Und mein Herz brennt wieder wie Feuer.
    und trotzdem muss man funktionieren.
    wegen allem was so ansteht.
    ich kann nicht mehr

  • Liebe Mietzn,

    die Trauer und der furchtbare Schmerz sind einfach da, du kannst nichts tun, außer versuchen, es einfach auszuhalten und zu warten, bis es mit der Zeit etwas besser wird.

    Deine Seele und dein Körper sind in einem Ausnahmezustand.

    Wir alle hier wissen, wie du dich fühlst und wir fühlen mit dir!
    Dass du nicht essen kannst, ist normal. Der Appetit kommt einem völlig abhanden.

    Ich habe in den ersten Wochen nach dem Tod meines Mannes einige Kilo abgenommen, weil ich nur gegessen habe, wenn meine Kinder mich gedrängt haben.

    Manchmal ist es gut, offensiv auf andere Menschen zuzugehen, gerade, um Gerüchten vozubeugen.

    Versuche, Verwandtschaft und gute Freunde in diese Zeit einzubinden, du wirst sie auch später gut brauchen.

    Ich wünsche dir ganz viel Kraft und seelische Stärke!

    Deine Sabine

  • Liebe Mietzn!

    Mein aufrichtiges Mitgefühl!

    Es tut mir sehr leid und als wenn es nicht schon schlimm genug wäre mit dem Tod deines Mannes,

    gibt es immer wieder Leute die es einem noch schwerer machen.Du alleine weißt was richtig ist

    und auch du mußt entscheiden wegen der Trauerfeier,wie du es möchtest,laß dir nichts sagen.

    Ja Kinder trauern anders wie Erwachsene und sehen das ganz anders.Gut,das dein Sohn in

    Behandlung ist und vielleicht kannsz du dir auch noch Hilfe suchen.Und ich hoffe,das sich das

    finanzielle auch noch zum guten klärt.Ja es ist sehr schwer und soviel auf einmal und von so

    vielen Seiten.Ich wünsche dir ganz viel Kraft und hör auf dein Herz,da allein weißt wie du

    entscheidest und laß die anderen reden,egal ,es ist deine Sache und nicht deren.

    Liebe Grüße Helga

  • Ich Danke allen hier so sehr für die tröstenden Worte.
    Ich sauge jede Antwort förmlich auf, auf der Suche nach Verständnis.
    Ich kann jeden Tag aufs Neue nicht begreifen wie nur die Sonne einfach wieder aufgehen kann.
    Heute das erste Gewitter ohne meinen Mann.
    Alles alleine fühlt sich schlimm an.
    Und dann verzweifle ich, weil ich nicht verstehen kann, wie ich nur einen Tag ohne ihn schaffen konnte.
    Ich schäme mich, zeitweise normale Themen mit meinen Kindern, Freunden und meiner Schwester sprechen konnte.
    Der Schmerz ist so tief in mir, aber nicht mehr so allumfassend wie die erste Woche.
    Ich habe die erste Woche nicht realisiert, ich habe geschrien wie ein Tier. Ich habe nur geweint und war eigentlich mehr tot als lebendig.
    nun weine ich ich nicht mehr ständig und kann nicht glauben, dass dies nach zehn Tagen möglich ist.
    Ich bin verloren. Ich kenne mich selbst nicht mehr. Und ich bekomme eine unstillbare Sehnsucht und ein dunkles Loch ist in mir. Trotzdem mache ich weiter.
    Andererseits gibt es Momente in denen ich einfach nur zu meinem Mann möchte.
    Ich hab auch das Gefühl, dass die Gerüchte und Ängste meine Trauer blockieren.
    genauso die ungewisse finanzielle Zukunft. Kann ich unser Haus behalten?! Ich hoffe sooooo sehr. Ich weiß aber nicht ob die Versicherungen bezahlen werden, weil stillschweigend ein möglicher Suizid im Raum steht, wenn man ungebremst in einen LKW fährt.
    All das hält mich so starr und voller Angst.
    Und meine Kinder, die große wirkt sehr ruhig und fast zu normal und der Kleine verdrängt scheinbar und sagt Hauptsache wir haben uns und er sei glücklich. Das kann doch nicht sein?!
    Die Kinderpsychologin sagte mir, man soll da nicht nachbohren.
    Ich bin einfach in jeder Richtung zerbrochen und empfinde jede Normalität dich ich mir erlaube als falsch.
    Nun hab ich für den Moment alles nieder geschrieben.
    Danke dass ihr da seid!!!!!!!

  • Liebe Mietzn,


    Zuallererst möchte ich dir mein tiefes Mitgefühl zum Tod deines Liebsten ausdrücken


    Sei herzlich willkommen in unserer "Trauerfamilie".


    Gut, dass du hierher gefunden hast.


    Hier ist immer ein Plätzchen für dich frei. Hier kannst du all deinen Kummer, all deine Sorgen abladen. Du wirst immer jemanden finden, der dir zuhört, der dich versteht und dich so nimmt, wie du gerade bist. Hier braucht man keine Maske zu tragen...


    Den Schmerz können wir dir leider nicht nehmen, aber wir können dir tragen helfen. Und das ist schon ganz viel.


    Keiner, der hier schreibt, konnte es sich vorstellen, jemals in so einem Forum zu schreiben.


    Aber das Forum ist wirklich hilfreich.


    Hier wirst du aufgefangen, so gut wie es virtuell geht.


    Alle die hier schreiben, haben einen oder mehrere liebe, wichtige Menschen an den Tod verloren,

    d.h.

    Jeder hier kennt diesen ungeheuren Schmerz, dem du jetzt ausgeliefert bist, aus eigener Erfahrung.


    Wir alle kennen:


    diese Tage voller Leere...

    die Gefühle, die nicht beschreibbar sind,

    die Sehnsucht...

    die Angst vor der Zukunft...

    die Antriebslosigkeit...

    die Kraftlosigkeit...

    die Ohnmacht...

    die Wut...

    die Sprachlosigkeit...

    das Verlassenheitsgefühl...

    die Verzweiflung...

    Schuldgfühle, auch wenn sie rational gesehen völlig unbegründet sind...

    diesen mörderische Schmerz...

    die Hoffnungslosigkeit...

    Das Gefühlschaos...

    (die Liste ließe sich beliebig fortführen)


    Ich kann dir versichern :, all das gehört zur Trauer und ist völlig normal.


    Ich dachte zeitweise sogar, ich sei - bzw werde - verrückt... Auch das ist normal.

    Gehört irgendwie zum Trauerprozeß. (glaube ich)


    Liebe Mietzn, von einer Sekunde zur anderen hat sich dein Leben geändert.

    Alle Pläne für die Zukunft sind nun zerstört und es gibt (noch) keinen Plan B.


    Alles ist plötzlich so sinnlos...


    Draußen in der Welt dreht sich alles weiter und in einem drinnen ist Stillstand... Dunkelheit...


    Und es gibt Tage, da meint man, nichts geht mehr - absolut nichts.

    und dann ist es so schwer, sich diesem Tag zu stellen, an dem man am liebsten gar nicht... (mehr).. aufgestanden wäre.


    Man will sich nur verkriechen und doch funktioniert man... schon wegen der Kinder, die einen brauchen und denen man, trotz allem, Stütze und Halt sein muss.


    Aber das ist sooo anstrengend....



    Ach, wie verstehe ich dich in deinem Schmerz. :30:


    Wenn ich darf, würde ich dich gerne aus der Ferne umarmen. :24:


    Ich wünsche dir immer ein Quäntchen mehr Kraft, als du tatsächlich brauchst.


    Und nun noch einige Worte zu deinen "ach so lieben" Mitmenschen.


    Menschen können manchmal so gemein sein.


    Es macht mich völlig wütend und fassungslos, wenn ich lese, was einige Menschen dir, bzw euch, zur Zeit antun.


    :4: Was sind das doch für Volltrottel! Dummschwätzer! Emotionale Krücken!

    Emotionale Analphabeten!

    :4:

    Man müsste sie alle einsammeln, in einen Sack stecken und dann mit einem Knüppel draufhauen. Ganz, ganz feste! :4::4::4::4:


    Wie mag es in ihren Herzen aussehen?


    Genau besehen sind es bedauernswerte Menschen. Menschen, die tratschen und Gerüchte streuen müssen, um von ihren eigenen Problemen abzulenken. :4:


    Aber sie sind es gar nicht wert, dass du dich mit ihnen abgibst.

    Schick sie dahin, wo der Pfeffer wächst....


    Lass ihr dummes Geschwätz gar nicht nahe an dich ran.


    Man kann solche Menschen nicht ändern.


    Je mehr man versucht, zu erklären, umso mehr fühlen sie sich bestätigt.

    Man schadet nur sich selbst.

    Also lass sie links liegen....


    Ich weiß, das ist gar nicht so leicht - besonders wenn es einem schlecht geht - man so dünnhäutig und verletzlich ist.


    Auch wenn wir wissen, dass alles erlogen ist, treffen solche Angriffe mitten ins Herz.

    Rauben uns die Kraft, die wir so dringend benötigen.

    Man bräuchte so dringend Unterstützung, Verständnis, Zuspruch und dann kommt so was Gemeines.


    Nicht umsonst gibt es den Ausdruck: RufMORD. =Mord an der Seele. So sehe ICH das....


    Diese Menschen wissen gar nicht, was sie anrichten. Sie wissen nicht, dass sie Menschen vernichten können - ihnen auf Dauer die Würde nehmen können...


    Ich weiß das noch von mir.


    Meine Mutter hat sich das Leben genommen (Schienentod). Und da wurde auch getuschelt. Wir wurden stigmatisiert, ausgegrenzt. Jeder wusste wer Schuld war an Tod meiner Mutter. - nämlich wir!! Die Hinterbliebenen.


    Ich war damals 11 Jahre alt und litt sehr unter der Stigmatisierung. Ich traute mich kaum in die Schule oder ins DORF.

    Es war ein richtiges Spießrutenlaufen durchs Dorf... Ich hatte immer das Gefühl, als trüge ich ein Kainsmal auf der Stirn...! Deutlich sichtbar für alle: das Zeichen dafür, dass blaumeise und ihre Familie schlecht sind.

    und ich schämte mich.

    Nicht für den Suizid sondern für das, was wir angeblich getan bzw nicht getan haben sollten...


    Das war vor Jahrzehnten - aber noch heute steigen Gefühle in mir hoch von damals. z. B. SCHAM!

    SCHAM-SCHAM - SCHAM

    Und noch heute habe ich flashbacks!

    Fühl mich ausgeliefert... und vertraue sehr schwer....

    Immer noch - Jahrzehnte später! knabbere ich an den Auswirkungen dieser Gerüchte.


    O Schreck. Jetzt habe ich so viel geschrieben. Ich hoffe, ich habe dich nicht allzu sehr mit meinem Text überfrachtet.


    Ich wünsche dir nur das Beste.


    Schön, dass deine Familie und dein Freund zu dir halten.


    Viel Kraft, Durchhaltevermögen, Mut und Zuversicht,


    wünscht dir


    blaumeise

  • Hallo,

    das alles ist wirklich entsetzlich, ich finde nicht die richtigen Worte.

    Ich hoffe es wird wenigstens Finanziell alles in deinem Sinne geregelt werden!

    Mein Beileid und liebe Menschen, die für dich da sind...

    Liebe Grüße

  • Guten Morgen,


    heute regnet es....

    Damit kann ich besser umgehen als Sonne.


    Liebe Blaumeise, ich Danke dir für deine Worte so sehr. Für die Ausführlichkeit. Für die Offenheit.
    Allen anderen natürlich auch.


    Wenn ich wieder nicht weiter weiß schreibe ich wieder.