Der Tag, als meine Welt zerbrach

  • Hallo…

    Am 28. April diesen Jahres brach meine Welt zusammen. Mein Mann verstarb am plötzlichen Herztod. Unser Sohn und ich fanden ihn nachmittags, als wir von der Arbeit nach Hause kamen. Es was wie ein Horrorfilm der nicht endet, wie ein Alptraum aus dem man nie wieder aufwacht. Zwischen dem Anruf beim Rettungsdienst und der unerschütterlichen Gewissheit, dass er tot ist lagen gerade mal 20 Minuten.
    Danach folgten einige Stunden, an die ich mich heute nur noch bruchstückhaft erinnern kann. Die Kriminalpolizei kam erst am Abend, danach der Bestatter. Bis dahin saßen wir bei Nachbarn im Garten. In den nächsten Wochen hatte ich so viel zu erledigen, so viele Termine und auch so viel Besuch, dass an trauern nicht zu denken war.
    Jetzt, gut 10 Wochen danach, holt mich das irgendwie alles ein. Das einzige was gerade ganz gut funktioniert ist die Arbeit. Aber ansonsten bekomme ich nichts auf die Reihe. Ständig fange ich an zu weinen, ich kann kaum schlafen und essen auch nicht. Ich weiß, 10 Wochen ist nichts, aber ich halte das nicht mehr aus.
    Er fehlt mir sooooo sehr.
    Traurige Grüße

    Verena

  • Liebe Verena,


    es tut mir von Herzen leid, dass auch ihr dieses schlimme Leid erfahren musstet!


    Mein geliebter Papa ist am 03.01.22 in meinem Elternhaus vermutlich ebenfalls am plötzlichen Herztod gestorben..

    Innerhalb einer halben Stunde zerbrach auch unsere Welt!

    Ich versuche es zu verdrängen, an den schlimmsten Tag meines Lebens zu denken.. an den Notarzt, die Kriminalpolizei, die Bestatter..

    Auch noch ein halbes Jahr danach, habe ich mehr schlechte, als gute Tage!


    Ich wünsche Dir sehr, dass der Austausch hier im Forum hilfreich für Dich ist! Für mich ist es tröstlich hier zu sein..


    Alles Liebe, viel Kraft und Mut,

    Fabienne :24:

  • Liebe Verena


    Erst mal mein herzlichstes Beileid zum Tod deines Mannes.

    Hier kannst du schreiben was dir auf der Seele liegt es wird immer jemand antworten. Ich hoffe das Forum ist dir eine Hilfe auf deinem Trauerweg.

    Ich wünsche dir aber auch Menschen um dich, die dich unterstützen und dir Halt geben.

  • Liebe Verena


    Erst mal mein herzlichstes Beileid zum Tod deines Mannes.

    Hier kannst du schreiben was dir auf der Seele liegt es wird immer jemand antworten. Ich hoffe das Forum ist dir eine Hilfe auf deinem Trauerweg.

    Ich wünsche dir aber auch Menschen um dich, die dich unterstützen und dir Halt geben.

    Ich habe zum Glück ganz viele Menschen um mich die für mich und meinen Sohn da sind. Unsere Nachbarschaft ist einfach grandios. Das wusste ich schon immer, aber in dieser besonderen Situation hat es sich einmal mehr gezeigt. Auch Freunde und Familie, aber auch meine Arbeitskollegen sind immer für mich da.
    Ich wüsste gar nicht, wie ich ohne dieses soziale Netzwerk klarkommen sollte.


    Der Unterschied zum Austausch hier ist, dass keiner wirklich nachempfinden kann, wie es mir geht.

  • Liebe Verena mein herzliches Beileid ...es tut mir sehr leid das du deinen lieben Mann verloren hast ....es ist schön das du soviel Beistand erhältst...auch hier wird immer jemand sein der weiß und versteht wie du dich fühlst und was es dir geht...leider wissen wir das alle hier:13:

  • Liebe Verena!

    Willkommen hier, es tut mir immer so leid, dass du deinen Mann verloren hast.

    Hoffentlich hilft dir der Austausch hier, denn ja, hier wissen alle was so ein Verlust bedeutet.

    Hedi

  • Liebe Verena, auch von mir mein aufrichtiges Mitgefühl. Fühl Dich hier Willkommen, hier kannst Du Dir alles von der Seele schreiben und sei Dir gewiss, wir verstehen Dich leider alle hier.


    Viele Grüße



    Crafar

  • Liebe Verena,

    es tut mir so leid, dass dein Mann gegangen ist.

    Auch ich musste am 27.03.22 meinen liebsten Menschen bewusstlos finden.

    Alle Bemühungen um sein Leben zu kämpfen waren erfolglos.

    Von jetzt auf gleich den Lieblingsmenschen und größten Schatz zu verlieren, wo nur Stunden zuvor alles noch in Ordnung war, ist so schrecklich.

    Ich denke an dich und schicke eine Umarmung.

  • Liebe Verena

    Es tut mir so unendlich leid das dein Liebster einfach so aus dem Leben gerissen wurde…. Schön das du liebe Menschen um dich rum hast

    Willkommen hier bei uns… dem Forum wo eigentlich keiner sein möchte

    Aber es ist ein guter Ort hier kannst du dir alles von der Seele schreiben…. Wir sind für einander da

    ❤️

    Ich bin nicht weg.... nur schon mal voraus gegangen...


    • "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können." Robins Lieblings Zitat aus der kleine Prinz
  • im ersten Moment dachte ich auch, er sei „nur“ bewusstlos. Er lag in unserem Gäste WC, direkt hinter der Tür. Wir kamen nicht an ihn dran und diese Hilflosigkeit war so furchtbar. Direkt nachdem ich den Rettungswagen gerufen habe, rief ich einen Bekannten an, der bei der Feuerwehr ist und nur eine Straße weiter wohnt. Der kam sofort, hängte die Tür aus und begann, gemeinsam mit meinem Sohn, zu reanimieren.
    Aber als ich ihn da liegen sah, wusste ich, dass ihm niemand mehr helfen kann. Diese Bilder werde ich nie vergessen.
    Es schockiert mich zu erfahren, wie viele mein Schicksal teilen. Aber auf eine Art spendet es auch etwas Trost, zu wissen, man ist nicht ganz allein mit dieser Erfahrung.

  • So geht es mir auch.

    Heute war wieder ein schwerer Schritt. Ich musste das „Spaßauto“ von Jens (einen 35 Jahre alten Jeep) bei der Zulassungsstelle abmelden.

    Es gibt immer wieder Tage an denen ich meine Tränen einigermaßen unter Kontrolle habe.

    Heute ist es mir nicht geglückt. Beim Rausgehen haben sich die anderen Wartenden bestimmt gefragt, warum ich in einer KFZ Zulassungsstelle in Tränen ausbreche…

  • Heute vor 11 Wochen sprachen wir die letzten Worte miteinander. Wenn wir gewusst hätten, dass es die letzten sein werden, dann hätten wir mehr gesagt als „bis später“:13:

    Ein Bekannter holte mich ab zur Vorstandssitzung vom Reitverein. Du warst im Vorgarten beschäftigt. Aber egal wie sehr ich es versuche mir dich in diesem Moment vorzustellen, ich sehe immer wieder dein Gesicht vor mir, wie es aussah, als wir dich fanden.
    Als ich an diesem Abend nach Hause kam lagst du schon im Bett und hast geschlafen. Wie sehr wünsche ich mir jetzt, ich hätte dich geweckt. Aber warum hätte ich das tun sollen :33:

    Und heute, 11 Wochen später, heute ist wieder Vorstandssitzung. Aber heute kann ich dir nicht „bis später“ sagen, denn du bist nicht mehr da.


    Thomas, du fehlst mir so sehr :33::33::33:

  • Ich habe im Frühjahr auf einer Lesung unserer Trauergruppe einen Autor kennen gelernt, der Ähnliches erlebte. Gerade suche ich das Buch, in dem er den Tod seiner Frau Grit verarbeitet. Ich schicke dir den Titel, nebst Autor, wenn ich das Buch gefunden habe.

    Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen, wir sind übrig geblieben, mit den Gedanken, etwas versäumt zu haben. Unendlich verloren seit 2 Jahren.

  • Liebe Verena,

    mein ganz herzliches Beileid zu deinem schlimmen Verlust. Deine Schilderung hat mich sehr bewegt, denn ganz ähnlich habe ich es vor nun fast 18 Monaten auch erleben müssen. Diese Bilder, man bekommt sie wohl nie ganz aus dem Kopf, aber mittlerweile kann ich ganz gut damit umgehen. Ich sage mir, ja, es war furchtbar, das zu erleben, aber es ist vorbei, für ihn, für mich, für uns alle...

    Ich wünsche dir viel Kraft für deinen schweren Weg der Trauer und dass das Lesen und Schreiben hier auch dir eine wertvolle Hilfe sein wird.

    Mitfühlende Grüße

    Sabiene

  • Liebe Verena,

    Auch mir tut es sehr leid, das du deinen geliebten Mann nun nicht mehr bei dir hast. Du hast schlimmes erlebt. Ich sende dir ganz viel Kraft zum verstehen und annehmen. Beides scheint schier unmöglich. Hoffentlich hilft dir dieses Forum ein bisschen.

    Alles liebe

  • Letzte Nacht habe ich von meinem Mann geträumt. Wir wollten uns umarmen und festhalten, aber es kam immer wieder jemand, der uns störte und daran hinderte. Ich bin völlig verzweifelt und weinend aufgewacht.

    Vielleicht werde ich am Wochenende versuchen, aus einem seiner Pullover ein Kissen zu nähen. Dann kann ich das umarmen und festhalten.
    Aber wahrscheinlich kann ich das nicht….. noch nicht…..

  • Vielleicht werde ich am Wochenende versuchen, aus einem seiner Pullover ein Kissen zu nähen. Dann kann ich das umarmen und festhalten.

    Aber wahrscheinlich kann ich das nicht….. noch nicht…..


    Ich finde das eine schöne Idee… wenn du das jetzt noch nicht kannst… zieh einen Pullover von ihm an❤️ Luan trägt heute noch die Kleider seines Bruders und auch ich habe Zuhause am Anfang NUR Robins Pullover den er zum rumgammeln an hatte getragen und habe ihn noch immer in meinem Bett

    Für Luan ist es auch nach knapp 20 Monaten immer noch tröstlich die Kleider seines Bruders zu tragen…… es ist als würde er mich die ganze Zeit umarmen Mama…

    Ich bin nicht weg.... nur schon mal voraus gegangen...


    • "Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein, als lachten alle Sterne, weil ich auf einem von ihnen wohne, weil ich auf einem von ihnen lache. Du allein wirst Sterne haben, die lachen können." Robins Lieblings Zitat aus der kleine Prinz
  • Liebe Verena

    auch von mir ein stilles Willkommen hier im Forum. Fühl Dich erstmal ganz lieb in den Arm genommen. :30::30:

    Es ist wirklich erstaunlich, wie viele Menschen mit ihrer Trauer um einen geliebten Menschen hier zusammenfinden. Erstaunlich auch, wie ähnlich manche Schicksale sind. Ich habe meinen Mann vor etwas mehr als 8 Monaten, trotz Krankheit, plötzlich und völlig unerwartet verloren. Er ist zwar in meinem Beisein gestorben, aber seinen letzten Gesichtsausdruck mit "starr" zur Decke gerichteten Augen sehe ich heute noch vor mir. Auch für mich war noch vor Eintreffen des Notarztes klar, dass der nichts mehr machen kann. Da mein Mann auch bei uns zu Hause (an einem Samstag) verstorben ist, musste ich auch das ganze Procedere mit Polizei, Kripo etc. durchmachen. Einfach grausam! Man steht "mitten drin" und funktioniert "wie aufgezogen"....

    Ich wünsche Dir alle Kraft, die Du brauchst

    Liebe Grüße

    Gaby

  • Ich halte es wie Mel, mein Stevie war Tischtennisspieler, ich habe von seinem Verein einen zweiten Sportanzug bekommen, da dies sein letzter "Anzug" war, seine Originaljacke habe ich behalten und trage sie immer wieder, da ich mich so von ihm eingehüllt und gehalten fühle.

  • Ich finde das eine schöne Idee… wenn du das jetzt noch nicht kannst… zieh einen Pullover von ihm an❤️ Luan trägt heute noch die Kleider seines Bruders und auch ich habe Zuhause am Anfang NUR Robins Pullover den er zum rumgammeln an hatte getragen und habe ihn noch immer in meinem Bett

    Für Luan ist es auch nach knapp 20 Monaten immer noch tröstlich die Kleider seines Bruders zu tragen…… es ist als würde er mich die ganze Zeit umarmen Mama…

    ich trage seit dem Tag, als er gestorben ist, seine Pullover und immer eins seiner Shirts zum Schlafen. Das gibt mir ein Gefühl von Geborgenheit. Mir graust es schon vor dem warmen Wetter nächste Woche, da kann ich keinen Pulli anziehen.